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„Keine Trendwende bei Gold“

Herwig Weise, Vermögensverwaltung Mack & Weise: „Wir befinden uns einem Super-Verschuldungszyklus“, sagt Weise. Dieser birgt die Gefahr von Inflation und kann Finanzkrisen auslösen. Dagegen hat sich das Edelmetall als Schutz bewährt.

30.07.2020 | 10:10 Uhr von «Jörg Billina »

Herr Weise, um die Corona-Folgen abzufedern, haben Notenbanken und Regierungen zusammen Rettungspakete von über zehn Billionen Dollar geschnürt. Die EU hat sich zuletzt auf einen Wiederaufbaufonds in Höhe von 750 Milliarden Euro geeinigt. Sowohl die Aktien- als auch die Anleihemärkte haben darauf mit Erleichterung reagiert. Zu Recht?

Herwig Weise: Wir sehen die maßgeblich durch geldpolitische Interventionen erzeugten Marktbewegungen äußerst kritisch. Nie zuvor haben sich sowohl die Aktien- als auch Anleihemärkte so stark von der realen Wirtschaft und der Verschuldungsproblematik entkoppelt wie heute. Das ganze Ausmaß der Schäden, die die Shutdown-Maßnahmen in den Volkswirtschaften angerichtet haben, wird erst in den kommenden Monaten sichtbar ­werden.

Die geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen bewirken keine rasche Erholung?

Nein. Diese Maßnahmen federn den Abschwung nur etwas ab. Die Folgen für die Volkswirtschaften werden dann klar zutage treten, wenn die Staaten ihre gigan­tischen fiskalpolitischen Programme ­zurückfahren müssen.

Droht den Aktienmärkten eine baldige ­Korrektur?

Die Risiken an den Aktienmärkten halten wir aktuell für extrem hoch. Die stark inflationäre Geldpolitik kann allerdings zu einer Flucht aus Geldvermögen in Aktien führen, ohne Rücksicht auf fundamentale Bewertungen. Am Ende sind aufgrund der sich stetig verstärkenden Geldentwertung sogar Entwicklungen wie in Argentinien oder Venezuela denkbar.

Wie hätten sich die Börsen entwickelt, wenn staatliche Unterstützungsmaßnahmen und Interventionen der Notenbanken ausgeblieben wären?

Die fraglos schwerste Weltwirtschaftskrise seit den 1920er-Jahren hätte ohne
die bis dato weltweit aufgebrachten fis­kalischen und monetären Hilfen all jene Probleme schlagartig aufgedeckt, die die Notenbanken und Regierungen seit der letzten Finanzkrise mit immer größeren Gelddruckprogrammen und sich stetig verstärkenden Marktinterventionen zu übertünchen versuchen.

Die Verbindlichkeiten von Ländern, Unternehmen und Konsumenten weltweit ­werden auf 258 Billionen Dollar beziffert. Das entspricht 331 Prozent der jährlichen ­globalen Wirtschaftsleistung. Wird der Schuldenberg noch größer?

Zur Zeit wird ja die Frage, ob es Verschuldungsgrenzen gibt, von den wenigsten Ökonomen problematisiert, und eine freiwillige Abkehr von der Wachstum-durch- Verschuldungsdoktrin ist ja nirgends erkennbar. Wir denken auch, dass der Point of no return längst überschritten ist, und die Notenbanken alles unternehmen werden, um dem im Jahr 1971 gestarteten Super-Verschuldungszyklus per Druckerpressenpolitik weiter Zeit zu kaufen. Diese Politik hat historisch betrachtet am Ende immer zu schweren Verwerfungen in den betroffenen Währungssystemen geführt.

Der M & W Privat investiert in Edelmetalle beziehungsweise in die Aktien von Minenunternehmen. Ist Gold der einzige Schutz gegen Marktverwerfungen?

Historisch gesehen hat sich das Geld­metall als der beste Schutz gegen Finanzmarktkrisen und Währungsturbulenzen erwiesen.

Sind die Investoren mit der Ausrichtung des M & W Privat einverstanden?

Ja. Unsere konsequente Fokussierung auf die Geldmetalle Gold und Silber und den Gold-Silberminensektor seit der Dotcom-Blase 2001 und insbesondere seit der Finanzkrise 2008 ist der Grund, warum ­Anleger bei uns investieren.

Der Goldpreis ist innerhalb eines Jahres um 30 Prozent gestiegen und notiert aktuell bei 1890 Dollar. Hält Ihrer Meinung nach der Trend an?

Ja, aber natürlich mit Schwankungen. Mit Blick auf die inflatorische Geldpolitik, Null- und Negativzinsen bei deutlich ­sinkenden Bonitäten und der für die nächsten Jahre zu erwartenden negativen Realzinsen sehen wir weiterhin deutlich steigende Kurse, insbesondere auch bei Silber. Ob wir aber den von der Bank of America im April prognostizierten Anstieg auf 3000 Dollar schon binnen 18 Monaten sehen werden, bleibt abzuwarten.

Was treibt den Goldpreis stärker – die Nachfrage seitens der Schmuckindustrie oder die der Anleger?

Das sind klar die Investoren, inklusive ­vieler Notenbanken, die selbst Gold als Versicherung gegen die unseriöse Geldpolitik ihrer Kollegen kaufen.

Die Aktienkurse von Minenunternehmen ziehen an, wenn der Goldpreis steigt?

Richtig. Wenn sich die Abbaukosten nicht erhöhen, hebelt ein steigender Goldpreis die Gewinnmargen der Unternehmen, was zu steigenden Kursnotierungen führ

Welche Minenunternehmen sind für den M & W Privat interessant?

Wir sind aktuell in den größeren und liquiden Aktien investiert, die bevorzugt in guten Jurisdiktionen beheimatet sind.
Werden Sie die aktuelle Anlagestrategie des M & WPrivat noch längere Zeit ­verfolgen?

Solange wir keine Trendumkehr in der Geldpolitik und Verschuldung erkennen, bleiben Geldmetalle und Edelmetallminen-Aktien unser Schwerpunkt.


Vita

Herwig Weise
Herwig Weise
Herwig Weise gündete 1989 zusammen mit Martin Mack die Vermögensverwaltung Mack & Weise

Herwig Weise gündete 1989 zusammen mit Martin Mack die Vermögensverwaltung Mack & Weise. Die beiden managen den M & W Capital sowie den M & W Privat. Die Fonds spiegeln ihre kritische Haltung gegenüber der lockeren Geldpolitik der Notenbanken wider.

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