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„Niedrige Zinsen erfordern neues Risikomanagement“

Steeve Brument, Head of Quantitative Multi-Asset Strategies, Candriam

In der Vergangenheit verließen sich die Manager diversifizierter Portfolios darauf, dass Staatsanleihen die Auswirkungen abmildern, wenn Aktienmärkte korrigieren. Jetzt aber investieren sie in einem Umfeld niedrigster Zinsen – daher sind Alternativen gefragt. TiAM FundResearch im Interview mit Steeve Brument von Candriam.

28.04.2021 | 07:30 Uhr von «Alfons Niederländer»

TiAM FundResearch: Haben Anleihestrategien als Risiko­balancierer ausgedient?

Steeve Brument: So weit würde ich nicht gehen, auch wenn Staatsanleihen hier eine besondere Rolle spielten. Waren die Aktien­märkte bullish, bekamen Anleger eine positive Carry in Form des Kupons und der Kurssteigerungen. Haben Aktien korrigiert, lieferten Anleihen eine gute Performance. Anleger haben einfach Aktien in Anleihen umgeschichtet, was in Stress­situationen zu steigenden Anleihekursen führte. Das hat das Risiko ausbalanciert. Diese Rolle haben Anleihen auch 2020 noch gespielt, aber eben in einem deutlich geringerem Ausmaß. Allgemein kann man sagen, dass die Macht von Staatsanleihen, Risiko zu mildern, abnimmt, wenn die Zinssätze unter zwei Prozent fallen.

Was nutzen Sie stattdessen?

Es gibt mehrere Alternativen, die sich anbieten. CTAs sind aus unserer Sicht aber am besten geeignet.

Sie sprechen jetzt von Commodity Trading Advisors?

Genau richtig. CTAs sind als Trendfolger bekannt. Die Strategie gibt es seit 40 Jahren und ist in der Praxis erprobt. Mit ihrem Long-Short-Ansatz ermöglichen CTAs es Anlegern, sowohl von Aufwärtstrends als auch von Abwärtstrends zu profitieren. Auch große Bewegungen können von dieser Trendfolgestrategie eingefangen werden. Für CTAs sind große Marktbewegungen also eine Chance, keine Gefahr. Wir können positive Ergebnisse erwarten, wenn es starke Trends gibt.

Worauf kommt es bei CTAs an?

Auf Flexibilität und Schnelligkeit.

Neue Trends entdecken wir kurzfristig und entwickeln Modelle, die sich schnell an sich ändernde Märkte anpassen. So können wir unser Exposure flexibel an das jeweilige Risikoniveau im Markt angleichen. Damit keine zusätzlichen Kosten entstehen, ist für uns die Liquidität der Underlyings entscheidend, in die wir investieren.

Sind CTAs etwas für alle Investoren?

Grundsätzlich eignen sie sich für jeden, der in risikoreicheren Anlageformen wie Aktien, aber auch High Yield investiert ist. Allerdings sollte man sich mit ihrer Funktionsweise vertraut machen, bevor man sie nutzt. Wie andere Trendfolger kennen auch CTAs Phasen, in denen es gegen sie läuft.

Welche Alternativen für die Risikobalancierung gibt es?

Als Alternative zu CTAs kommen insbesondere Global-Macro- und Risk-Premia-Strategien infrage. Auch sie folgen einem quantitativen, systematischen Ansatz und können Alpha liefern, wenn die Märkte unter Druck stehen. Alle bisher aufgeführten Strategien haben aber noch Korrelationen zum breiten Markt. Neutrale Aktienmarktstrategien können dieses Exposure neutralisieren und unkorrelierte Erträge liefern.

Können Investoren die genannten Strategien kombinieren?

Das ist natürlich möglich. Nehmen Sie etwa die Pensionskasse CalPERS. Im Fonds der Kalifornier macht die Risikobalancierung zehn Prozent des Portfolios aus. Davon entfallen 45 Prozent auf Trendfolger, 40 Prozent auf Long-Duration- bei US-Staatsanleihen, zehn Prozent auf Global-Macro- und fünf Prozent auf systematische Risk-Premia-Strategien.

Vita

Steeve Brument - Multi-Asset Strategies, Candriam

Als Head of Quantitative Multi-Asset Strategies verantwortet Brument die Systematic und Global Macro Funds von Candriam. Er startete seine berufliche Laufbahn 1997 bei Merrill Lynch.

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