• DAX----
  • ES50----
  • US30----
  • EUR/USD----
  • BRENT----
  • GOLD----

Sorgen um Private Credit: Warum auch die Deutsche Bank im Fokus steht

Ausblick Deutsche Bank
Anlagerisiken

Die Debatte um Private Credit weitet sich aus: Mittelabflüsse, Rücknahmebeschränkungen und Branchenwarnungen lassen Anleger die Stabilität einer einst als renditestarke Alternative gefeierten Anlageklasse infrage stellen. Betroffen davon ist auch die Deutsche Bank.

13.03.2026 | 14:00 Uhr

Die Deutsche Bank hat 2025 mit einem Vorsteuergewinn von rund 9,7 Milliarden Euro ein herausragendes Ergebnis vorgelegt. Dennoch geriet die Aktie unter Druck, nachdem der Geschäftsbericht offenlegte, dass das Institut rund 26 Milliarden Euro im Private‑Credit‑Bereich engagiert hat. Investoren interpretierten diese Zahl als Signal dafür, dass die Bank stärker als gedacht in eine Anlageklasse investiert ist, die derzeit weltweit unter Stress steht. Binnen eines Handelstages büßte das Papier sechs Porzent an Wert ein und fiel stärker als der europäische Bankenindex.

Hinter dem Kursrutsch stehen mehrere, sich überlagernde Sorgen. Private‑Credit‑Fonds, die Kredite außerhalb des regulierten Bankensektors vergeben, haben in den vergangenen Jahren stark expandiert. Zugleich häuften sich spektakuläre Ausfälle einzelner Kreditnehmer, und große US‑Fonds sahen sich mit massiven Rücknahmeanträgen konfrontiert. Einige Manager begrenzten Auszahlungen, um Liquidität zu schützen — ein deutliches Warnsignal für ein System, das auf illiquiden Positionen und auf der Erwartung stabiler Rückflüsse aufgebaut ist.

Die Rücknahmewellen in Private‑Credit‑Fonds werden auch durch KI‑Ängste ausgelöst, weil viele Kredite an technologie‑ und softwarenahe Firmen vergeben sind.  KI‑Durchbrüche verändern die aktuelle Wettbewerbspositionen rasant. Das erhöht das Ausfallrisiko einzelner Kreditnehmer. 

„ Gute Chance, dass sich die Ausfallraten in den nächsten Jahren verdoppeln “

Die Debatte wird zusätzlich durch prominente Stimmen aus der Branche angeheizt. Steffen Meister, Verwaltungsratspräsident von Partners Group, warnt eindringlich vor einer möglichen Verschärfung der Lage. Er sagte laut Financial Times: „Es besteht eine gute Chance, dass sich die Ausfallraten in den nächsten Jahren verdoppeln.“ Meister erklärt weiter, warum Private Credit besonders verwundbar sei: „Beim Kredit besteht das Problem, dass, wenn ein Unternehmen sehr erfolgreich ist, Ihr Aufwärtspotenzial begrenzt ist — Sie erhalten nur Ihre Zinsen. Im Abschwung tragen Sie jedoch den vollen Nachteil — und genau hier liegt das Problem.“ 

Diese Einschätzung erklärt, warum Banken wie J.P. Morgan ihre Kreditvergabe an bestimmte Private‑Credit‑Fonds bereits eingeschränkt haben und warum Investoren verstärkt Kapital abziehen. Private‑Credit‑Fonds sind oft weniger streng reguliert als Banken und können deshalb in Stressphasen anfälliger sein, insbesondere wenn sie illiquide Positionen halten, die sich nicht schnell verkaufen lassen.

Die Deutsche Bank versucht, die Lage zu beruhigen: Sie betont, keine „signifikanten Risiken“ zu sehen und verweist auf eine breite Besicherung vieler Engagements. Analysten weisen zudem darauf hin, dass ein Großteil der Exponierung in Multi‑Asset‑Strukturen steckt, die konservative Beleihungsquoten aufweisen. 

Diesen Beitrag teilen: