Die Evangelische Bank (EB) baut ihr Geschäft mit vermögenden Privatkunden aus und startet ein eigenes Private Banking. Bereits heute verwaltet die Bank in diesem Segment mehr als 800 Millionen Euro. Im Mittelpunkt stehen eine ganzheitliche Vermögensberatung, persönliche Betreuung und werteorientierte Anlagelösungen.
17.08.2026 | 13:15 Uhr
Die Evangelische Bank (EB) steigt mit einem eigenen Angebot ins Private Banking ein. Die auf Kirche, Diakonie sowie die Gesundheits- und Sozialwirtschaft spezialisierte Bank will damit ihr Privatkundengeschäft ausbauen und das Geschäft mit vermögenden Kunden zu einer wichtigen Säule ihrer künftigen Strategie entwickeln. Bereits heute betreut die Evangelische Bank nach eigenen Angaben mehr als 800 Millionen Euro im Private-Banking-Segment. Mit einem erweiterten Leistungsangebot und einer intensiveren persönlichen Betreuung will das Institut künftig insbesondere Kunden mit komplexen Vermögensstrukturen ansprechen.
„Mit unserem neuen Private Banking bieten wir unseren Kundinnen und Kunden einen echten Mehrwert, indem wir eine intensive persönliche Betreuung und die Werteorientierung der Evangelischen Bank mit einer hochqualifizierten und ganzheitlichen Vermögensberatung verbinden“, sagt Thomas Katzenmayer, Vorsitzender des Vorstands der EB. Das neue Angebot geht dabei über die klassische Anlageberatung hinaus. Neben der Analyse und Optimierung von Portfolios will die Bank auch die persönliche Lebenssituation ihrer Kunden stärker in die Vermögensplanung einbeziehen. Dazu zählen unter anderem familiäre Rahmenbedingungen, persönliche Ziele und langfristige Zukunftspläne. Herzstück des neuen Betreuungskonzepts ist der „MehrWert-Dialog“. Dabei handelt es sich um ein jährlich stattfindendes, strukturiertes Beratungsgespräch. Auf Basis der persönlichen und finanziellen Situation sollen gemeinsam Strategien für den Vermögensaufbau, die Vermögenssicherung und die spätere Vermögensübertragung entwickelt werden. „Dabei werden neben der Vermögenssituation auch persönliche Lebensziele, familiäre Rahmenbedingungen und individuelle Zukunftspläne berücksichtigt“, erklärt Bernd Rullmann, Direktor Private Kunden bei der Evangelischen Bank.
Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem Portfolioanalysen und -optimierungen, nachhaltige Anlagelösungen und eine langfristige Vermögensplanung. Hinzu kommt die Beratung bei der Vermögensübertragung auf die nächste Generation. Auch das Thema Stiftungen spielt eine Rolle. Die Bank bietet ihren Kunden unter anderem Beratung und Lösungen im Bereich Zustiftungen an. Ergänzt wird das Angebot durch exklusive Serviceleistungen wie Concierge-Dienste über die ExclusiveCard Plus. Für Kunden soll sich die höhere Betreuungsintensität zudem im direkten Kontakt mit den Beratern bemerkbar machen. Vorgesehen sind ein exklusiver Servicebereich, VIP-Routing sowie direkte Durchwahlen zu den jeweiligen Ansprechpartnern. Dadurch sollen sich laut Bank schnellere Reaktions- und Umsetzungszeiten ergeben.
Mit dem Einstieg ins eigene Private Banking verfolgt die Evangelische Bank nicht nur das Ziel, bestehende Kunden stärker zu binden. Das Institut sieht zugleich Wachstumspotenzial in einem Markt, in dem vermögende Privatkunden häufig mehrere Bankverbindungen unterhalten. Durch die Spezialisierung und die intensivere persönliche Betreuung will die EB ihre Position bei bestehenden Kunden ausbauen und zusätzliche Vermögende gewinnen. Ziel ist es, von einer weiteren Bankverbindung zur Hauptbank der Kunden zu werden. Damit setzt die Evangelische Bank auf ein Geschäftsmodell, bei dem nicht allein die Geldanlage, sondern die langfristige Beziehung zum Kunden im Mittelpunkt steht. Gerade bei komplexen Vermögensverhältnissen können Themen wie Nachfolgeplanung, Vermögensübertragung und langfristige Finanzplanung an Bedeutung gewinnen.
Das neue Private Banking knüpft zugleich an die Positionierung der Evangelischen Bank als werteorientiertes Institut mit christlichen Wurzeln an. Die Bank arbeitet traditionell mit Kunden aus Kirche und Diakonie sowie der Gesundheits- und Sozialwirtschaft zusammen. Nach eigenen Angaben verfügt die Evangelische Bank über eine Bilanzsumme von 8,83 Milliarden Euro und zählt damit zu den größeren Kirchenbanken und Genossenschaftsinstituten in Deutschland. Im Kerngeschäft finanziert sie unter anderem Projekte in den Bereichen Gesundheit, Altenpflege, Jugend- und Behindertenhilfe, Bildung und bezahlbarer Wohnraum. Auch bei den Kapitalanlagen spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Die Bank richtet ihr unternehmerisches Handeln nach den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen und den EMASplus-Kriterien aus.
Zum Start des neuen Geschäftsbereichs präsentiert die Evangelische Bank zugleich einen eigenständigen Marktauftritt. Eine neue Website soll das Private Banking mit hochwertigen Inhalten und einer eigenständigen Gestaltung positionieren. Die verwendeten Akzentfarben Petrol und Gold sollen dabei den exklusiveren Charakter des Angebots unterstreichen. (jk)
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