• DAX----
  • ES50----
  • US30----
  • EUR/USD----
  • BRENT----
  • GOLD----

Analyse: Wieso einem guten ersten Börsenhalbjahr häufig ein gutes zweites folgt

Gute Börsenstimmung hält meist länger
Börse

Viele Anleger misstrauen einem starken ersten Börsenhalbjahr. Ihre Sorge: Nach einem kräftigen Anstieg drohen Gewinnmitnahmen, spätestens im Herbst müsse eine Korrektur kommen. Ein Blick auf knapp 40 Jahre Börsengeschichte zeigt, dass diese Sorge meist unbegründet ist. Auf ein gutes erstes Halbjahr folgte an den Aktienmärkten häufig auch ein gutes zweites.

31.07.2026 | 12:15 Uhr

Dass das allerdings auch umgekehrt gilt und wie es im zweiten Halbjahr 2026 weitergeht, zeigt die Untersuchung von Sebastian Dörr und Christian Subbe, Chief Investment Officer von HQ Trust.

Sebastian Dörr, Kapitalmarktstratege bei HQ Trust, analysierte die Wertentwicklung der wichtigsten MSCI Regionalindizes seit dem Jahr 1988: USA, Europa, Pazifik, die Schwellenländer sowie den globalen Aktienindex MSCI ACWI. Für jede Region unterschiedet der Experte, ob der Index im ersten Halbjahr im Plus oder im Minus lag. Anschließend analysierte Sebastian Dörr, wie sich in beiden Fällen die Kurse von Juli bis zum Jahresende entwickelt haben. Steigende und fallende Kurse kamen im ersten Halbjahr nicht gleich oft vor. Beim MSCI ACWI stehen beispielsweise 26 positiven Zeiträumen lediglich 13 Jahre gegenüber, in denen der Aktienindex in den ersten sechs Monaten im Minus landete.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • „War das erste Halbjahr positiv, legte der MSCI ACWI von Juli bis Jahresende im Mittel um weitere 5,6 % zu. Nordamerika kam in diesen Fällen im Schnitt auf ein Plus von 5 %, Europa sogar auf 6 %.“
  • „Am stärksten fiel dieser Momentum-Effekt in den Schwellenländern aus. Nach einem guten Start ins Jahr stiegen Aktien aus den Emerging Markets im weiteren Jahresverlauf im Schnitt erneut um 8 %.“
  • „Etwas schlechter lief es im Mittel für Aktien aus der Pazifikregion. Sie kamen in den Monaten von Juli bis Dezember im Schnitt nur auf einen Zuwachs von 2 %.“

Deutlich schlechter lief es, wenn die Kurse im ersten Halbjahr fielen:

  • „Schloss der MSCI ACWI das erste Halbjahr im negativen Bereich ab, gab der globale Aktienindex im Schnitt auch im zweiten Halbjahr weiter nach. Allerdings hielt sich das Minus mit 0,5 % in Grenzen.“
  • „Deutlicher ging es für die Schwellenländer nach unten. Im Mittel verlor der Index nach einem negativen Jahresauftakt zwischen Juli und Dezember weitere 5,8 %. Auch europäische Aktien gaben im Schnitt um 2,8 % nach.“
  • „Es gab mit Nordamerika und dem Pazifikraum aber auch Ausnahmen. Nach einem schwachen ersten Halbjahr fiel hier in der zweiten Jahreshälfte im Mittel noch ein kleines Plus an: 1,8 % in Nordamerika und 0,1 % in der Pazifikregion.“

Sebastian Dörr fasst die Ergebnisse zusammen:

„Über alle Regionen hinweg zeigt sich ein klares Muster: Die Aktienmärkte tendieren eher dazu, einen einmal eingeschlagenen Trend fortzusetzen, als ihn umzukehren. Ein starkes erstes Halbjahr ist historisch also kein Warnsignal, sondern im Schnitt ein gutes Omen für die zweite Jahreshälfte.“

HQ Trust-CIO Christian Subbe blickt auf das zweite Halbjahr

  • „Über den Sommer könnte es, wie gewohnt in der warmen Jahreszeit, etwas volatiler werden. Aber grundsätzlich dürfte der positive Börsentrend anhalten.“
  • „Die USA bleiben für Investoren der wichtigste Markt. Makroökonomische und politische Faktoren sprechen für einen Vorsprung vor Europa. Das Wachstum ist höher, die Arbeitslosigkeit geringer, das Umfeld eher pro Unternehmen und Start-ups.“
  • „Die Bewertungen der Tech-Unternehmen sind zum Teil ambitioniert. Außerordentlich hohe Renditen wie in den vergangenen Jahren sollten Anleger daher nicht erwarten.“
  • „Die asiatischen Schwellenländer profitieren von einem dynamischen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum. Fiskal- und Zinspolitik sind ebenfalls stabil, und der Wohlstand erhöht sich in breiten Bevölkerungsschichten.“
  • „Wir bevorzugen breit gestreute Investments. Stock Picker unterschätzen das Risiko einer hohen Konzentration eines Portfolios. Insbesondere das Risiko, in die falschen Titel investiert zu sein.“

Erstes und zweites Börsenhalbjahr
Erstes und zweites Börsenhalbjahr

Diesen Beitrag teilen: