Immer mehr Erwerbstätige setzen bei der privaten Altersvorsorge auf Aktien und Fonds. Eine Postbank-Umfrage zeigt, dass bereits 58 Prozent der privat Vorsorgenden Wertpapiere nutzen. Mit dem geplanten Altersvorsorgedepot könnte das Interesse ab 2027 weiter steigen.
17.08.2026 | 10:45 Uhr
Das Vertrauen in die gesetzliche Rente nimmt ab – und damit wächst bei vielen Erwerbstätigen die Bedeutung der privaten Altersvorsorge. Neben klassischen Vorsorgeformen wie Versicherungen und Wohneigentum rücken dabei Aktien, Fonds und ETFs stärker in den Mittelpunkt. Eine aktuelle Umfrage der Postbank zeigt, dass Wertpapiere für den langfristigen Vermögensaufbau inzwischen für eine Mehrheit der privat Vorsorgenden eine Rolle spielen.
Nach Angaben der Postbank nutzen 58 Prozent der Berufstätigen, die privat für das Alter vorsorgen, Aktien, Fonds oder andere Wertpapiere. Gegenüber der Vergleichsumfrage aus dem Jahr 2024 entspricht dies einem Anstieg um rund sechs Prozentpunkte. Michael Koschatzki von der Postbank sieht darin eine positive Entwicklung. Wertpapiere könnten langfristig höhere Renditechancen bieten als viele klassische Anlageformen. Gleichzeitig seien damit jedoch auch höhere Risiken verbunden. Denn Aktien und Fonds unterliegen Kursschwankungen, sodass zwischenzeitliche oder auch dauerhafte Verluste möglich sind. Für den langfristigen Vermögensaufbau kommt es deshalb nach Einschätzung der Postbank vor allem auf einen ausreichend langen Anlagehorizont an. Wer früh mit dem Investieren beginnt und sein Kapital über viele Jahre investiert lässt, kann kurzfristige Schwankungen an den Kapitalmärkten eher aussitzen. Ein Anlagezeitraum von mindestens 15 Jahren, besser noch darüber hinaus, kann dabei helfen, die Auswirkungen zwischenzeitlicher Kursrückgänge zu reduzieren.
Zusätzliche Impulse für die private Altersvorsorge könnte das geplante Altersvorsorgedepot liefern. Ab Anfang 2027 sollen Verbraucher damit staatlich gefördert für das Alter sparen und unter anderem in Investmentfonds und ETFs investieren können. Vorgesehen sind steuerliche Vorteile und eine staatliche Förderung. Das Interesse an einem solchen Vorsorgedepot ist laut Postbank bereits vorhanden: 38 Prozent der Erwerbstätigen können sich vorstellen, ein Altersvorsorgedepot zu eröffnen. Besonders aufgeschlossen zeigen sich diejenigen, die bereits Wertpapiere besitzen. Von ihnen können sich fast 60 Prozent die Nutzung eines solchen Modells vorstellen. Damit könnte die geplante Reform dazu beitragen, Wertpapieranlagen stärker in der privaten Altersvorsorge zu verankern. Entscheidend dürfte allerdings sein, ob die Angebote für Verbraucher verständlich und einfach zugänglich sind.
Denn die Umfrage zeigt gleichzeitig, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, die Risiken von Kapitalmarktanlagen einzuschätzen. 32 Prozent der Befragten geben an, das Verlustrisiko von Wertpapieren für die eigenen Finanzen nur schwer kalkulieren zu können. Aus Sicht der Postbank bleibt daher Aufklärung ein wichtiger Faktor. Anleger sollten nicht nur die möglichen Renditechancen kennen, sondern auch verstehen, dass Wertpapiere keine garantierte Wertentwicklung bieten. Eine breite Streuung, ein langfristiger Anlagehorizont und ein regelmäßiger Vermögensaufbau können wichtige Elemente einer langfristigen Anlagestrategie sein. Auch Disziplin spielt eine zentrale Rolle. Wer für die Altersvorsorge investiert, sollte das Kapital möglichst langfristig angelegt lassen und nicht bei jeder Marktschwankung reagieren. Gerade bei einem langen Anlagehorizont können kurzfristige Kursbewegungen an Bedeutung verlieren.
Die Daten basieren auf einer Online-Befragung der YouGov Deutschland GmbH. Befragt wurden 2.059 Personen zwischen dem 2. und 5. April 2026. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.
Mehr über die Kapitalrente, das Altersvorsorgedepot und weitere Themen zur Altersvorsorge lesen Sie hier https://www.fundresearch.de/altersvorsorge/
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