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Hoffnungsträger Wasserstoff: Alles Wissenswerte für Investoren - Teil 3

Wasserstoff gilt als Megatrend. Viele Finanzprofis sind ganz heiß auf Aktien aus diesem Segment. Neben vielen Chancen gibt es aber auch etliche Risiken. Union Investment geht in einer Studie der Frage nach, ob es sich um ein interessantes Investmentthema für nachhaltige und langfristig agierende Investoren handelt und stellt zwei Aktien als Praxisbeispiele vor.

29.06.2020 | 07:10 Uhr von «Jürgen Büttner»

Hier geht es zu Teil 1 der Studie

Hier geht es zu Teil 2 der Studie


Teil 3

Der Kapitalmarkt wittert eine (neue) Chance

Wasserstoff bot laut Union Investment bereits in der Vergangenheit Chancen, auch am Kapitalmarkt von diesem Thema zu profitieren. Doch die jetzt verkündeten Pläne zur Förderung von Wasserstoff und den damit in Verbindung stehenden Industrien erhöhten die Attraktivität für Finanzinvestoren. Dabei seien die Investitionsmöglichkeiten genauso vielfältig und aussichtsreich wie die zuvor beschriebenen Anwendungsgebiete.

Die wichtigsten Bereiche, die von einer verstärkten Förderung und steigenden Investitionen profitierten und sich deshalb besonders für ein Investment anböten, würden sich (grob) in die folgenden Segmente einteilen lassen: • Brennstoffzelle, • Anlagenbau, • Versorgungsunternehmen • und Gase-Produzenten. Abbildung 9 verdeutlicht, dass neben dem Einsatz als Rohstoff, gerade die Anwendungsmöglichkeiten in den Bereichen • Transport & Logistik (Einsatz von Brennstoffzellen), • industrielle Produktionsprozesse (Anlagenbau), • neue Netzinfrastruktur (klassische Versorgerunternehmen) • und erneuerbare Energie ("Renewables") aussichtsreich erschienen. Hier seien bis zum Jahr 2050 deutliche Umsatzanstiege zu erwarten.

Umsatzanstiege
Umsatzanstiege
Umsatzanstiege

Aus Investorensicht erscheine es sinnvoll, sich frühzeitig in ausgewählten Bereichen zu engagieren, die von einer sich etablierenden Wasserstoffwirtschaft profitieren werden. Abbildung 10 zeigt, dass zum Beispiel ausgewählte, global führende Gase-Produzenten seit Anfang 2019 - trotz der starken Corona-Turbulenzen im Jahr 2020 - eine sehr positive Entwicklung aufweisen. Investoren honorierten zum einen die relativ stabile Gewinnentwicklung in diesem grundsätzlich zyklischen Marktsegment. Zum anderen verleihe - neben dem Wachstum in den angestammten Geschäftsfeldern - auch das Thema Wasserstoff eine Zukunftsperspektive, die das Sentiment und den Kursverlauf dieser Aktien positiv unterstütze. Dies illustriert die folgende Abbildung für ausgewählte Gase-Produzenten.

Gase-Produzenten
Gase-Produzenten
Gase-Produzenten

Das Aufspüren und Ausnutzen nachhaltiger Transformationsprozesse, die Einzelunternehmen und sogar ganze Branchen betreffen können, ist, wie es heißt, auch das Ziel des so genannten ESG-Convictions-Prozess von Union Investment. Durch diesen individuellen Auswahlprozess sollen Unternehmen selektiert werden, deren zukünftige Wachstumsdynamik besonders stark durch nachhaltige Produkte und Dienstleistungen bestimmt wird. Zwei Beispiele im Bereich der Wasserstoffwirtschaft sind Air Liquide und Orsted.

Air Liquide (AL) ist ein Gründungsmitglied des zuvor bereits erwähnten Hydrogen Councils. Die zukünftige Bedeutung von Wasserstoff für breite Teile der Industrie und Wirtschaft sei dem Unternehmen bewusst. Aus diesem Grund habe AL frühzeitig begonnen, in Wasserstoffinfrastruktur und die Brennstoffzellen-Technologie zu investieren. Das Unternehmen baue außerdem kontinuierlich und weltweit seine H2-Ladeinfrastruktur aus. Im Zeitraum von 2014 bis 2019 habe Air Liquide bereits rund 480 Millionen Euro in den Bereich Mobilität investiert.

Zudem beschäftige sich das Unternehmen mit technischen Lösungen, um Wasserstoff als Speichermedium für überschüssige Energie nutzen zu können. Auch der verstärkte Einsatz von Biogas, das nicht fossilen Ursprungs ist, werde von AL forciert. Um Industrieunternehmen dabei zu unterstützen, ihren CO2-Fußabdruck zu verringern, kooperiere AL eng mit Stahlproduzenten wie ArcelorMittal und Thyssenkrupp und biete Produktionsalternativen auf Wasserstoffbasis an. Ergänzend arbeite das Unternehmen auch an CCUS-Anwendungen, wenn diese sinnvoll und notwendig erscheinen. Air Liquide erziele bereits jetzt rund zehn Prozent seiner Umsätze mit Wasserstoffprodukten und sei damit ein Vorreiter der Transformation im Gas- und Energiebereich.

