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10 Thesen zur Entwicklung der Finanzmärkte 2026

Reinhard Pfingsten
Analyse

Die globalen Finanzmärkte stehen 2026 vor einem Wendepunkt. Geldpolitische Lockerungen, fiskalische Impulse und neue technologische Investitionen schaffen ein konstruktives Umfeld – mit Chancen vor allem in den Schwellenländern.

05.01.2026 | 13:00 Uhr

Die internationalen Finanzmärkte treten 2026 in eine Phase des Übergangs ein. Nach Jahren, die von geopolitischen Spannungen und Handelskonflikten geprägt waren, gewinnen klassische Fundamentalfaktoren wieder an Bedeutung. Geldpolitische Lockerungen, fiskalische Impulse und eine leichte Beschleunigung des globalen Wachstums bilden dabei den Rahmen für die Kapitalmärkte.

Reinhard Pfingsten, Chief Investment Officer der apoBank, sieht eine klare Verschiebung der Treiber an den Märkten:

„Nach Handelskonflikten und geopolitischer Unsicherheit rücken nun fundamentale Faktoren wie Produktivitätssteigerungen und Investitionen in neue Technologien weiter in den Vordergrund.“

Für die Aktienmärkte erwartet Pfingsten insgesamt ein unterstützendes Umfeld. Rückenwind komme insbesondere von den Notenbanken sowie von steigenden Investitionen in Zukunftstechnologien.

„Wir erwarten für das Jahr ein konstruktives Umfeld für Aktienmärkte, unterstützt durch geldpolitische Lockerung und steigende Investitionen. Der KI-Boom wird weiter gehen, auch wenn zwischenzeitliche Kursschwankungen nicht vermieden werden können.“

Bei der regionalen Allokation setzt die apoBank klare Akzente. Schwellenländer stehen im Fokus, während die etablierten Märkte zurückhaltender beurteilt werden:

„Wir sehen Schwellenländer als Favoriten und positionieren uns dort übergewichtet, während wir bei amerikanischen, europäischen und japanischen Aktien eine neutrale Haltung einnehmen.“

Auch an den Rentenmärkten sieht Pfingsten differenzierte Chancen. Besonders US-Staatsanleihen profitieren aus seiner Sicht von der geldpolitischen Ausrichtung der US-Notenbank:

„Bei den Rentenmärkten sind wir in US-Staatsanleihen übergewichtet, da die geldpolitische Lockerung der Fed für Kursauftrieb sorgt. Während wir Unternehmensanleihen aufgrund enger Spreads und hohem Finanzierungsbedarf neutral bewerten, sind wir in Schwellenländeranleihen übergewichtet: Sie profitieren von sinkenden Zinsen, einem schwächeren US-Dollar und hohen laufenden Renditen.“

Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass 2026 weniger von Krisenrhetorik als vielmehr von strukturellem Wandel und langfristigen Investitionsthemen geprägt sein wird.

Aus dieser Markteinschätzung leitet die apoBank zehn Thesen zur Entwicklung der Finanzmärkte im Jahr 2026 ab:

  • Dank eines günstigeren Mix aus Fiskal- und Geldpolitik sorgt die US-Wirtschaft für eine positive Überraschung und wächst dynamischer als im Vorjahr.
  • Auch China übertrifft die Erwartungen, weil die Regierung in Peking nachhilft, um das offizielle Wachstumsziel zu erreichen.
  • Die globale Inflationsdynamik schwächt sich weiter ab. In den USA bleibt ein zollbedingter Inflationsschock aus.
  • Während die EZB bereits das Ende ihres Leitzinssenkungszyklus erreicht hat, senkt die Fed ihren Leitzins im ersten Halbjahr bis aufs neutrale Leitzinsniveau.
  • Die Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar geht in die nächste Runde.
  • Die US-Staatsanleiherenditen folgen der Leitzinsentwicklung und fallen moderat über die gesamte Laufzeitstruktur.
  • Wegen des hohen Finanzierungsbedarfes der IT-Unternehmen für KI-Projekte weiten sich die historisch niedrigen Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen aus.
  • Die Erträge an den globalen Aktienmärkten sind positiv, fallen aber eher geringer aus als im Vorjahr. Hohe Erwartungen an die Gewinnentwicklung, erhöhte Bewertungen und ein kritischer Blick auf die hohen IT-Investitionen lassen nur wenig Raum für darüber hinaus gehende Kursgewinne.
  • Regional profitieren die Schwellenländer-Unternehmen von einem niedrigeren US-Dollar und guten Wachstumsaussichten. Die Aktienmärkte in den USA, Europa und Japan können nicht Schritt halten.
  • Der Goldpreis profitiert weiterhin von der höheren Nachfrage vieler Schwellenländer-Zentralbanken. (jk)

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