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Finanzprofis nehmen Nachhaltigkeit zunehmend ernst

Die Bedeutung nachhaltigen Investierens nimmt bei nahezu allen Investment Professionals in Deutschland zu. Gleichzeitig fordern die Profis, dass die Entscheidungsfreiheit der Anleger nicht eingeschränkt werden sollte.

09.10.2019 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Die EU-Kommission hat sich auf die Fahnen geschrieben, mithilfe tiefgreifender regulatorischer Initiativen nachhaltiges Investieren in der Europäischen Union zu fördern. Die Geldströme sollen in grüne Investments umgelenkt werden. Als wirkungsvollen Hebel dafür will die EU Finanzberater in die Pflicht nehmen, ihren Kunden mehr nachhaltige Anlagen zu empfehlen. Ein Effekt dieser Initiative ist bereits deutlich sichtbar: Die Emittenten von Finanzprodukten erweitern ihre Palette um ausdrücklich nachhaltige Fonds – oder sie stellen gar ihr komplettes Produktangebot um. 

Da stellt sich die Frage: Handelt die Finanzgemeinde aus Überzeugung? Oder beugt sie sich nur dem regulatorischen Druck aus Brüssel? Um diese Frage zu klären, hat die DVFA Kommission Sustainable Investing (SI) deutschlandweit Investment Professionals befragt, um die herrschende Stimmung zur Thematik nachhaltigen Investierens zu erfassen und deren Meinungen zu verschiedenen Aspekten zu bündeln. Die Ergebnisse lassen aufhorchen:

Zunächst einmal belegen die Ergebnisse der Umfrage die zunehmende Bedeutung nachhaltigen Investierens. So nehmen 98,1 Prozent der befragten Investment Professionals in ihrem beruflichen Umfeld eine zunehmende Relevanz des Themas wahr. Zudem bestätigt die Mehrheit der Investment Professionals (58,8 Prozent), dass ihre Kunden verstärkt nach nachhaltigen Anlagen fragen. Immerhin 31,4 Prozent antworteten mit „manchmal“ und lediglich 9,8 Prozent verneinten dies.

Rendite und Nachhaltigkeit kein Widerspruch

Zudem teilen 37,5 Prozent der Befragten die Auffassung, dass die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien den wirtschaftlichen Erfolg und den finanziellen Ertrag von Investitionen nicht beeinträchtigt. 16,3 Prozent waren der gegenteiligen Ansicht, 46,2 Prozent antworteten mit „fallweise“.

Noch deutlicher war die Reaktion auf die Behauptung, dass ESG-Faktoren bei Investmententscheidungen stärker berücksichtigt würden. Hier stimmten 68,6 Prozent zu, 25,5 Prozent antworteten mit „manchmal“, und nur 5,9 Prozent verneinten.

Zudem zeigt die Befragung, in welchen Assetklassen ESG-Kriterien bereits berücksichtigt werden. Das Ergebnis: Aktien (34,7 Prozent), Anleihen (28,7 Prozent), Immobilien (14,9 Prozent), Infrastruktur (12,3 Prozent), Rohstoffe (7,5 Prozent) und Hedgefonds (1,9 Prozent).

Auf die Frage, ob es richtig sei, Institutionelle Investoren und Asset Manager dazu zu verpflichten, gegenüber ihren Endanlegern transparent über die Berücksichtigung von ESG-Faktoren bei der Auswahl ihrer Anlagen zu berichten, antworten 61,5 Prozent mit ja, 21,2 mit „fallweise“, und 17,3 Prozent mit nein. Darüber hinaus halten es 46,2 Prozent der Befragten für richtig, das Finanzsystem so zu reformieren, dass privates Kapital in nachhaltiges Wirtschaften umgelenkt wird und das Finanzsystem so Teil der Lösung für eine umweltverträglichere und nachhaltigere Wirtschaft wird. 37,5 antworteten mit „fallweise“, 16,3 Prozent lehnten das ab.

Forderung nach Nachhaltigkeit ohne Zwang

Zwar sind die meisten Finanzprofis davon überzeugt, dass nachhaltiges Investieren sinnvoll ist. Doch sie wollen ihre Kunden nicht bevormundet wissen: 81,7 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass die Anwendung der EU-Taxonomie die grundsätzliche Entscheidungsfreiheit des Anlegers nicht einschränken dürfe. Ebenso müsse eine EU-weit harmonisierte Taxonomie nach Ansicht von 53,8 Prozent der Investment Professionals die Vielfalt von Ansätzen berücksichtigen. Andere Nachhaltigkeitsauslegungen müssten möglich bleiben.

Ebenso sollte nach Ansicht von 68,3 Prozent der Befragten die Klassifizierung nicht dazu führen, dass ganze Wirtschaftsbranchen, Unternehmen oder einzelne Wertschöpfungsglieder pauschal als nicht nachhaltig eingestuft werden, wenn Teile der Wertschöpfungs- oder Lieferkette nicht der Nachhaltigkeitsdefinition entsprechen. Ferner betrachten 69,2 Prozent es als unbedingt notwendig, dass Unternehmen, Projektentwickler und weitere Stakeholder entsprechende Daten gemäß der Taxonomie bereitstellen, damit Investoren ihre Anlageobjekte nach der EU-Taxonomie beurteilen und darüber berichten können. Nur 6,7 Prozent halten das für verzichtbar.

Ein Weg mit Hindernissen

Befragt, wo sie Hindernisse auf dem Weg zu einer nachhaltigen Ausrichtung der Finanzindustrie sehen, antworten die Investment Professionals:

  • Mangel an einheitlichen Standards und Definitionen (76,2 Prozent)
  • Fehlende Integration in herkömmlichen Analyse- und Bewertungsmodelle (60,6 Prozent)
  • Wissens- und Erfahrungsdefizit vieler Akteure in der Finanzindustrie (59,6 Prozent)
  • Übermäßig viele Initiativen, die zu Verwirrung führen (51,9 Prozent)
  • Ungenügende Unternehmensberichterstattung zu Nachhaltigkeitskriterien, die Auswirkung auf Geschäftsmodelle / Finanzkennzahlen haben (47,1 Prozent)
  • Mangelnde Vertrautheit vieler Vorstände und Aufsichtsräte mit Nachhaltigkeitsanforderungen (46,2 Prozent)

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