Orsted habe bereits in den vergangenen Jahren einen grundsätzlichen Wandel des Geschäftsmodells durchlaufen. Bis vor wenigen Jahren sei das Unternehmen - damals noch unter dem Namen Dong Energy - ein klassisches Versorgungsunternehmen in Dänemark gewesen. Bis das Management sich - auch aus Klimagesichtspunkten heraus - entschlossen habe, das Unternehmen komplett umzubauen. So seien unter anderem die Kohle- und Ölaktivitäten verkauft worden und man habe sich seither auf die Entwicklung von Windparks konzentriert. Orsted sei heute ein global führendes "Pure Play"-Unternehmen, wenn es um die Erzeugung grünen Stroms gehe.

Um sich von Konkurrenten auch weiterhin zu differenzieren, biete Orsted seinen Kunden mittlerweile die Möglichkeit an, ihre Windkraftanlagen zu erweitern und durch die Verbindung mit Elektrolysekapazitäten auch grünen Wasserstoff zu erzeugen. Dieser könne dann wiederum gespeichert und/oder zur Erzeugung von grünem Strom verwendet werden. Auch wenn der Preis für diesen, aus grünem Wasserstoff erzeugten Strom noch (zu) hoch sei, so biete diese Erweiterung einer Windkraftanlage zusätzliche Flexibilität und eine Puffermöglichkeit.

Derartige Anlagen von Orsted seien ein Paradebeispiel dafür, wie grüner Strom (direkt) genutzt werden kann, um grünen Wasserstoff zu erzeugen. Zwar stellten diese Anlagen oftmals noch Pilotprojekte dar, doch die Lernkurven in der Anwendung seien steil und durch jedes neue Projekt stiegen die Skaleneffekte (wenn auch langsam).

Die beiden ausgewählten Beispiele machten klar: Wasserstoff und damit in Verbindung stehende Technologien, Industrien und Unternehmen böten sich für langfristig ausgerichtete Investoren als Anlagethema an. Die geplante, starke öffentliche Förderung lasse die nachhaltigen Wachstumsaussichten, die eine umfassende Wasserstoffwirtschaft bieten könnte, für Unternehmen aus diesen Bereichen noch realistischer als in der Vergangenheit erscheinen.

Fazit

Es wird groß gedacht, stellt die Union Investment in ihrem Studien-Fazit fest. Das werde nicht nur durch die Vielzahl an öffentlichen Investitionsprogrammen und die finanziellen Volumina deutlich. Der Themenbereich Wasserstoff - und damit in Verbindung stehende Sektoren - seien ein wichtiger Bestandteil dieser Initiativen. Dies sei eine gute Nachricht. Denn speziell grüner Wasserstoff könne bei einem stärkeren industriellen Einsatz mit dazu beitragen, den Klimawandel zu bremsen.


Zusammen mit anderen Initiativen, die ebenfalls auf die Absenkung von CO2-Emissionen abzielten, spiele Wasserstoff eine wichtige Rolle zur Erreichung der Pariser Klimaziele. Auf diese Weise habe die Corona-Pandemie indirekt auf die Wasserstoffförderung und den Kampf gegen den Klimawandel Auswirkungen. Denn durch die vom Virus ausgelöste Wirtschaftskrise sei es zu einer größeren Bereitschaft bei vielen Politikern weltweit gekommen, hohe Summen für die Innovationsförderung zur Verfügung zu stellen. Im Vergleich zu früheren Krisen sei auch die "Reaktionszeit" bis zur Auflage neuer Programme kürzer.

Die nun bereit gestellten Mittel könnten die Initialzündung auf dem Weg zur Transformation eines großen Teils der Industrie sein - hin zu einer stärker Wasserstoff-basierten Wirtschaft. Doch der Weg dorthin sei lang, die technische Ausgestaltung komplex und die Kosten seien hoch. Denn bei all den Vorteilen, die ein verstärkter Einsatz von Wasserstoff biete - vor allem im Vergleich mit anderen fossilen Energieträgern - besitze H2 auch einige Einschränkungen, die bei der Umsetzung einer umfassenden Wasserstoffstrategie berücksichtigt werden müssten.

Der Kapitalmarkt scheine von der angestoßenen Transformation der Wirtschaft überzeugt. Ausgewählte Unternehmen aus den Bereichen Brennstoffzelle, Anlagenbau und Industriegase hätten bereits von der Phantasie einer sich durchsetzenden Wasserstoffwirtschaft profitieren können. Aufgrund des notwendigen Volumens an Investitionen und den möglichen Umsatz- und Gewinnsteigerungen sei Wasserstoff aber auch für die Zukunft ein interessantes Investmentthema für nachhaltige und langfristig agierende Investoren.

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