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Betriebsrente: zu wenig Geld, zu kompliziert

Betriebliche Altersvorsorge gilt vielen Arbeitnehmern als zu kompliziert.

Arbeitnehmer wären zwar bereit, mehr in die betriebliche Altersversorgung zu investieren. Sie stoßen aber auf Hemmnisse, die sie daran hindern. Das zeigt eine aktuelle Studie.

05.12.2018 | 09:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Zu geringes Einkommen und zu viel Bürokratie: Diese beiden Faktoren halten Arbeitnehmer offensichtlich davon ab, eigene Beiträge in Betriebsrenten zu investieren. Das ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Aon. Befragt wurden rund tausend Arbeitnehmer aus Großunternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten.

Zu wenig Geld

Bisher leisten 65 Prozent der Männer Eigenbeiträge, bei Frauen sind es sogar nur 46 Prozent. Der wichtigste Grund, nicht zu investieren: „Mein Einkommen reicht nicht aus“. Besonders häufig wird er von Geringverdienern, Teilzeitbeschäftigten sowie Mitarbeitern aus Handel und Logistik genannt. Mit 26,9 Prozent trifft dies im Übrigen doppelt so häufig auf Frauen wie auf Männer (13,6 Prozent) zu.

Zu kompliziert

Gleich dahinter folgt aber ein Faktor, der nichts mit dem Einkommen zu tun hat. Für 16,3 Prozent der Frauen und 11,5 Prozent der Männer ist das Thema betriebliche Altersversorgung schlicht zu kompliziert. Obwohl sie prinzipiell bereit wären, eigene Beiträge zur Betriebsrente zu leisten. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz hat zwar Anreize für Geringverdiener geschaffen, aber das System gleichzeitig auch komplizierter gemacht. „Hier müssen Unternehmen und Anbieter intensiv daran arbeiten, die Angebote den Arbeitnehmern verständlich und einfach nahezubringen. Nur so können wir diejenigen gewinnen, die trotz ausreichendem Einkommen nichts für die Altersvorsorge tun”, kommentiert Aon Geschäftsführer Fred Marchlewski. „Es kommt darauf an, die Sprache der Zielgruppen zu sprechen und zu verstehen, was ihre individuellen Bedürfnisse sind – vor allem dann, wenn diese sich in einer Arbeitswelt 4.0 grundlegend ändern“, so Marchlewski.

Motivation: Vor allen Dingen Steuern sparen

Was die Studie auch zeigt: Arbeitnehmer sind generell bereit, sich stärker als bisher an der Alterssicherung zu beteiligen. Vor allem, wenn sich dadurch Steuern sparen (59%), oder Arbeitgeberzuschüsse nutzen (51%) lassen. Arbeitnehmer kurz vor Renteneintritt motiviert vor allem die finanzielle Sicherheit im Alter zu eigenen Beiträgen. Eine drohende Versorgungslücke ist dagegen für deutlich weniger Arbeitnehmer ein Anreiz, mehr zu investieren (24%).

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