In seiner Untersuchung vergleicht Sebastian Dörr,
Kapitalmarktstratege beim Family Office HQ Trust, die Performance des MSCI
World in Euro mit der von drei einfachen Faktorstrategien. Im Mittelpunkt
standen dabei sieben MSCI-World-Faktorindizes: Enhanced Value, Equal Weighted,
High Dividend Yield, Minimum Volatility, Momentum, Sector Neutral Quality und
Small Cap. Die Analyse für drei Investoren-Typen erstreckt sich über den
Zeitraum von Dezember 1999 bis März 2026.
- Investor
A setzt auf Diversifikation und verteilt sein Kapital gleichgewichtet auf
alle sieben Faktoren.
- Investor
B verfolgt eine antizyklische Strategie und investiert stets in den
Faktor, der im Vorjahr am schlechtesten abgeschnitten hat.
- Investor
C macht genau das Gegenteil und setzt konsequent auf den jeweiligen
Vorjahressieger.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- „Grundsätzlich
zahlt sich die breite Streuung aus. Investor A erzielt mit der niedrigsten
Volatilität (12,76 %) eine relativ hohe Rendite von 8,49 % pro Jahr. Damit
übertrifft er den MSCI World (7,73 % Rendite, 13,59 % Volatilität).“
- „Komplett
zufrieden dürfte Investor A trotzdem nicht sein. Denn statt auf einen
günstigen MSCI-Word-ETF zu setzen, muss er sieben Investments tätigen und
seine Anlage regelmäßig rebalancieren.“
- „Antizyklisch
funktioniert besser als prozyklisch, aber nicht überragend: Investor B
kommt auf 8,79 % Rendite p.a., allerdings bei höherer Schwankung (14,16
%). Dazu kommt auch hier der Aufwand für die Umschichtungen.“
- „Dem
Gewinner hinterherlaufen lohnt sich nicht: Investor C erreicht lediglich
7,70 % Rendite und liegt damit sogar leicht unter dem MSCI World – bei
vergleichbarer Volatilität (13,76 %).“
Die Hintergründe:
- „Die Faktoren rotieren relativ stark: Sechs der sieben untersuchten Strategien lagen im Analysezeitraum mindestens einmal auf Platz eins und mindestens einmal auf dem letzten Platz.“
- „Equal Weighted kann naturgemäß nicht Erster oder Letzter sein, da es selbst ein Durchschnitt aller Faktoren ist.“
- „Am häufigsten ganz vorne standen mit sieben Mal die Small Caps. Allerdings war das zuletzt 2016 der Fall und die Nebenwerte landeten auch viermal auf dem letzten Platz.“
Was das für Anlegerinnen und Anleger bedeutet:
- „Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Faktorstrategien funktionieren – aber nicht konstant.“
- „Das Timing bringt keinen stabilen Vorteil: Weder das Setzen auf Gewinner noch auf Verlierer führt langfristig zu einer klaren Outperformance gegenüber einem breit diversifizierten Ansatz.“
- „Der robusteste Ansatz bleibt daher die breite Streuung über verschiedene Faktoren, noch besser aber über verschiedene Anlageklassen hinweg.“
- „So reduzieren Investoren nicht nur die Schwankungen, sondern erhöhen auch ihre Chance, langfristig stabile Erträge zu erzielen.“ (pg)
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