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Altersvorsorge: Die Deutschen wollen selbst entscheiden

Die Idee, die Betriebsrente als neue Pflichtvorsorge einzuführen, stößt in Bevölkerung nicht auf viel Gegenliebe. Die Menschen wollen selbst entscheiden. Dafür benötigen sie eine gute Beratung.

30.08.2019 | 07:24 Uhr von «Matthias von Arnim»

Die Politik verschläft das Thema Altersvorsorge seit Jahren. Zwischendurch fällt es immer wieder mal jemandem auf. Dann entsteht plötzlich Aktionismus. Meistens entsteht dabei nichts Gutes. Die Betriebsrente ist ein Beispiel dafür. So entschied die damalige Bundesregierung im Jahr 2004, dass auf Betriebsrenten und Zahlungen aus Direktversicherungen in Zukunft der volle Krankenkassenbeitrag anfallen soll. Rund ein Drittel der rund 17 Millionen Betriebsrentner muss deshalb heute Monat für Monat hohe Abzüge von der Rente hinnehmen. Die Empfänger müssen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil an ihre Krankenkasse abführen. Zusammen mit dem Beitrag für die Pflegeversicherung werden rund 18 Prozent fällig. 

Angesichts der in den vergangenen Jahren niedrigen Verzinsung der eingezahlten Beträge haben viele Betriebsrentner heute das Gefühl, damals ein sehr schlechtes Geschäft abgeschlossen zu haben. Die Proteste häuften sich in jüngster Zeit. Einen Vorschlag zur Entlastung der Betroffenen machte zuletzt Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, in einem Interview in der Osnabrücker Zeitung. Sie forderte eine unverzügliche Rückkehr zum halben Beitragssatz. „Zusätzlich muss die Freigrenze von derzeit 155,75 Euro in einen Freibetrag umgewandelt werden. Dann würde der halbe Beitragssatz nur auf den Betrag fällig, der die 155,75 Euro übersteigt”, so Bentele.

Betriebsrentenstärkungsgesetz: zu kompliziert für diese Welt

Die Probleme mit den hohen Abzügen sind schon länger bekannt. Doch im Betriebsrentenstärkungsgesetz, das 2017 verabschiedet wurde und dessen zweite Stufe nun im Januar 2019 in Kraft getreten ist, wurde der Fehler von der Politik nicht korrigiert. Zwar müssen Arbeitgeber seit Januar bei Neuabschlüssen in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) verpflichtend einen Arbeitgeberzuschuss bezahlen. Doch die Belastung durch die doppelten Krankenkassenbeiträge in der Zeit der Auszahlung bleibt bestehen. 

Dazu kommt ein weiteres großes Problem der Betriebsrente: Vielen Arbeitnehmern erscheint sie nicht attraktiv. Das liegt nicht nur an der eher mauen Rendite, sondern an dem Verfahren selbst. Einer Umfrage des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Aon zufolge nutzt nur etwa die Hälfte der Arbeitnehmer die Betriebsrente. Von denen, die einen großen Bogen um die Betriebsrente machen, gibt rund ein Drittel an, das Thema sei schlicht zu kompliziert. Obwohl sie prinzipiell bereit wären, eigene Beiträge zur Betriebsrente zu leisten. Die Erkenntnis: Das Betriebsrentenstärkungsgesetz hat zwar neue Anreize für Geringverdiener geschaffen, aber das System gleichzeitig auch komplizierter gemacht. 

Neuer Anlauf: Pflicht zur Betriebsrente

Die Politik hat seit einigen Monaten das Thema wieder auf dem Tisch. Eine erneute Reform der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) scheint jedoch immer noch in weiter Ferne. Die Regierungsparteien konnten sich bisher noch nicht auf Änderungen einigen, die dazu angetan wären, die aktuellen Probleme zu beheben und die Betriebsrente für weitere Kreise von Arbeitnehmern attraktiver zu machen. Vielleicht ist das aber auch gar nicht mehr nötig. Denn Karl-Josef Laumann, Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), hat nun vorgeschlagen, die Betriebsrente einfach zur Pflicht zu machen. Für die Regierungskoalition hätte diese Lösung einen gewissen Charme: Ob die Betriebsrente in ihrer jetzigen Form Sinn macht und für die Versicherten attraktiv ist, wäre durch die Pflicht nebensächlich. Es gäbe kein Entrinnen mehr.

Wenig Gegenliebe von den Versicherten

Bei den Betroffenen stößt Laumanns Vorschlag dagegen auf wenig Gegenliebe. Mit 47 Prozent lehnt nahezu die Hälfte der Deutschen eine ergänzende Pflichtvorsorge fürs Alter ab. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von INSA Consulere im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Demnach plädiert eine Mehrheit für Freiwilligkeit in der zusätzlichen Altersvorsorge. Nur 30 Prozent sind nicht generell dagegen. 17 Prozent haben keine Meinung dazu.

Überzeugung zur Altersvorsorge ist da

Was immerhin alle Umfragen zeigen: Der Wille zur außergesetzlichen Altersvorsorge ist grundsätzlich da. Das zeigt unter anderem eine aktuelle Studie der Union Investment. Demnach sind rund 70 Prozent der Deutschen davon überzeugt, dass die gesetzliche Rente allein nicht ausreicht, um im Alter den Lebensstandard halten zu können. 

Fazit: Die meisten Deutschen wollen mehr für ihre finanzielle Altersvorsorge tun. Und sie wollen darüber selbst entscheiden. Die Hälfte der Bevölkerung lehnt die Pflicht zur Betriebsrente deshalb ab. Der Beratungsbedarf zum Thema Altersvorsorge bleibt also nach wie vor hoch. 

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