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Verdeckte Kosten: Real TER, All-in-Fee und Vergütungsrichtlinien

Klare und faire Kosten fordert PGGM.

Disput um Gebühren im Asset-Management: FundResearch stellt drei Beispiele vor, die hohen Transaktionskosten und unklaren performanceabhängigen Zahlungen den Kampf ansagen.

19.08.2015 | 10:33 Uhr von «Teresa Laukötter»

Im April dieses Jahres bemängelte Hartmut Petersmann, Gründer des Petersmann Instituts, dass die Total Expense Ratio (TER) nicht alle Kosten eines Fonds widerspiegele. Ein Fonds könne für Anleger viel teurer werden als gedacht. Petersmann schlug damals vor, Anlegern eine „All-in-Fee“ in Rechnung zu stellen: Umso größer das angelegte Volumen, desto niedriger die Gesamtkostenbelastung. „Ich würde mir wünschen, dass einer anfängt“, so sein Appell damals. 

Pensionsfonds: Klare, transparente und faire Kosten gefordert

Eine ähnliche Beobachtung macht nun der niederländische Treuhänder PGGM, der 187 Milliarden Euro für seine Kunden verwaltet: Für ihn ist klar, dass die Interessen von Pensionsfonds und externen Asset-Managern vereint werden müssen – im Sinne der Pensionsfonds und ihrer Geldgeber. Als Antwort auf die gängige Praxis haben die Niederländer neue Richtlinien für angemessene Vergütungsstrukturen entwickelt. Ruulke Bagijn hat diese Anfang August vorgestellt. Zu ihren Vorschlägen gehört Transparenz bei Bezahlung und Gebühren. Eine performanceabhängige Vergütung sei nur für den Fall hinnehmbar, dass eine zuvor vereinbarte überdurchschnittliche Performance tatsächlich erreicht oder übertroffen wurde. Zudem soll eine Basisvergütung nur die operativen Kosten des Asset-Managers abdecken. 

Die veröffentlichten neuen Richtlinien würden dafür sorgen, dass Asset-Manager eine langfristige, sozialverträgliche und nachhaltige Perspektive einnehmen. Zudem vereinfachten die Richtlinien die Kostenstrukturen. So soll auch der Aufsichtsrat keine variable Vergütung mehr erhalten. Mit Ausdauer und Willen, da sind sich die Niederländer sicher, lassen sich die Vorschläge langfristig stückweise umsetzen. Unerwünschte Praktiken müssten jedoch auch veröffentlicht und publik gemacht werden. Aus diesem Grund, so PGGM, sei man auf der Suche nach Gleichgesinnten. 

Sabri Ergin, Gründer der Ergin Finanzberatung, kennt diese Probleme ebenfalls. Er erstellt seinen Kunden aus Transparenzgründen eine Real TER. „In der Total Expense Ratio werden Gebühren wie die Transaktionsgebühr oder die Performance Fee nicht mit einbezogen. Wenn Sie sich nicht auskennen, kaufen Sie die Katze im Sack“, begründet er seine Entscheidung. Seine Idee war daher, Anlegern eine Ratio auszustellen, die tatsächlich alle Gebühren enthält. Auf diese Weise will er verhindern, dass Gesellschaften ihre Fonds optisch aufpolieren.

(TL)

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