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Das Märchen von der Weihnachtsrally

Auf die Weihnachtsrally an der Börse können sich Anleger verlassen. In den letzten Handelstagen des Jahres steigen die Kurse fast immer. Doch der Dezember ist nicht überall auf der Welt der stärkste Börsenmonat.

20.12.2019 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Es ist ein altbekanntes Phänomen – und doch erstaunt es immer wieder: In den letzten Tagen eines Jahres, bevor zum Jahreswechsel die Korken knallen, dürfen Anleger bestaunen, wie internationale Aktien-Indizes eine Kursrakete zündet – um nach dem Neujahrskater wieder auf den gefrorenen Boden der Realität zurückzufallen. Natürlich gibt es auch Ausnahmejahre. Doch tatsächlich ist der Dezember ein Monat, in dem auch Börsenhändler in nichtchristlichen Ländern in einen weihnachtlichen Kaufrausch verfallen. Selbst in Japan steigen die Börsenkurse im Dezember durchschnittlich um ein Prozent. Spitzenreiter sind hier die USA. Der Dezember ist dort historisch betrachtet der Monat mit der stärkten durchschnittlichen Kurs-Performance.

Investoren bezeichnen das Phänomen als typische Weihnachtsrally, als Jahresendrally oder „Santa Claus Rally“. Manche behaupten, es sei eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Die scheinbar himmlische Rally hat jedoch sehr konkrete irdische Auslöser: Es ist ein offenes Geheimnis, dass Fondsmanager für ihre Fonds zum Jahresende gerne eine positive Jahresperformance präsentieren. Deshalb werden manche Werte in den letzten Wochen vor Jahresultimo durch kurssteigernde Zusatzkäufe nicht selten „nach oben gepflegt“. Gefragt sind einerseits Aktienwerte, die in vielen Fondsportfolios vertreten sind. Hier wirkt der Herdeneffekt verstärkend. Beliebt zu Kurspflege sind aber auch marktengere Spezialwerte, die nur wenig gehandelt werden. Sie lassen sich schon durch einige wenige Zukäufe die Kurse nach oben treiben. 

Der Effekt ist enorm: So stieg der DAX seit 1970 in rund 80 Prozent der Fälle zwischen dem 19. Dezember und dem 7. Januar um durchschnittlich fast vier Prozent an. In einzelnen Jahren kam es auch mal zu Rallys von bis zu zwölf Prozent. Bedenkt man, dass die durchschnittliche jährliche Rendite von DAX-Aktien in den vergangenen 40 Jahren bei etwa sechs Prozent lag, ist das erstaunlicher Wert. 

Leider sind solche Glücksmomente in der Regel nur von kurzer Dauer. Anfang des neuen Jahres werden die Weihnachtspapiere oft wieder verkauft. Der Kursauftrieb endet meistens spätestens Mitte Januar. Dann setzen sich die Trends aus dem Vorjahr wieder durch. 

Aber auch das gehört zur Wahrheit: Auf reiner Monatsbasis betrachtet, ist der Dezember tatsächlich nur in den USA der stärkste Börsenmonat. In Deutschland und Japan gilt der März als der Monat mit den durchschnittlich höchsten Kursgewinnen. Europaweit betrachtet ist es der Oktober – und zwar mit Abstand. Man sollte als Anleger also nicht nur auf den Weihnachtsmann vertrauen. Und ob auch dieses Jahr mit einer Weihnachtsrally endet, ist immer noch offen. Gestern war erst der 19. Dezember...

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