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Achtung, Greenwashing: So dreckig sind nachhaltige Fonds wirklich!

Die Organisation „Finanzwende“ hat sich mehr als 300 in Deutschland zugelassene nachhaltige Fonds genauer angeschaut. Ergebnis: Sie investieren erschreckend viel Geld in Öl, Kohle, Autos und fragwürdige Konzerne.

01.12.2021 | 13:30 Uhr von «Andreas Höß»

Nachhaltige Fonds sind der Verkaufsschlager schlechthin am Fondsmarkt. Mittlerweile sind rund die Hälfte der neu verkauften Fonds und ETFs in Europa sogenannte ESG-Produkte, die ökologische und soziale Kriterien sowie gute Unternehmensführung bei der Aktienauswahl beachten. Doch wie wichtig sind Umwelt und Gesellschaft diesen Fonds wirklich? Dieser Frage ist die Non-Profit-Organisation „Finanzwende“ in einer umfangreichen Studie  auf den Grund gegangen.

Die Antwort: ESG-Fonds sind in der Summe viel dreckiger als die vollmundigen Versprechen der Fonds- und ETF-Anbieter vermuten lassen – und wie es sich viele Kunden, die mit gutem Gewissen anlegen wollen, wohl wünschen würden.

So finden sich in diversen ESG-Portfolios die Aktien von Ölmultis wie Shell, Exxon, BP, Chevron oder Total, deren Geschäfte maßgeblich mit für den Klimawandel verantwortlich sind. Auch Rohstoffkonzerne wie Rio Tinto, BHP oder Vale finden sich vereinzelt in den Portfolios.

Ihre Minen verursachen teils schwere Umweltschäden, allein Rio Tinto stieß im Jahr 2020 zudem ein Viertel der Treibhausgase aus, die ganz Süd- und Mittelamerika verursachte. Mit Johnson & Johnson ist zudem eine Pharmafirma in vielen Fonds, die durch den systematischen Vertrieb spezieller Schmerzmittel mit für die Opioidkrise  in den USA verantwortlich gemacht wird.

Ein absolutes Nogo im Umweltbereich

Neben diesen Funden zeigen aggregierte Daten, dass die Fonds umgekehrt auch nachhaltige Geschäftsmodelle kaum bevorzugen: Von den rund 100 Milliarden Euro, die insgesamt in den 314 Produkten stecken, sind laut Finanzwende offenbar nur etwas mehr als 800 Millionen Euro in Aktien aus dem Bereich Erneuerbare Energien investiert.

Zum Vergleich: Mit knapp zwei Milliarden Euro haben die grünen Fonds fast das Doppelte in Öl- und Gaskonzerne angelegt, rund 100 Millionen Euro stecken zudem in Kohleinvestments – eigentlich ein absolutes Nogo im Umweltbereich.

Ganz ähnlich ist die Bilanz bei den Aktien aus dem Transportbereich in den ESG-Produkten. Von 7,5 Milliarden an in dieser Branche investiertem Kapital stecken rund fünf Milliarden in Autobauern und Autozulieferern, nur ein Bruchteil davon kann spezialisierten E-Autobauern zugerechnet werden.

Mit 2,5 Milliarden ist dagegen nur knapp halb so viel in Titel aus dem Bereich öffentlicher Verkehr angelegt, wobei dort sogar noch fast eine halbe Milliarde Aktien von Fluglinien und Flugzeugbauern zuzurechnen ist. Und auch die Lieblingsaktien der ESG-Fonds sind fragwürdig.

Diese haben zum Beispiel in die Aktie von Amazon insgesamt 563 Millionen Euro investiert. Dem Konzern, der Pakete rund um die Welt verschickt und auch wegen vernichteter Retouren in der Kritik steht, werfen Gewerkschaften und Mitarbeiter immer wieder unmenschliche Arbeitsbedingungen, schlechte Bezahlung sowie systematische Ausbeutung und Überwachung vor.

„Ein vernichtendes Zeugnis"

Entsprechend ernüchternd fällt das Fazit der Autoren aus: Die Studie sei „ein vernichtendes Zeugnis für den Boom grüner Geldanlagen. Vermeintlich nachhaltiges Geld wird kaum anders angelegt als konventionelles.“

Weder seien besonders problematische Sektoren dort konsequent ausgeschlossen, noch sei ein Schwerpunkt auf besonders gute Unternehmen klar erkennbar. Um Greenwashing einzudämmen, fordert „Finanzwende“ deshalb ein einheitliches Label für nachhaltige Geldanlagen und strenge europäische Definitionen für nachhaltige Fonds.

Das insgesamt schlechte Abschneiden der Branche bedeutet allerdings nicht, dass alle nachhaltigen Produkte durch die Bank Mogelpackungen sind. Wer in einen nachhaltigen Fonds investieren will, sollte sich im Vorfeld aber gut informieren, die Produktbeschreibung sogfältig lesen und genau in das Portfolio des Fonds blicken.

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