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Altersvorsorge: Warum Berater bald noch mehr gefragt sein werden

Immer mehr Menschen sind verunsichert, wenn es um ihre Altersvorsorge geht. Denn die gesetzliche Rente reicht nicht aus, die Riester-Rente ist tot, und vernünftige Alternativen bieten die Parteien im Wahlkampf leider nicht an. Deshalb bleibt Eigeninitiative die ultimative Lösung.

03.09.2021 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Zu viele Menschen verschieben das Thema Altersvorsorge immer wieder auf später – oder ignorieren es einfach. Aktuelle Studien zeigen: Mehr als die Hälfte der Deutschen sorgt finanziell nicht fürs Alter vor. Die Gründe sind vielfältig. So gaben Frauen beispielsweise in einer Studie des Zinsportals Weltsparen vor einem Jahr an, dass ihnen aufgrund von Fehlzeiten und Teilzeitarbeit wegen der Erziehung ihrer Kinder die finanziellen Mittel fehlten, um in eine eigene Altersvorsorge zu investieren. Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung beim Thema Altersvorsorge ist fehlendes Vertrauen. Viele Menschen stehen Finanzprodukten und dem Kapitalmarkt insgesamt kritisch gegenüber. Das ist eine der gravierendsten Folgen der letzten Finanzkrise. Wer sich schon vorher aus Angst vor dem Unbekannten nicht an die Börse getraut hatte, fühlt sich seit den Ereignissen 2007/2008 in seinem Misstrauen bestätigt. Insbesondere die Generation 40plus ist anfällig für eine ablehnende Haltung der Finanzindustrie gegenüber.

Staatlich geförderte Altersvorsorge-Projekte wie die Riester-Rente haben das Vertrauen in Finanzprodukte leider auch nicht gestärkt. Im Gegenteil. Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass Sparer trotz staatlicher Förderung nur mit einer – vorsichtig ausgedrückt – schwachen Rendite ihrer Sparpläne rechnen können. Auch die Finanzindustrie ist nicht glücklich mit dem Konzept. Die Anbieter dürfen überwiegend nur in risikoarme Wertanlagen investieren. Aufgrund der niedrigen Zinsen und schwachen Renditen bei festverzinslichen Anlagen können sie ihren Kunden kaum attraktive Investitionsmöglichkeiten bieten. Die Vertriebskosten sind so hoch, dass weder Sparer noch Banken und Versicherungen Spaß an der Riester-Rente haben. Viele Anbieter haben sich aufgrund der ausbleibenden Riester-Reform dazu entschieden, das Neugeschäft einzustellen. Und beim Blick in die Wahlprogramme der Parteien, die sich zur Bundestagswahl stellen, fällt auf, dass die Riester-Rente mittlerweile überhaupt keine Rolle mehr spielt, wenn es um das Thema Förderung der privaten Altersvorsorge geht.

Auch die Rürup-Rente (Basisrente) ist kein Verkaufsschlager – wenn auch aus anderen Gründen. Vom Gesetzgeber wurde die Basisrente 2005 als steuerlich begünstigtes Vorsorgeprodukt für alle Menschen ins Leben gerufen. Jetzt zeigt eine aktuelle Umfrage von YouGov im Auftrag des Zinsportals Weltsparen, dass Rürup-Produkte kaum bekannt sind. Fast ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland (24 Personen) hat noch nie von der Basisrente gehört. Weiteren 17 Prozent ist der Begriff zwar schon untergekommen, sie können damit aber nichts anfangen. Immerhin hat ein großer Teil von 32 Prozent der Befragten schon von dem Rentenprodukt gehört, weiß aber nicht genau, was es damit auf sich hat. Zusammengefasst haben damit 73 Prozent der Deutschen keine oder nur sehr geringe Kenntnisse über die Rürup-Rente. Gerade einmal rund jeder Fünfte (21 Prozent) gibt an, genau zu wissen, was die Rürup-Rente ist. Das heißt jedoch nicht, dass das tatsächlich so ist. Bei näherer Nachfrage stellte sich heraus, dass das Wirkungsprinzip de facto unbekannt ist.

