Noch vor wenigen Monaten schien die Welt der Kapitalmärkte erstaunlich geordnet. Für das Börsenjahr 2026 dominierte ein klarer Konsens: steigende Kurse, robuste Konjunktur, anhaltender Rückenwind für Aktien. Doch nun hat sich die Lage gewandelt. Wie der Fonds Laden angesichts der Krisen die Lage einschätzt.
24.03.2026 | 12:15 Uhr
Doch hinter dem Optimismus verbirgt sich mehr als nur Zuversicht. Patrick Wittek, Geschäftsstellenleiter des Fonds Laden in München, sieht darin auch eine strukturelle Notwendigkeit der Branche. „Ein Teil dieses Optimismus ist zweckgetrieben“, sagt er. Hintergrund ist der anhaltende Trend zu passiven Anlagen, der die Margen klassischer Anbieter unter Druck setzt. Um dies zu kompensieren, sind kontinuierliche Mittelzuflüsse nötig – idealerweise in renditestärkere und gebührenintensivere Produkte.
Für die kommenden Monate erwartet Wittek vor allem eines: mehr Schwankungen. Ein zentraler Risikofaktor ist die geopolitische Lage, insbesondere der jüngste Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Solche Ereignisse zeigen, wie schnell sich Marktstimmungen drehen können.
Gleichzeitig bleiben viele Bewertungen ambitioniert – vor allem in den USA. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit von Gewinnmitnahmen. Auch die Kreditmärkte geben aus seiner Sicht wenig Anlass zur Zuversicht: historisch niedrige Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen und High-Yield-Papieren lassen kaum Puffer für unerwartete Entwicklungen.
Sollten die Renditen langfristiger Staatsanleihen wieder steigen, könnte Kapital verstärkt aus risikoreicheren Anlagen abgezogen werden. Ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor liegt im boomenden Markt für Private Debt. Dort sind in den vergangenen Jahren enorme Summen gebunden worden – oft in schwer bewertbaren Strukturen. Wenn Investoren Liquidität benötigen, könnte das auch die liquiden Märkte unter Druck setzen.
Trotz aller Risiken bleibt der US-Markt global führend. Doch genau diese Dominanz hat ihren Preis: hohe Bewertungen. Wittek plädiert daher für einen selektiven Ansatz bei US-Aktien. Breite Marktwetten erscheinen in diesem Umfeld weniger attraktiv.
Aktives Management könnte damit wieder an Bedeutung gewinnen – ein bemerkenswerter Perspektivwechsel nach Jahren der Dominanz passiver Strategien.
Auch politische Entscheidungen bleiben ein Unsicherheitsfaktor. Die jüngsten Urteile des Supreme Court of the United States zu Zöllen dürften kurzfristig kaum Entlastung bringen. Zwar versuchen Unternehmen, zu viel gezahlte Abgaben zurückzufordern – doch solche Verfahren ziehen sich oft über Jahre. In der Zwischenzeit bleiben die höheren Preise bestehen, da sie längst an die Verbraucher weitergegeben wurden.
Ein weiterer Punkt auf der Beobachtungsliste ist der Yen-Carry-Trade. Mit steigenden Zinsen in Japan könnte es zu einer schrittweisen Rückabwicklung kommen. Wittek erwartet allerdings einen geordneten Prozess – vergleichbar mit Anpassungen in den Jahren zuvor.
Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts mit dem Iran erscheinen laut aktuellen Prognosen überschaubar. Selbst bei längerer Dauer dürften die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft moderat bleiben. Kurzfristig jedoch sorgt die Unsicherheit für erhöhte Volatilität.
Davon profitierte zeitweise der US-Dollar, während viele Schwellenländer unter Druck gerieten – insbesondere jene mit hoher Dollarverschuldung. Sollte der Dollar wieder schwächer werden, könnte sich diese Belastung rasch verringern.
Auch der Ölpreis reagierte sensibel auf die geopolitischen Spannungen. Importabhängige Volkswirtschaften litten besonders. Allerdings zeigt sich einmal mehr, wie flexibel globale Energiemärkte reagieren können. Neue Handelsströme entstehen schnell – und auch Russland könnte als Lieferant profitieren.
Trotz kurzfristiger Risiken bleibt Wittek bei einem langfristig positiven Blick auf Schwellenländer. Die Bewertungen liegen deutlich unter denen vieler Industrieländer, insbesondere der USA. Für langfristig orientierte Anleger ergeben sich daraus interessante Chancen.
In den von ihm betreuten Portfolios machen Schwellenländeranlagen typischerweise 15 bis 25 Prozent aus – ein klares Bekenntnis zu dieser Anlageklasse.
Deutlich vorsichtiger fällt die Einschätzung beim Gold aus. Der Preis für Gold hat sich in den vergangenen fünf Jahren nahezu verdreifacht – eine Entwicklung, die historisch selten ohne Korrektur bleibt.
Rückgänge von 40 bis 50 Prozent sind laut Wittek keineswegs ungewöhnlich. Anleger sollten sich dieser Volatilität bewusst sein und Gold nicht als risikofreien Hafen missverstehen.
Das Börsenjahr 2026 könnte sich als deutlich anspruchsvoller erweisen als noch zu Jahresbeginn erwartet. Der Optimismus ist zwar intakt – doch die Risiken nehmen zu.
Für Anleger bedeutet das vor allem eines: genauer hinsehen. Pauschale Strategien verlieren an Attraktivität, während selektive Ansätze und aktives Management wieder stärker in den Fokus rücken. Oder, wie es Patrick Wittek formuliert: Die Zeit der einfachen Antworten an den Märkten dürfte vorerst vorbei sein.

| Rang | Team | Perf. 2026 |
|---|---|---|
| 1 | Zindstein Vermögensv. | 11,95% |
| 2 | Oberbanscheidt | 8,69% |
| 3 | Fonds Laden | 6,87% |
| 4 | Nordproject | 3,79% |
| 5 | Plutos Vermögensverwaltung | 3,78% |
| 6 | Urban & Kollegen | 3,56% |
| 7 | FONDS & MORE GmbH | 2,29% |
| 8 | ALPS Family Office | 1,63% |
| 9 | HOPPE VermögensBetreuung | 1,60% |
| 10 | Bayerische Vermögen Management | 1,13% |
| 11 | SJB FondsSkyline | 1,09% |
| 12 | Top Vermögen | 0,18% |
| 13 | Bank für Vermögen | -0,22% |
| 14 | Acatis | -0,43% |
| 15 | Greiff Capital | -0,57% |
| 16 | Performance AG | -0,71% |
| 17 | Höng Wealth Management | -0,80% |
| 18 | Source for Alpha | -1,61% |
| 19 | FIVV AG | -1,87% |
| 20 | QBS Invest | -2,05% |
| 21 | VALEXX AG | -3,05% |
| 22 | Plan F | -3,94% |
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