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Liquid Alternatives gewinnen deutlich an Dynamik

Michael Lichter, Head of Product Management bei Lupus alpha
Alternative Anlagen

Nach drei Jahren mit teils massiven Abflüssen melden sich Liquid Alternatives eindrucksvoll zurück. Wie die aktuelle Liquid-Alternatives-Studie des Frankfurter Asset Managers Lupus alpha zeigt, verzeichnete das Segment 2025 Nettozuflüsse von 26,4 Mrd. Euro – ein klarer Stimmungsumschwung im Vergleich zu den Vorjahren.

27.02.2026 | 11:30 Uhr

Marktvolumen steigt auf 258,9 Mrd. Euro

Das verwaltete Vermögen (AUM) wuchs um 6,5 Prozent auf 258,9 Milliarden Euro. Im abgelaufenen Jahr hohe Nettozuflüsse von 26,4 Mrd. Euro. Treiber waren vor allem Absolute-Return-Strategien, deren Volumen um 13,3 Milliarden Euro zulegte. Ihr Marktanteil stieg auf 37,6 Prozent, obwohl die Zahl der entsprechenden Fonds leicht rückläufig war. Insgesamt umfasst das Universum 713 Fonds – nahezu unverändert zum Vorjahr.

Die folgenden Grafiken aus der Studie zeigt die Entwicklung von Fondsanzahl und Marktvolumen seit 2009:

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Quelle: Lupus alpha, Liquid-Alternatives-Studie Februar 2026

Auffällig: Während die Zahl der Produkte seit 2022 leicht sinkt, nimmt das Marktvolumen wieder Fahrt auf – ein Indiz für steigende Mittelzuflüsse in bestehende, etablierte Strategien.

Fixed Income dominiert die Zuflüsse

Besonders gefragt waren 2025 defensiv ausgerichtete Strategien. Absolute Return Bond verzeichnete Nettozuflüsse von 13,49 Milliarden Euro, Alternative Credit Focus weitere 2,86 Milliarden Euro. Gemeinsam vereinen diese beiden Fixed-Income-Strategien inzwischen 31,6 Prozent des gesamten Marktvolumens.

Insgesamt konnten zehn von 15 Strategien Nettomittelzuflüsse verbuchen. Die größten Gewinner und Verlierer des Jahres:

Top-Strategien (Nettozuflüsse) Milliarden €

  • Absolute Return Bond +13,49
  • Alternative Equity Market Neutral +4,73
  • Alternative Long/Short Equity +3,81
  • Alternative Credit Focus +2,86
  • Alternative Multi Strategies +2,58

Strategien mit Abflüssen Mrd. €

  • Alternative Managed Futures –0,85
  • Alternative Event Driven –0,55

Die Nettozuflüsse konzentrierten sich stark auf große Anbieter: 44,2 Prozent der Gelder flossen in die Top-5 Prozent der volumenstärksten Fonds.

Performance: Solide 1,99 Prozent trotz Dollarverfall

Im Durchschnitt erzielten Liquid Alternatives 2025 eine Rendite von 1,99 Prozent. Das ist zwar deutlich weniger als europäische Aktien (21,20%) oder globale Aktien (EUR-hedged 16,73%), liegt aber klar vor Euro-Staatsanleihen (0,64%).

Belastend wirkte vor allem der starke Verfall des US-Dollars. Der Dollar-Index (DXY) verlor 2025 rund 9,4 Prozent, der Euro wertete um 13,4 Prozent gegenüber dem Greenback auf. Dadurch wurden US-Dollar-Erträge aus europäischer Sicht spürbar geschmälert.

Die folgende Grafik verdeutlicht den Performance-Vergleich:

Chart
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Quelle: Lupus alpha, Liquid-Alternatives-Studie Februar 2026

Bemerkenswert: Unregulierte Hedgefonds erzielten zwar 11,62 Prozent Performance in US-Dollar, doch aus Euro-Sicht drehte die Performance aufgrund der Währungsentwicklung auf –1,20 Prozent.

Drawdowns: Klare Stärke in Stressphasen

Ihre zentrale Rolle spielen Liquid Alternatives nicht primär über maximale Renditen, sondern über Risikoreduktion. Während der MSCI World (EUR-hedged) im Zuge der „Liberation Days“ im ersten Halbjahr 2025 um –17,06 Prozent einbrach, blieben die durchschnittlichen maximalen Verluste vieler Strategien deutlich darunter.

Besonders stabil zeigten sich:

  • Absolute Return Bond (–5,5%)
  • Alternative Credit Focus (–5,7%)
  • Alternative Currency Strategies (–5,9%)

Die Grafik zeigt die durchschnittlichen maximalen Drawdowns im Einjahresvergleich:

Chart
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Quelle: Lupus alpha, Liquid-Alternatives-Studie Februar 2026

Auch im Fünfjahresvergleich lagen elf von 14 Strategien bei den maximalen Verlusten unterhalb eines globalen Aktieninvestments – ein deutliches Argument für die strategische Beimischung.

Institutionelle Anleger bleiben tragende Säule

Institutionelle Investoren halten inzwischen 49,3 Prozent des Marktvolumens (127,7 Mrd. Euro). Besonders stark gefragt waren bei ihnen Absolute Return Bond sowie Alternative Credit Focus. Private Anleger hingegen bevorzugten stärker Long/Short-Equity-Strategien mit höherem Renditepotenzial – allerdings auch mit höheren Drawdowns (durchschnittlich –11,8%).

Stabilisierendes Element

„Viele Strategien wirken als stabilisierendes Element und tragen zur Glättung der Wertentwicklung im Gesamtportfolio bei, indem sie ausgeprägte Kursverluste effektiv dämpfen und die Volatilität reduzieren“ erläutert Michael Lichter, Head of Product Management bei Lupus alpha. „Gerade auch in ausgeprägten Stressphasen wie in den Jahren 2020 und 2022 konnten Liquid Alternatives ihre Drawdowns im Vergleich zu einem globalen Aktieninvestment deutlich begrenzen.“

Fazit

2025 markiert die Trendwende für Liquid Alternatives. Die Kombination aus: deutlichen Nettozuflüssen, wachsendem Marktvolumen, begrenzten Drawdowns und stabilen risikoadjustierten Kennzahlen unterstreicht die wiedergewonnene Bedeutung der Anlageklasse.

Zwar bleiben die Renditen hinter Aktienmärkten zurück. Doch in einem Umfeld geopolitischer Unsicherheit, erhöhter Volatilität und Währungsrisiken erfüllen Liquid Alternatives ihre Kernfunktion: Portfolios robuster zu machen und Rückschläge spürbar abzufedern.

Für Investoren dürfte damit weniger die Frage nach der absoluten Performance im Vordergrund stehen – sondern vielmehr nach der richtigen Strategieauswahl innerhalb eines heterogenen, stark konzentrierten Marktes. (jk)

Die komplette Studie finden Sie hier

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