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Bild: Albrecht Fietz auf Pixabay
Fondsbranche

Börsianer mit schwäbischer Bodenständigkeit

Discover Capital sucht Aktien abseits der ausgetretenen Pfade. Ihre Fonds enthalten daher nur Titel, die in anderen Portfolios selten zu finden sind. Zudem bietet der Augsburger Fondsberater anderen Boutiquen eine Vertriebs- und Marketingplattform für ihre Fonds.

14.11.2022 | 12:10 Uhr von «Jörn Kränicke»

Die Adresse der Augsburger Discover Capital ist geschichtsträchtig. Ihr Firmensitz befindet sich in der im Jahr 1911 im Spätjugendstil erbauten Silbermann-Villa im Silbermann-Park. Auf dem angrenzenden Areal stand bis Mitte der 1970er-Jahre die von Franz Baptist Silbermann gegründete Chemiefabrik. Silbermanns Freund Rudolf Diesel nutzte gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Park der Villa für Ruhe und Inspiration für seine Erfindungen. Auch Stephan Hornung nutzt gern das Grün hinter der Villa, um seine Gedanken zu ordnen, wenn die Märkte heftige Kapriolen schlagen. Mit dabei sind dann meist Fritzie, ein Deutsch-Kurzhaar, und die Weimaranerin Kira. Die beiden Hündinnen sind Hornungs Ruheanker in turbulenten Zeiten.

Seine Leidenschaft für die Börse hat Hornung bereits während seines BWL-Studiums entdeckt. So organisierte er für das Börsenforum Augsburg zusammen mit Christian Struck verschiedene Veranstaltungen unter anderem mit André Kostolany und Jens Ehrhardt. Im Souterrain des Firmensitzes zeugt noch heute ein Konterfei Kostolanys von diesen Zeiten. Dort bekommt man auch einen Hinweis darauf, warum die Fonds von Discover Capital unter dem Label „SQUAD“ firmieren: An der Wand hängt ein Plakat des Spielfilms „Mod Squad – Cops auf Zeit“ von 1999, der von „Squad – a small group of specialists“ handelt.

„Das trifft genau auf uns zu – wir sind ein kleines Team und haben uns spezialisiert“, erklärt Hornung, der zusammen mit seinem Studien- und Börsenforum Freund Struck im Frühjahr 2004 die Discover Capital GmbH gründete. Zu Spezialisten reiften Hornung und Struck bei DJE Kapital, wo sich auch ihre Investment-DNA verfestigte. Ähnlich wie Börsenaltmeister Jens Ehrhardt verfolgen die beiden Schwaben eine Value-orientierte Nebenwerte-Stockpicking-Strategie, die auf der Lehre von Benjamin Graham fußt.

„Über die Veranstaltungen des Börsenforums bekamen wir einen guten Draht zu Jens Ehrhardt, und so habe ich dort die Möglichkeit bekommen, als Werkstudent zu arbeiten, und ein Jahr später fing dann auch Christian Struck dort an. Anfang 1999 habe ich dann bei DJE und dem Family Office Capital Management Wolpers, das in demselben Gebäude wie DJE war, meine Investmentkarriere begonnen“, beschreibt Hornung seinen Werdegang.

Bei DJE Kapital in der Lehre

Er hat bei dem in Pullach bei München ansässigen Fondshaus alle Stationen durchlaufen, von der Aktienanalyse über Aktien- und Dachfondsmanagement bis hin zum Vertrieb. „Am Schluss habe ich einen Dachfonds gemanagt. Aber mein Herz schlug immer stark für Aktien, und ich wollte zurück ins Aktienfondsmanagement. Daher haben Christian und ich 2004 den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt.“

Das Startkapital hat sich Hornung während des Studiums an der Börse verdient. Das entscheidende Investment war Distefora, ein Wert aus dem Neuen Markt, der aus dem Firmenmantel der aufgelösten Berner Interdiscount-Holding entstand, die Verlagserbe Alexander Falk 1997 übernahm. „Die Aktie war deutlich unterbewertet und hielt zudem drei zukunftsträchtige Beteiligungen rund ums Internet. Ich habe die Aktie für 20 Schweizer Franken gekauft, und nach etwas über einem Jahr stand sie bei 1000 Franken“, erzählt Hornung.

