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BofA-Fondsmanagerumfrage: Stimmung kippt, Wachstumsoptimismus bricht ein

Aussichten verschlechtern sich
Anlagestrategie

Die weltweiten Fondsmanager haben ihre zuvor stark ausgeprägte Risikobereitschaft abrupt zurückgefahren. Das zeigt die aktuelle Global Fund Manager Survey der Bank of America.

17.03.2026 | 13:45 Uhr

Nach Monaten eines eher überbordenden Optimismus sorgt eine Kombination aus geopolitischen Spannungen, Inflationssorgen und zunehmenden Risiken im Kreditmarkt für einen deutlichen Stimmungsumschwung. Die Cashquote steigt kräftig, die Erwartungen an die Weltwirtschaft fallen auf ein Halbjahrestief.

Wachstumsoptimismus bricht ein

Besonders auffällig ist der Einbruch bei den Konjunkturerwartungen: Nur noch netto 7 Prozent der befragten Manager, die zusammmen 529 Milliarden US-Dollar verwalten, rechnen mit einer stärkeren globalen Wirtschaft – nach 39 Prozent im Februar. Auch wenn eine harte Landung mit 5 Prozent weiterhin als unwahrscheinlich gilt, ist das Bild insgesamt deutlich eingetrübt. Gleichzeitig schießt der Inflationspessimismus nach oben. Netto 45 Prozent erwarten wieder höhere Teuerungsraten – ein Sprung von zuvor 9 Prozent.

Manager schichten um – Cashquote auf höchstem Stand seit 2020

Entsprechend defensiv agieren die Portfoliolenker. Die durchschnittliche Liquiditätsquote steigt von 3,4 auf 4,3 Prozent und verzeichnet damit den stärksten Monatsanstieg seit dem Corona‑Schock im März 2020. Das bisher aktive BofA‑„Sell“-Signal bei niedrigen Cashquoten ist damit neutralisiert. Auch der Bull‑&‑Bear‑Indikator fällt, bleibt aber im klaren Warnbereich.

Cash-Quote März
Cash-Quote März

Geopolitik als Top‑Risiko – Private Credit zunehmend im Fokus

Beim Blick auf die größten Marktrisiken zeigt sich ein deutlicher Shift: 37 Prozent der Manager nennen geopolitische Konflikte als dominanten „Tail Risk“. Noch im Vormonat lag dieses Risiko nur bei 14 Prozent. Parallel wächst die Sorge um die Stabilität der privaten Kreditmärkte. Für 63 Prozent ist Private Equity/Private Credit der wahrscheinlichste Auslöser eines systemischen Kreditereignisses – der höchste Wert seit Beginn der Erhebung. Auch der Indikator für Kreditrisiken erreicht den höchsten Stand seit April 2025.

Risikoeinschätzung März
Risikoeinschätzung März

Deutliche Rotationen im Portfolio

Die Marktbewegungen spiegeln diese Vorsicht wider. Fondsmanager reduzieren zyklische Engagements wie Konsumwerte, europäische Aktien und Banken. Gleichzeitig fließen Mittel in defensivere Segmente wie Healthcare, Japan und Cash. Emerging Markets behaupten sich als Favorit: Mit einem Netto‑Übergewicht von 34 Prozent liegt dieser Wert auf dem höchsten Niveau seit Anfang 2021. Japan dreht erstmals seit Monaten wieder ins Übergewicht.

Große Untergewichtungen bestehen weiterhin im US‑Dollar, in Anleihen und im Bereich Consumer Discretionary – Letzterer markiert den tiefsten Stand seit Ende 2022.

März Rotation
März Rotation

Gold und Halbleiter sind die überfülltesten Trades

Ein weiteres Stimmungsbarometer: Die am stärksten überlaufenen Trades. Hier teilen sich „Long Gold“ und „Long globale Halbleiter“ mit jeweils 35 Prozent der Stimmen den Spitzenplatz. Bemerkenswert: Die „Magnificent Seven“, die noch im Dezember als überfülltester Trade galten, spielen kaum noch eine Rolle.

Beliebtesten Trades
Beliebtesten Trades

US‑Wahlen rücken stärker ins Blickfeld

Mit Blick auf die US‑Midterms 2026 gehen 54 Prozent der Manager von einer geteilten Macht aus: Demokratisches Repräsentantenhaus hier, Republikanischer Senat dort. Der Anteil jener, die ein „Blue Wave“-Szenario erwarten, ist hingegen auf 28 Prozent gestiegen. (pg)

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