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Fußball-WM 2026: USA wird Weltmeister

Justin Thomson, Leiter des Investment Institute von T. Rowe Price
Studie

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird das größte Turnier der Geschichte. Wirtschaftlich dürfte das Megaevent in den Gastgeberländern USA, Kanada und Mexiko jedoch kaum nachhaltige Spuren hinterlassen. Zu diesem Ergebnis kommt Justin Thomson, Leiter des Investment Institute von T. Rowe Price.

03.06.2026 | 15:00 Uhr

Mit 48 teilnehmenden Mannschaften, drei Gastgeberländern und Milliarden von Zuschauern weltweit werde die Weltmeisterschaft zwar neue Dimensionen erreichen. Auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung dürfte sich das Turnier jedoch nur begrenzt auswirken, argumentiert Thomson.

Die Wirtschaftsleistung der drei Gastgeberländer summiere sich auf mehr als 30 Billionen US-Dollar. Selbst ein Ereignis von der Größenordnung einer Fußball-WM sei vor diesem Hintergrund makroökonomisch relativ unbedeutend.

Positive Effekte meist nur kurzfristig

Historische Untersuchungen zu früheren Weltmeisterschaften zeigten, dass wirtschaftliche Vorteile vor allem kurzfristig auftreten und sich auf einzelne Branchen konzentrieren. Besonders profitieren demnach Gastronomie, Hotellerie, Freizeitwirtschaft und teilweise die Bauindustrie.

Nach Schätzungen könnten zur WM 2026 rund 1,24 Millionen internationale Besucher in die USA reisen. Allerdings seien nur etwa 60 Prozent davon zusätzliche Reisende. Ein erheblicher Teil der Besucher hätte die USA ohnehin besucht und lediglich den Reisezeitpunkt an das Turnier angepasst.

Thomson warnt daher davor, Schlagzeilen über milliardenschwere wirtschaftliche Effekte überzubewerten. Häufig handele es sich dabei weniger um neue Wertschöpfung als vielmehr um eine Verlagerung von Ausgaben zwischen Regionen, Branchen oder Zeiträumen.

„Die Weltmeisterschaft schafft Erinnerungen, Helden und Herzschmerz. Was sie in der Regel nicht tut, ist, den wirtschaftlichen Kurs der Gastgeberländer wesentlich zu verändern“, lautet das Fazit des Investmentexperten.

Goldpokal schlägt Goldanlage – aber nicht US-Aktien

Einen ungewöhnlichen Blick wirft das Institut auf die WM-Trophäe selbst. Der aktuelle FIFA-Pokal besteht aus verschiedenen Goldlegierungen und besitzt bei heutigen Goldpreisen einen geschätzten Materialwert von rund 857.000 US-Dollar.

Seit seiner Einführung im Jahr 1974 habe der Pokal rechnerisch eine nominale Wertsteigerung von rund 7,5 Prozent pro Jahr erzielt. Damit habe er die langfristige Entwicklung des Goldpreises übertroffen.

Noch besser hätten sich allerdings US-Aktien entwickelt. Diese erzielten laut T. Rowe Price im gleichen Zeitraum eine durchschnittliche nominale Jahresrendite von 11,6 Prozent. Für langfristig orientierte Anleger bleibe der US-Aktienmarkt damit die attraktivere Anlageklasse.

Augenzwinkernde WM-Prognosen

Neben den ökonomischen Analysen veröffentlicht das Investment Institute auch eine Reihe bewusst humorvoller Vorhersagen für das Turnier. So prognostizieren die Autoren etwa einen WM-Titel der USA dank eines „leistungsstärksten Sprachmodells der Welt“, das perfekte Spieltaktiken entwickelt.

England soll der Tradition folgend im Elfmeterschießen gegen Deutschland scheitern, während Südkorea überraschend die Bronzemedaille gewinnt. Die Türkei wiederum werde laut der satirischen Prognose an einer fragwürdigen Trainerstrategie scheitern.

Die scherzhaften Vorhersagen unterstreichen letztlich die zentrale Botschaft der Studie: Die wirtschaftlichen Auswirkungen der WM lassen sich vergleichsweise nüchtern analysieren – der Reiz des Turniers liegt jedoch weiterhin vor allem auf dem Spielfeld. (jk)

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