Nach dem Platzen der Dotcom-Bubble hatte das Duo wiederum so viele günstige und gute Aktien auf dem Radar, dass sie unbedingt einen eigenen Fonds starten wollten – fürs eigene Geld und das der Kunden. „Das Frühjahr 2004 war bei einem DAX-Stand von etwa 4000 Punkten zwar ein sehr schwieriger, aber doch idealer Zeitpunkt für den Start des SQUAD Value Fonds“, so Hornung.

Schwäbische Bodenständigkeit

Der in Augsburg geborene Hornung und der aus Stuttgart stammende Struck verkörpern als Schwaben Bodenständigkeit und ein natürliches Risikobewusstsein. „Unser Ziel war es, nach drei Jahren ein Volumen von 30 bis 50 Millionen Euro zu erreichen. Aber nach sieben Monaten hatten wir schon rund 65 Millionen Euro eingesammelt – und mussten ein Softclosing durchführen“, erinnert sich Hornung. Zu den ersten Investoren gehörte Deutschlands Dachfondspionier Eckhard Sauren. Der Kölner zählt noch immer zu den Adressen der Augsburger.

Zu den Fans der SQUAD-Fonds gehört auch Oliver Morath, der Ex-Vertriebschef des Kölner Asset-Managers Flossbach von Storch, den Hornung kürzlich für sein Unternehmen als neuen Vertriebschef gewinnen konnte. Morath wird sich verstärkt um die Weiterentwicklung der im Jahr 2010 lancierten SQUAD-Plattform kümmern, auf der es inzwischen fünf externe und drei von Discover Capital beratene Fonds gibt.

Inzwischen stapeln sich auf Hornungs Schreibtisch viele Anfragen von Fondsmanagern und -beratern, die gern auf die SQUAD-Plattform wollen. „Wir sehen, dass es in diesem Bereich einen sehr großen Bedarf gibt. Viele Manager von großen Vermögensverwaltern oder Banken wollen sich selbstständig machen. Sie können zwar Fonds managen, aber es hapert bei Vertrieb, Marketing oder Seed Money. Hier können wir mit unserer Expertise ein attraktives Umfeld bieten“, betont Hornung.

Begehrte Fondsplattform

Den SQUAD-Stempel bekommen jedoch nur Fondsberater, von denen die beiden Augsburger vollkommen überzeugt sind. Denn jeder neue Fonds ist für Discover Capital auch ein Risiko. „Jede Strategie, die wir auf die Plattform nehmen, bekommt von uns zwei Millionen Euro Seed Money. Denn schon als Dachfondsmanager bei DJE war eine meiner wichtigsten Fragen an die Fondsmanager, ob sie selbst nennenswert in ihren Fonds investiert sind. Zu 95 Prozent verneinten dies die Manager, was ja letztlich bedeutet, dass sie von ihrer Leistung nicht wirklich überzeugt sind, bedauert Hornung. Daher kann Discover Capital in diesem Bereich auch nicht allzu schnell wachsen, da das Seed Money immer erst verdient werden muss.

Gezielter Ausgleich

Wer bei Discover Capital durch die Büro-flure geht, trifft nicht nur Finanzexperten, sondern auch die Tigerente, die sich dort als Plüschtier oder Schaukelpferd herum-treibt. „2010 haben wir uns zusammen mit Family Offices an der damals hoch verschuldeten Janosch Film & Medien beteiligt, die die Rechte an den Janosch-Figuren besitzt“, erklärt Hornung, der bei dem „inzwischen schuldenfreien“ Unternehmen im Aufsichtsrat sitzt.

Als Ausgleich zum bisweilen nervenaufreibenden Marktgeschehen dient Hornung die Natur. In seinem Büro hängt neben persönlichen Bildern auch ein großes Foto schneebedeckter Berge. Im Winter kann man Hornung oft auf Skitour treffen. Im Sommer ist er gern auf dem Golfplatz oder mit seinen Hunden im Grünen. „Ich lebe die Börse zu 100 Prozent. Die Natur und Zeit mit Freunden und Familie bieten dazu den besten Ausgleich“, berichtet der Investmentexperte.

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