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Gläubiger erhöhen im Schuldenstreit Druck auf Argentinien

Wenige Tage vor Ablauf der aktuellen Verhandlungsrunde über einen Schuldenschnitt für Argentinien haben die privaten Gläubiger den Druck auf die Regierung in Buenos Aires erhöht.

29.07.2020 | 08:50 Uhr

Ihr jüngstes Angebot werde nun von mehr als 50 Prozent der Kreditgeber mitgetragen, teilten die drei größten Gläubigergruppen am Dienstag in einem Schreiben an Wirtschaftsminister Martín Guzmán mit. Damit könnten sie eine Umschuldung möglicherweise verhindern.

Die Schulden der zweitgrößten Volkswirtschaft in Südamerika sind zu den aktuellen Bedingungen nicht mehr tragfähig. Deshalb fordert Argentinien von seinen privaten Gläubigern, auf einen Teil ihrer Forderungen von rund 66 Milliarden US-Dollar (rund 56 Mrd Euro) zu verzichten. Kommt es zu keiner Einigung, droht dem Land die Staatspleite. Es wäre der neunte Zahlungsausfall in der argentinischen Geschichte.

Zuletzt hatten die Kreditgeber höhere Zinsen auf die Staatsanleihen und Änderungen an einigen Vertragsklauseln gefordert. Die argentinische Regierung hält allerdings an ihrem letzten Angebot fest und ist zu keinen weiteren Zugeständnissen bereit. Medienberichten zufolge liegen beiden Offerten bereits recht nah beieinander. Die derzeitige Verhandlungsrunde endet am 4. August.

"Zu den Unterstützern des Angebots gehören einige der wichtigsten Anleger in Argentinien, die signifikate Direktinvestitionen in dem Land getätigt haben", hieß es in dem Schreiben. Unter den Gläubigern sind große Investmentfonds wie Blackrock, Ashmore und Fidelity.

Argentinien steckt in einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Inflationsrate betrug zuletzt mehr als 50 Prozent. Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um rund zehn Prozent. Ende Mai hatte Argentinien Zinsforderungen in Höhe von 503 Millionen US-Dollar nicht beglichen und war dadurch in einen begrenzten Zahlungsausfall gerutscht.

Quelle: dpa-AFX

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