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Thomas Romig: Täglich aufs Neue motiviert

Der Manager des Mischfonds Assenagon Multi Asset Conservative hat im laufenden Jahr Ein- und Ausstiegspunkt im Aktienteil optimal erwischt. Im Rentenbereich geht er kalkuliert ins Risiko und erzielt auch da hohe Renditen.

09.09.2020 | 10:00 Uhr von «Jörg Billina»

Herr Romig, die Weltwirtschaft schrumpft deutlich, die Aktienkurse steigen dennoch. Wie erklären Sie das?

Thomas Romig: Die Marktteilnehmer gehen von einem nur temporären wirtschaftlichen Abschwung aus, der nicht länger als 18 Monate anhalten sollte. Vor allem aber ist viel Geld vorhanden sein, das nach Anlagemöglichkeiten sucht. Attraktive Alternativen im Zinsbereich gibt es zudem kaum. Der steigenden Nachfrage nach Wertpapieren steht - trotz einer Reihe von Börsengänge - ein relativ gleichbleibendes Angebot gegenüber.

Die schwache globale Konjunktur begrenzt die Umsatz- und Gewinnentwicklung der Unternehmen. Das stört Investoren nicht?

Die Zahlen spielen momentan eine geringere Rolle in der Investorenwahrnehmung. Die Unternehmen dürfen nur nicht massiv enttäuschen.

Hält der Kursaufschwung an?

Bis zum Jahresende und möglicherweise darüber hinaus, sollte der positive Trend anhalten. Die aus fiskalpolitischen Maßnahmen und Anleihekäufen resultierende Geldschwemme muss erst einmal verarbeitet werden. Wir denken nicht, dass  Notenbanken und Regierungen so ihre konjunkturstützenden Maßnahmen zurückfahren werden. Solange die Politik aktiv stützend eingreift, müssen sich Investoren weniger Sorgen machen.

Ist es vorstellbar, dass die EZB  und die US-Notenbank Aktien kaufen werden?

Ausschließen will ich das nicht. Vor ein paar Jahren konnte man sich die Anleihekäufe, die zur einer massiven Ausweitung der Bilanzen der Notenbanken geführt haben, auch nicht vorstellen.

Ihr Fonds kann maximal bis zu 40 Prozent der Mittel physisch in Aktien investieren. Wie hoch fällt der Anteil aktuell aus?

Wir sind derzeit mit nahe 40 Prozent investiert. Wir sind jedoch jederzeit in der Lage, die Quote flexibel auf ein verändertes Marktumfeld anzupassen.

Wie etwa  im Februar. Corona hatte da die Märkte noch nicht infiziert. Was hat Sie trotzdem veranlasst, Aktien abzubauen?

Wir treffen unsere Entscheidungen anhand einer Reihe von Indikatoren wie etwa dem makroökonomischen Umfeld oder der Positionierung großer Investmenthäuser. Zum damaligen Zeitpunkt erkannten wir nicht mehr allzu viel Aufwärtspotenzial. Zudem schlossen wir ein Überspringen der negativen Börsenentwicklung in China auf andere Märkte nicht aus. Dank der Entscheidung die Aktienposition abzubauen, haben wir im Vergleich zu anderen Mischfonds das Kapital unserer Investoren deutlich besser schützen können.

Die Indikatoren haben Ihnen auch den richtigen Zeitpunkt zum Wiedereinstieg angezeigt. Gab es einen weiteren Grund?

Die Fed erklärte am 23. März ihre Bereitschaft zu einer unbegrenzten quantitativen Lockerung. Die Marktteilnehmer reagierten darauf erst mit Verspätung. Wir haben sowohl den Ausstiegs- als auch den Einstiegspunkt in diesem Jahr sehr gut getroffen. Mit einem Plus von acht Prozent seit Jahresanfang übertreffen wir vergleichbare Fonds um zehn Prozentpunkte.

Der Fonds bedarf einer globalen Krise, um gut abzuschneiden?

Nein, wir lagen auch 2019 mit neun Prozent in unserer konservativen Strategie sehr weit vorn im Wettbewerbsvergleich.

Welche geografischen Schwerpunkte setzt der Fonds im Aktienbereich?

Wir haben Europa derzeit mit elf, die USA mit rund zehn Prozent gewichtet. Auf Schwellenländer entfallen 3,4 Prozent der Mittel. Wir investieren jedoch aktuell nicht in Einzelwerte, sondern setzen auf aktiv gemanagte Fonds wie etwa den Berenberg Europe Micro Cap oder Derivate wie  den S&P 500 Future. Im Vergleich zu Fonds, die in Einzelwerte investieren, können wir uns in Krisenzeiten damit stärker auf die wesentlichen Veränderungen im „großen Bild“ konzentrieren.

Wie sind Sie im Fixed-Income-Bereich aufgestellt?

Wir suchen hier nach Nischenthemen und haben uns unter anderem in US-Pfandbriefen engagiert. Diese sind im Vergleich zu deutschen Papieren nicht so sicher und werfen daher auch mehr ab. Um im Anleihebereich Rendite zu erzielen, gehen wir kontrolliert ein etwas höheres Risiko ein und investieren selektiv bspw. in High-Yield-Bonds. Wie im Aktienbereich setzten wir auch im Anleiheteil überwiegend auf Fonds oder ETFs. An Einzelposition halten wir lediglich italienische Staatsanleihen oder US-Treasuries. Der Anleiheanteil hat rund 40 Prozent, der Aktienanteil 60 Prozent zur Performance beigesteuert.

Sie legen das Geld der Anleger auch in alternative Investments an. Was zählt dazu?

Wir verstehen darunter Strategien, die weniger direkt von den Entwicklungen an den Kapitalmärkten betroffen sind, wie etwa Long-Short-Equity-Strategien. Darüber hinaus investieren wir auch in Asset Backed Securites, also in forderungsbesicherte Wertpapiere..

Sehen Sie einen weiteren Grund für das gute Abschneiden des Fonds?

Wir möchten unseren Anlegern mit unserer Strategie einen Baustein für ihren langfristigen Vermögensaufbau liefern. Die Erzielung überdurchschnittlicher Erträge bei gleichzeitiger Kontrolle des Risikos ist die Herausforderung, der wir uns jeden Tag aufs Neue stellen und die uns antreibt und motiviert. 


Zur Person   

Thomas Romig ist Head of Multi Asset der Investmentgesellschaft Assenagon und managt den Mischfonds Assenagon Multi Asset Conservative. Zuvor war er ebenfalls als Leiter Multi Asset Management für Union Investment und Allianz Global Investors tätig. Romig studierte Betriebswirtschaft in Nürnberg.

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