Zur Einordung: Auf dem Markt existieren neben starren Rürup-Sparplänen auch Produkte, bei denen die Einzahlungen flexibel gestaltet, jederzeit angepasst oder bei Bedarf pausiert werden können. Dazu zählen Rürup-Produkte, die über ETFs mit variablem Aktienanteil am Kapitalmarkt investieren. Der Hauptvorteil der Rürup-Rente ist ihre steuerliche Behandlung. Im laufenden Jahr können bis zu 92 Prozent der Beiträge als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Die Beiträge senken während der Berufstätigkeit also die Steuerlast für das zu versteuernde Einkommen. Bis 2025 können Rürup-Sparer sogar 100 Prozent der Rürup-Aufwendungen steuermindernd einsetzen. Erst wenn das Rentenalter erreicht wird, werden die Kapitalauszahlungen besteuert. Da der individuelle Steuersatz nach dem Austritt aus dem Erwerbsleben in der Regel niedriger ist, können die Vorsorgenden große Ersparnisse erzielen. Rürup ist also ein Produkt, dass durch den Steuer-Gap zwischen Einzahl- und Auszahlphase eine Rendite erzeugt. Das ist jedoch nahezu unbekannt. Lediglich neun Prozent der Studienteilnehmenden, die bereits von der Rürup-Rente gehört haben, verbinden diese mit hohen Steuervorteilen. Überraschen sollte das eigentlich niemanden: Welcher Sparer, der sich nicht täglich mit dem Thema Geldanlage und Steuer auseinandersetzt, will so tief in die Thematik einsteigen? Unter dem Strich lässt sich auch für die Rürup-Rente festhalten: Sie ist zu kompliziert und völlig an den Bedürfnissen der Menschen vorbeikonzipiert.

Bürgerfonds und ähnliche Ideen als vermeintlicher Königsweg

Immerhin haben die meisten Parteien das Dilemma erkannt und neue Projekte als Ergänzung zur staatlichen Rente in ihre Wahlprogramme geschrieben. Fernes Vorbild für die meisten Entwürfe ist der norwegische Staatsfonds. Der Fonds investiert weltweit und sorgt dafür, dass jede Norwegerin und jeder Norweger im Alter 1.600 Euro Garantierente bezieht. Sowohl CDU als auch Grüne und FDP skizzieren daran angelehnte Ideen. Die FDP zum Beispiel plädiert für eine Lösung, bei der ein Teil der Einzahlung in die staatliche Rente in einen Aktien-Fonds investiert wird. Die CDU flirtet mit der Idee eines sogenannten Generationenfonds, bei dem der Staat für jedes Neugeborene bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres monatlich 100 Euro in den Fonds einzahlt. Die Grünen wollen einen „Bürger*innenfonds“ an die Stelle der gesetzlichen Rente treten lassen. Der Fonds soll das Geld der Sparer weltweit unter Berücksichtigung von ESG-Kriterien anlegen. Die SPD wiederum lässt ihre Pläne eher im Dunkeln und gibt vor allem zu bedenken, dass privates Alterssparen günstig sein soll.

Was auffällt: Mit Ausnahme der FDP, die langfristiges Wertpapiersparen steuerlich fördern will, setzen die Parteien darauf, den Bürgern Standard-Konzepte anzubieten. Beim Blick auf das Parteienspektrum und die Umfragewerte muss man kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass diese Konzepte in einer vermutlich schwierigen Regierungskoalition abgestimmt werden müssen – ganz gleich, wie die Farben verteilt sind. Es wird zu Kompromissen kommen. Leider zeigt die Erfahrung, dass politische Kompromisse, wenn es um das Thema Altersvorsorge geht, leider nicht immer im Sine der Sparer sind. Rürup und Riester sind warnende Beispiele. Und es werden wohl nicht die letzten bleiben.

Wertpapiersparpläne als vernünftige Alternative

Die Menschen werden also trotz staatlicher Vorsorgeangebote mehr Eigeninitiative entwickeln müssen. Finanzberater können hier mit einem unkomplizierten und leicht zu verstehenden Angebot überzeugen: Wertpapiersparpläne sind die einfachste und renditeträchtigste Anlageform, wenn es darum geht, langfristig Vermögen aufzubauen. Zahlreiche Studien zeigen: Langfristig rentieren sich Aktien nicht nur besser als verzinsliche Anlagen, sondern bieten auch die größere Sicherheit. Deshalb sind Aktien-, Fonds- oder ETF-Sparpläne nicht nur unter Renditegesichtspunkten für langfristig orientierte Anleger am sinnvollsten.

Fazit: Finanzberatern kommt beim Thema Vermögensaufbau eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe zu: nämlich Menschen aufzuklären und zu motivieren, das Thema Altersvorsorge offensiv anzugehen.

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