Im Juni erhöhte die US-Notenbank die Leitzinsen um 75 Basispunkte, um die ausufernde Inflation in den USA zu bekämpfen. Auch in Europa hat die Europäische Zentral die Abkehr von ihrer Nullzins-Geldpolitik angekündigt. Die hohe Teuerung drückte außerdem auf die Konsumlaune und auf die Stimmung der Einkaufsmanager.
Ein Damoklesschwert hängt über der deutschen und zum Teil auch europäischen Industrieproduktion. Sollte kein russisches Gas mehr geliefert werden, besteht die Gefahr weiterer Kursverluste. Ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis bietet derzeit der US-Aktienmarkt.
Inflation, steigende Zinsen und Geopolitik als unberechenbare Faktoren: Es gab schon einfachere Zeiten für Investoren an der Börse. Welche Lehren gelten noch, was ist heute anders und was müssen Anleger jetzt wissen? Ein Kapitalmarktausblick von Dr. Jens Ehrhardt.
Wird die Notenbank von der Retterin zum Problemfall für die Börsen?
Lange genossen Technologiewerte ein besonderes Umfeld: Bei äußerst niedrigen Zinsen ließ sich Wachstum leicht finanzieren, Wachstum rangierte vor Profitabilität, und Corona beschleunigte die Digitalisierung ganzer Sektoren und Lebensbereiche. In dieser Konstellation waren sie die Lieblinge der Investoren.
Wachstumssorgen, die unter anderem durch den Ukraine-Konflikt und Chinas Null-Covid-Strategie ausgelöst werden, überlagerten im Mai den Blick auf die Inflation. In der Folge erwarteten die Marktteilnehmer eine weniger aggressive Anhebung der Leitzinsen, was sich positiv an den Aktienmärkten niederschlug.
Sorgen um das Wachstum überlagern die um die Inflation. In diesem Umfeld steigt die Hoffnung auf eine gemäßigtere Geldpolitik der US-Notenbank. In Europa dagegen steht die Zinswende noch aus. Geldpolitik per Autopilot dürfte den Börsen schaden, nach Augenmaß jedoch von Vorteil sein.
Christian Vomberg (44) hat zum 1. Juni 2022 die Leitung des Institutionellen Vertriebs sowie die Betreuung von strategischen Kundenbeziehungen bei der DJE Kapital AG (DJE) übernommen. Mit der Verpflichtung des langjährig erfahrenen Spezialisten plant DJE unter anderem, die im Markt viel gefragten Kernkompetenzen bei Publikumsfonds für die Bedarfe institutioneller Anleger weiter auszubauen. Eine Schlüsselrolle haben dabei individualisierbare Spezialfonds-Konzepte.
Während die Ölpreise in den letzten Monaten immer weiter stiegen, sind die Investitionen in neue Öl- und Gasprojekte seit längerem ins Stocken geraten. Investoren meiden zunehmend Industrien, welche fossile Brennstoffe und hohe CO2-Emissionen produzieren.
Verschiedene Belastungsfaktoren setzen die Aktienmärkte seit Monaten unter Druck. Auch der April, für gewöhnlich einer der saisonal stärksten Monate des Jahres, hat in Sachen Marktperformance enttäuscht. Wie sieht die Perspektive für die Sommermonate aus? Könnte sogar eine "Sommerrally" bevorstehen?