Dass das allerdings auch umgekehrt gilt und wie es im
zweiten Halbjahr 2026 weitergeht, zeigt die Untersuchung von Sebastian Dörr und
Christian Subbe, Chief Investment Officer von HQ Trust.
Sebastian Dörr, Kapitalmarktstratege bei HQ Trust,
analysierte die Wertentwicklung der wichtigsten MSCI Regionalindizes seit dem
Jahr 1988: USA, Europa, Pazifik, die Schwellenländer sowie den globalen
Aktienindex MSCI ACWI. Für jede Region unterschiedet der Experte, ob der Index
im ersten Halbjahr im Plus oder im Minus lag. Anschließend analysierte
Sebastian Dörr, wie sich in beiden Fällen die Kurse von Juli bis zum Jahresende
entwickelt haben. Steigende und fallende Kurse kamen im ersten Halbjahr nicht
gleich oft vor. Beim MSCI ACWI stehen beispielsweise 26 positiven Zeiträumen
lediglich 13 Jahre gegenüber, in denen der Aktienindex in den ersten sechs
Monaten im Minus landete.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- „War
das erste Halbjahr positiv, legte der MSCI ACWI von Juli bis Jahresende im
Mittel um weitere 5,6 % zu. Nordamerika kam in diesen Fällen im Schnitt
auf ein Plus von 5 %, Europa sogar auf 6 %.“
- „Am
stärksten fiel dieser Momentum-Effekt in den Schwellenländern aus. Nach
einem guten Start ins Jahr stiegen Aktien aus den Emerging Markets im
weiteren Jahresverlauf im Schnitt erneut um 8 %.“
- „Etwas
schlechter lief es im Mittel für Aktien aus der Pazifikregion. Sie kamen
in den Monaten von Juli bis Dezember im Schnitt nur auf einen Zuwachs von
2 %.“
Deutlich schlechter lief es, wenn die Kurse im ersten
Halbjahr fielen:
- „Schloss
der MSCI ACWI das erste Halbjahr im negativen Bereich ab, gab der globale
Aktienindex im Schnitt auch im zweiten Halbjahr weiter nach. Allerdings
hielt sich das Minus mit 0,5 % in Grenzen.“
- „Deutlicher
ging es für die Schwellenländer nach unten. Im Mittel verlor der Index
nach einem negativen Jahresauftakt zwischen Juli und Dezember weitere 5,8
%. Auch europäische Aktien gaben im Schnitt um 2,8 % nach.“
- „Es
gab mit Nordamerika und dem Pazifikraum aber auch Ausnahmen. Nach einem
schwachen ersten Halbjahr fiel hier in der zweiten Jahreshälfte im Mittel
noch ein kleines Plus an: 1,8 % in Nordamerika und 0,1 % in der
Pazifikregion.“
Sebastian Dörr fasst die Ergebnisse zusammen:
„Über alle Regionen hinweg zeigt sich ein klares Muster: Die
Aktienmärkte tendieren eher dazu, einen einmal eingeschlagenen Trend
fortzusetzen, als ihn umzukehren. Ein starkes erstes Halbjahr ist historisch
also kein Warnsignal, sondern im Schnitt ein gutes Omen für die zweite
Jahreshälfte.“
HQ Trust-CIO Christian Subbe blickt auf das zweite Halbjahr
- „Über den Sommer könnte
es, wie gewohnt in der warmen Jahreszeit, etwas volatiler werden. Aber
grundsätzlich dürfte der positive Börsentrend anhalten.“
- „Die USA bleiben für
Investoren der wichtigste Markt. Makroökonomische und politische Faktoren
sprechen für einen Vorsprung vor Europa. Das Wachstum ist höher, die
Arbeitslosigkeit geringer, das Umfeld eher pro Unternehmen und Start-ups.“
- „Die Bewertungen der
Tech-Unternehmen sind zum Teil ambitioniert. Außerordentlich hohe Renditen
wie in den vergangenen Jahren sollten Anleger daher nicht erwarten.“
- „Die asiatischen
Schwellenländer profitieren von einem dynamischen Bevölkerungs- und
Wirtschaftswachstum. Fiskal- und Zinspolitik sind ebenfalls stabil, und
der Wohlstand erhöht sich in breiten Bevölkerungsschichten.“
- „Wir bevorzugen breit
gestreute Investments. Stock Picker unterschätzen das Risiko einer hohen
Konzentration eines Portfolios. Insbesondere das Risiko, in die falschen
Titel investiert zu sein.“
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