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Geheimtipp Familien-Fonds

Familienunternehmen planen langfristig, sind oft in der Region verwurzelt und wirtschaften besonders solide. Das zahlt sich auch in den Aktienkursen der Firmen aus. Mit speziellen Fonds können Anleger davon profitieren.

06.05.2019 | 12:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Es ist eine erfolgreiche deutsche Besonderheit, dass hierzulande vor allem die vielen Familienunternehmen das Rückgrat der Industrie bilden. Während in vielen anderen Ländern die industriellen Stränge mehr oder weniger in wenigen großen Konzernen gebündelt sind, werden hierzulande die wichtigsten Unternehmens-Entscheidungen überwiegend am Familienherd gefällt, und nur die wenigsten Unternehmen davon sind überregional bekannt.

Dabei werden laut einer aktuellen Studie des ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) und des Mannheimer Instituts für Mittelstandsforschung von den rund 3,3 Millionen Unternehmen in Deutschland rund 2,8 Millionen (86 Prozent) nicht nur von Familien kontrolliert, sondern auch von ihren Eigentümern selbst geführt. Familienunternehmen beschäftigen zusammen mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer, erwirtschaften rund 45 Prozent des Umsatzes in Deutschland und arbeiten dabei hoch profitabel.

Solides Wachstum, starke Börsen-Performance

Mehrere Analysen in den vergangenen Jahren kamen zu dem übereinstimmenden Ergebnis, dass Familienunternehmen langfristig erfolgreicher sind und höhere Gewinne erzielen als managergeführte Gesellschaften. Die Mehrzahl der Familienunternehmer agiert mit langem Atem, oft solide finanziert und gerne mit Reserven im Tank.

Wie gut Deutschlands Familienbetriebe wirtschaften, lässt sich auch an der Kurs-Entwicklung der börsennotierten Familienunternehmen ablesen. Der Blick auf die Kurs-Performance des „German Entrepreneur Index“, kurz auch GEX genannt, der Aktien von deutschen mittelständischen Familienunternehmen umfasst, die an der Börse Frankfurt im Prime Standard notiert sind, spricht Bände. In den zurückliegenden fünf Jahren hat der GEX rund 75 Prozent an Wert zugelegt. Der DAX schaffte im gleichen Zeitraum gerade einmal 29 Prozent.

Familienausflug mit Aktien-Fonds

Anleger, die von der  Managementkunst deutscher Familienbetriebe profitieren wollen, müssen tief graben: Im allgemeinen Durchschnitt ist nur jedes dritte familiengeführte Unternehmen eine Kapitalgesellschaft. Und nicht jedes Unternehmen wirbt öffentlich damit. Ohnehin sollten Anleger grundsätzlich auf eine gewisse Streuung im Portfolio achten. Deshalb lohnt sich ein Blick auf spezielle Fonds, die gezielt in börsennotierte Familienunternehmen investieren.

Ein Beispiel dafür ist der erst im Dezember 2015 gestartete Berenberg 1590 Aktien Mittelstand (ISIN: DE000A14XN59). Der Fonds fokussiert sich auf Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum, in denen die Gründerfamilien eine wichtige Rolle in der Unternehmensleitung spielen. Im Portfolio finden sich unter anderem Aktien von Wirecard, der Norma Group, Symrise und Grenke. Insbesondere die Beteiligung an Wirecard dürfte in den zurückliegenden Monaten an der Performance genagt haben. Doch unterm Strich stehen für die zurückliegenden drei Jahre rund zwölf Prozent Rendite per annum. Das kann sich sehen lassen.

Der Ende 2003 aufgelegte GS&P Fonds Family Business (ISIN: LU0179106983) investiert zwar europaweit, im Portfolio dominieren aber mit einem Anteil von etwas mehr als 36 Prozent deutsche Werte. Zu den Top-Holdings zählen aktuell Fresenius, der dänische Insulin-Hersteller Novo-Nordisk und Mayr-Melnhof Karton aus Österreich. In den vergangenen zehn Jahren brachte es diese Mischung auf eine Performance von durchschnittlich 8,10 Prozent per annum.

Ein Blick über die Grenzen: Europas Familienunternehmen

Überhaupt kann es sich lohnen, bei diesem Thema auch über die deutschen Grenzen hinauszublicken. So investiert beispielsweise der ODDO BHF Génération (ISIN: FR0010574434) nach eigener Aussage in Unternehmen mit stabiler und dauerhaft familiärer Aktionärsstruktur. Schwerpunktregionen sind Frankreich und Deutschland mit zusammen 63 Prozent Depotanteil.  Im Portfolio finden sich Titel wie SAP, Michelin, Banco Santander und Volkswagen. Seit der Auflage im März 2008 performt der Fonds mit einer durchschnittlichen Rendite von 7,85 Prozent per annum.

Auch der Bellevue Funds BB Entrepreneur Europe (ISIN: LU0415391860) steckt das Kapital seiner Anleger in europäische Unternehmen, die von ihren Eigentümern geführt werden. Rund 28 Prozent des Fondskapitals ist in französische Firmen investiert, nach Regionen folgen die Schweiz (13%) und Spanien (11%). Deutschland ist mit einem Portfolioanteil von knapp sieben Prozent vergleichsweise schwach gewichtet. Zu den größten Unternehmen im Fonds zählen das spanische Infrastrukturunternehmen Cintra, der französische Spirituosenkonzern Pernod-Ricard und der französische Mischkonzern Alten. Seit Auflage des Fonds im April 2009 betrug die Wertentwicklung durchschnittlich 10,5 Prozent per annum.

Mittelstandsanleihen mit Zins-Rendite-Kick

Dass nur jedes dritte familiengeführte Unternehmen eine Kapitalgesellschaft ist, kann als Ausdruck dafür gewertet werden, dass Familien ihre Firmenpolitik gerne unabhängig von äußeren Einflüssen betreiben. Dieses Unabhängigkeitsstreben drückt sich auch in der Art aus, wie Familienunternehmen ihre Investitionen finanzieren – nämlich mit mehr Eigenkapital. Laut einer Finanzierungs-Studie des IfM Bonn haben mittelständische Familienunternehmen innerhalb der zurückliegenden Dekade ihre durchschnittliche Eigenkapitalquote mehr als verdoppelt. Die größten deutschen Familienunternehmen haben laut Bundesbankstatistik aktuell eine Eigenkapitalausstattung von durchschnittlich 42 Prozent. Zum Vergleich: Der Durchschnitt für alle Unternehmen liegt bei 31,9 Prozent.

Gleichzeitig haben mittelständische Familienunternehmen ihre Verbindlichkeiten in den vergangenen Jahren zurückgefahren und weniger neue Kredite aufgenommen. In Krisenzeiten zahlt sich diese Art der höheren Eigenfinanzierung aus. Die Unternehmen bleiben sowohl bei der Finanzierung ihres Wachstums als auch in der Krise handlungsfähig, weil sie mehr Gewinnrücklagen bilden und weniger auf Bankkredite angewiesen sind. Deswegen müssen Familienunternehmen ihre Finanzierungen seltener neu strukturieren.

Für Investoren macht das Mittelstandsanleihen interessant – auch vor dem Hintergrund, dass dieses Segment vor einigen Jahren in Verruf geraten war, als etliche Mittelständler Anleihen mit hohen Zinsversprechen auf den Markt brachten und diese Versprechen leider nicht halten konnten. Mittelstandsanleihen gelten vielen Anlegern seitdem als halbseidene Wertpapiere – zu Unrecht. Trotzdem sollten Investitionen in diesem Segment mit Bedacht gestreut werden. Ein Spezialist auf diesem Gebiet ist der Deutsche Mittelstandsanleihen Fonds von KFM. (ISIN: LU0974225590). Der im Dezember 2013 aufgelegte Fonds bescherte Anlegern bisher eine durchschnittliche Rendite von 3,72 Prozent per annum.

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