Die globale Fondsmanagergemeinde setzt weiter auf Aktien, Wachstum und KI. Für die aktuelle Umfrage befragte die Bank of America 185 Fondsmanager mit einem verwalteten Vermögen von 512 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass steigende Anleiherenditen die Börsenrally bremsen könnten.
13.10.2026 | 14:00 Uhr
Die Stimmung unter den internationalen Fondsmanagern ist auch im Oktober sehr optimistisch. Die Mehrheit der Investoren geht weiterhin von einem robusten Wirtschaftswachstum und steigenden Unternehmensgewinnen aus. Das bevorzugte Szenario bleibt eine Kombination aus überdurchschnittlichem Wachstum und moderater Inflation. Damit haben die Boom-Erwartungen den höchsten Stand seit Anfang 2022 erreicht.

Trotz des positiven Ausblicks hat sich die Wahrnehmung der Risiken verändert. Erstmals sehen die Fondsmanager einen ungeordneten Anstieg der Anleiherenditen als größte Gefahr für die Finanzmärkte. Damit verdrängt das Thema sogar die Sorge vor einer KI-Blase oder einer erneuten Inflationswelle.
Die Entwicklung überrascht nicht. Nach dem Renditeanstieg vieler Staatsanleihen werden festverzinsliche Wertpapiere für Anleger wieder attraktiver. Zahlreiche Fondsmanager signalisierten, dass sie bei weiter steigenden Renditen Kapital aus Aktien in Anleihen umschichten würden.

Besonders aufschlussreich ist die Antwort auf die Frage, wann Anleihen für Anleger attraktiver würden als Aktien. Im Durchschnitt nannten die Befragten eine Rendite von 5,9 Prozent für zehnjährige US-Staatsanleihen. Erst auf diesem Niveau würden viele Investoren ihre Aktienallokation deutlich reduzieren.
Die Umfrage zeigt, dass Aktien trotz gestiegener Renditen weiterhin als die attraktivere Anlageklasse angesehen werden.

Technologie ist und bleibt das Lieblingsthema der Anleger. Die Fondsmanager sind so stark in Technologiewerten investiert wie seit August 2020 nicht mehr. Künstliche Intelligenz gilt weiterhin als wichtigster Treiber für Investitionen und Produktivitätsgewinne.
Gleichzeitig wird die Debatte über mögliche Übertreibungen intensiver. Viele Investoren halten eine KI-Blase inzwischen für ein realistisches Szenario der kommenden Jahre. Dennoch bleibt die Bereitschaft hoch, auf die Gewinner des KI-Booms zu setzen.

Während Technologie gesucht ist, meiden die Fondsmanager klassische Konsumtitel. Zyklische Konsumwerte sind so stark untergewichtet wie seit 2008 nicht mehr. Anleger bevorzugen derzeit Unternehmen, die direkt von Investitionen in Digitalisierung, Infrastruktur oder Automatisierung profitieren. (pg)

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