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Regulierung macht arm – Vermittler kämpfen um ihre finanzielle Existenz

Der zunehmende Druck durch die Regulierungsmaßnahmen kostet nicht nur Zeit. Eine aktuelle Umfrage von Swiss Compare ist zu dem Ergebnis gekommen, dass MiFID, FinVermV & Co. auch massiv ans Portemonnaie der Vermittler gehen.

04.11.2019 | 14:05 Uhr von «Christian Bayer»

Beträchtliche Einbußen

In einer aktuellen Studie der Swiss Compare, einer Tochter des Versicherers Swiss Life, in Kooperation mit einem Online-Portal unter knapp 250 Vermittlern wird die Entwicklung deutlich. 81,7 Prozent der Befragten beklagen finanzielle Einbußen in ihrem Betrieb durch die Regulierung von bis zu 30 Prozent. Knapp 20 Prozent mussten sogar Ausfälle von über 30 Prozent feststellen. Die Einkommenseinbußen gehen mit deutlich höheren beruflichen Anforderungen einher. 97,3 Prozent der Befragten gaben an, dass die Anforderungen im Vergleich zu 2007 als die erste Regulierungswelle durch MiFID I und die EU-Vermittlerrichtlinie ins Rollen kam, stark gestiegen sind. Mittlerweile bleibt den Finanzanlagen- und Versicherungsvermittlern weniger als die Hälfte der Zeit für ihr Kerngeschäft. Vor 2007 konnten sie noch drei Viertel ihrer Arbeitszeit dafür aufbringen. Daher ist es wenig verwunderlich, dass 65,7 Prozent der Umfrage-Teilnehmer angegeben haben, lieber mehr Zeit für ihre Kunden aufwenden zu wollen. Durch die Regulierungsbelastung bleiben zudem wichtige Aufgaben wie die notwendige Gewinnung von neuen Mitarbeitern auf der Strecke. Dafür wünschen sich laut Umfrage 17,5 Prozent der Befragten mehr Zeit. 11,7 Prozent der Befragten würden dagegen gerne mehr Zeit in die eigene Weiterbildung investieren.

Furcht vor dem Provisionsdeckel

Für weitere Verunsicherung sorgen die bevorstehende BaFin Aufsicht für Finanzanlagenvermittler sowie die diskutierte gesetzliche Deckelung von Provisionen. Etwa 50 Prozent der Befragten befürchten dadurch weitere finanzielle Einbußen. Die geplante Provisions-Begrenzung ist unter den Parteien der GroKo umstritten. Auf der einen Seite steht ein Referentenentwurf aus dem SPD-geführten Finanzministerium. Der Kern dieses Entwurfs sieht eine Limitierung der Abschlussprovisionen auf 2,5 Prozent der Beitragssumme bei Lebensversicherungen vor. In Ausnahmefällen sollen Courtagen von vier Prozent möglich sein. Auch die Höhe der Betreuungsprovisionen steht zur Debatte. Gegenwind kommt von der Unions-Fraktion im Bundestag. Die Abgeordneten von CDU/CSU verweisen darauf, dass die durchschnittliche Abschlussvergütung mit 3,77 Prozent unter den avisierten vier Prozent liegt. Experten vom Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) errechneten zudem, dass durch eine Deckelung der Provisionen bei Rentenversicherungen mit einem Renditeverlust von 0,09-0,16 Prozent nur ein sehr geringer Effekt auf die Rendite entstehen würde.

Zu Lasten der Berater

Vermittler sehen die Gefahr, dass ihre Verdienstmöglichkeiten durch die Politik zunehmend beschnitten werden und blicken daher zunehmend skeptischer in die Zukunft. Mehr als die Hälfte der Befragten sehen die berufliche Zukunft düsterer als noch vor 12 Jahren. 87,5 Prozent befürchten, dass in den kommenden fünf Jahren die Vermittlerzahlen zurückgehen werden. "Durch die zunehmende Regulierung geraten Vermittler noch mehr unter Druck als sie es seit der letzten Regulierungswelle sowieso schon waren", erläutert Uwe Baumann, Direktor bei Swiss Compare. "Sie können ihrer Kerntätigkeit – der ganzheitlichen Kundenberatung – nicht mehr nachgehen und suchen verständlicherweise nach Alternativen: andere Geschäftsfelder, neue Produkte oder strategische Partnerschaften." In der zunehmenden Digitalisierung der Beratung sehen Vermittler allerdings unterm Strich positive Auswirkungen. 79 Prozent der Befragten vertreten die Auffassung, dass digitale Tools die Beratung gut ergänzen können. Noch deutlich mehr, nämlich 90 Prozent, gehen davon aus, dass der persönliche Berater durch die Digitalisierung nicht überflüssig wird.

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