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Investmenttrends: „Weiteres Potential bei Schwellenländeranlagen“

Simon Frank
Anlagestrategie

TiAM FundResearch hat Investment-Profis zu den großen Trends an den Kapitalmärkten für das zweite Halbjahr 2026 befragt. Simon Frank, Senior Investment Advisor bei Pictet Asset Management, zu den Chancen und Risiken für Anleger.

03.07.2026 | 12:15 Uhr von «Peter Gewalt»

TiAM FundResearch: Welche übergeordneten Markt- und Konjunkturtrends werden aus Ihrer Sicht die zweite Hälfte des Anlagejahres 2026 prägen, und was bedeutet das für Ihre Asset Allocation? 

Simon Frank: Geopolitik, Inflation und Zentralbankreaktionen dürften auch im zweiten Halbjahr die dominierenden externen Makro-Faktoren für die Finanzmärkte bleiben. Angesicht hoher und/oder steigender Inflationsraten dürften die Leitzinsen in den wichtigsten Währungszonen tendenziell leicht steigen. Bezüglich der KI-Evolution erwarten wir eine Verbreiterung der Profiteure – während die Märkte zuletzt von sehr wenigen KI-Dominatoren nach oben gezogen wurden, dürfte sich die Marktbreite im zweiten Halbjahr wieder verbessern, wovon gerade aktive Manager profitieren dürften. Andere, aktuell weniger beachtete Themen könnten ein Comeback erfahren, falls es zu Enttäuschungen bei den Indexschwergewichten kommen sollte. Aktive ETFs sollten weiterhin zunehmendes Anlegerinteresse verzeichnen, während weitere neue Akteure in dieses vielversprechende Marktsegment einsteigen.

Wo sehen Sie im 2. Halbjahr 2026 die attraktivsten Chancen – sei es regional, auf Ebene der Assetklassen oder bei Themen wie KI, Energiewende und Infrastruktur? 

Wir sehen weiterhin eine enorme Kurs- und Gewinn-Dynamik bei den Themen Künstliche Intelligenz und Technologie, wenngleich die Aktienkurse inzwischen bereits viele positive Nachrichten und zukünftiges Wachstum eingepreist haben. Darüber hinaus sehen wir weiteres Potential bei Schwellenländeranlagen, sowohl für Aktien als auch für Anleihen. Angesichts der bereits gut gelaufenen Aktienmärkte, sollten auch weniger direktionale, diversifizierende Liquid Alternatives Strategien attraktive Portfoliobausteine darstellen.

Welche zentralen Risiken – etwa Inflation, Zinsen, politische Eingriffe oder geopolitische Konflikte – bereiten Ihnen für die zweite Jahreshälfte am meisten Sorge, und wie steuern Sie diese im Portfolio? 

Die Liste der potentiellen Risiken wird auch im zweiten Halbjahr lang bleiben: von der Unberechenbarkeit der globalen Geopolitik, über Inflationsgefahren durch steigende Energie- und Rohstoffpreise, sowie Bewertungsrisiken an den Aktienmärkten, bis hin zu geldpolitischen Risiken gibt es zahlreiche Faktoren, die zu Korrekturen an den Finanzmärkten führen könnten. Auch die Anzahl und das Volumen von prominenten IPOs wie SpaceX könnten ein Warnsignal für die Aktienmärkte darstellen. Anleger können diese Risiken am besten dadurch managen, indem sie ihre Portfolien möglichst robust und diversifiziert aufstellen und nicht alles eine (Momentum-) Karte setzen.



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