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Garantiefonds: Mehr Sicherheit, weniger Rendite

Viele private Anleger sind nach dem Corona-Crash im März risikoscheu geworden. Für diese Klientel haben die Fondsgesellschaften Garantiefonds erfunden. Allerdings ist Garantie nicht gleich Garantie.

05.05.2020 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Anleger sind nach knapp zwei Monaten Shutdown und reichlich Berg- und Talfahrten an der Börse sichtlich gemürbt. Noch im Februar waren die Investoren hierzulande äußerst zuversichtlich, die Börsenkurse feierten Höchststände. Damit ist es erst einmal vorbei. Nach dem heftigen Corona-Crash im März und dem anschließenden Turnaround herrscht derzeit vor allem Verunsicherung über die weitere Entwicklung der Wirtschaft und der Börse. DAX, EuroStoxx und Dow-Jones-Index verbuchten gestern zum Wochenauftakt jeweils ein fettes Minus. Die Volatilität an den Aktienmärkten ist in den vergangenen Wochen unübersehbar gestiegen. Es besteht nach den Ankündigungen zu mehr Lockerungen zwar mehr Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Wirtschaft. Blendende Zuversicht sieht jedoch anders aus. 

Anleger, die jetzt an den Aktienmarkt zurückehren wollen, das Risiko weiterer Rückschläge jedoch scheuen, sind in diesem Szenario die ideale Zielgruppe für sogenannte Garantiefonds. Die Emittenten dieser Fonds versprechen dem Investor, dass im Fall einer negativen Marktentwicklung zumindest das investierte Kapital wieder ausbezahlt wird oder er einen marktunabhängigen Garantiezins bekommt. Wenn es nach oben geht, ist man also wenigstens ein bisschen dabei, und wenn die Kurse fallen, fängt die Kapitalgarantie das Schlimmste auf. Das ist die Idee. Grundsätzlich. Anleger können dabei aus vier verschiedenen Modellen wählen: 

Variante 1: Kapitalgarantie

Bei Fonds mit Kapitalgarantie werden am Ende der Laufzeit die Anteile mindestens zum Ausgabepreis zurückgezahlt. Die Gesamtlaufzeit ist hier auf einen vorher bestimmten Termin befristet, und der Kauf des jeweiligen Fonds ist oft nur innerhalb einer bestimmten Frist möglich. Selbst wenn die Zeit für den Kauf nicht befristet ist, macht ein Einstieg zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt kaum Sinn. Denn bei Garantiefonds mit Laufzeitende wird im Laufe der Zeit umgeschichtet: Die Fonds starten mit einem relativ hohen Aktienanteil im Portfolio, der nach und nach reduziert und in Anleihen umgeschichtet wird. Beispiel: Der im Juli 2005 aufgelegte Deka Zielfonds 2020-2024 (ISIN DE000DK0A0E9) hat noch eine Restlaufzeit bis zum 30. Juli 2024. Die aktuelle Performance seit Jahresbeginn liegt bei -2,1 Prozent. Das klingt normalerweise nicht berauschend, ist jedoch angesichts der Ereignisse in diesem Jahr für Anleger verschmerzbar. Die Sicherheit hat natürlich ihren Grund und ihren Preis: Der Aktienanteil im Fonds ist mittlerweile auf gerade einmal 1,5 Prozent reduziert. Wer jetzt noch Fondsanteile kauft, erwirbt de facto einen Rentenfonds ohne nennenswertes Wertsteigerungspotenzial. Denn für die letzten vier Jahre der Laufzeit ist keine umfangreiche Umschichtung in Aktien mehr vorgesehen. Stürmen die Aktienmärkte wieder nach oben, schauen Käufer des Fonds in den kommenden vier Jahren der Restlaufzeit dem Treiben mehr oder weniger chancenlos zu.

Variante 2: Fonds mit Discount-Strategien

Solche Fonds ähneln in ihrer Anlagepolitik dem, was Anleger von Discountzertifikaten kennen – mit dem Unterschied, dass Fonds in einem Sondervermögen verwaltet werden. Das Emittentenrisiko, das beim Kauf von Discountzertifikaten besteht, fällt also weg. Das Anlage-Prinzip der Fonds funktioniert so: Der Fondsmanager erwirbt einen zugrunde liegenden Basiswert – also zum Beispiel eine Aktie oder einen Index – mit einem Preisabschlag. Statt etwa einer Aktie, die an der Börse 50 Euro kostet, zahlt er für ein entsprechendes Derivat beispielsweise nur 45 Euro. Am Ende der Laufzeit des Derivats bekommt er den Wert der betreffenden Aktie oder des Index ins Depot gebucht. Die Ersparnis beim Kauf sind dabei ein zusätzlicher Gewinn und gleichzeitig ein Risikopuffer. Steigt der Kurs der Aktie beispielsweise bis zum Laufzeitende des Derivats auf 55 Euro, macht er in diesem Beispiel zehn Euro Gewinn, also deutlich mehr als der Aktionär, der nur fünf Euro Kursgewinn verbuchen kann. Fällt der Kurs der Beispiel-Aktie um fünf Euro, hat der Aktionär ein zehnprozentiges Minus im Depot stehen, während der Inhaber des entsprechenden Discount-Derivats sein Papier verlustfrei verkaufen kann. Der Preis für den kleinen Renditevorsprung auf die kurze Distanz ist eine Begrenzung der Gewinnmöglichkeiten am langen Ende. Denn Kurszuwächse macht das Discount-Derivat immer nur bis zum sogenannten „Cap“ mit. Darüber hinaus sind keine Gewinne möglich. In Hausse-Märkten schauen Besitzer von Fonds mit solchen Dicount-Strategien also den steigenden Kursen an den Aktienmärkten hinterher. Wenn die Kurse nicht allzu stark steigen oder wenn sie leicht fallen, fahren Anleger dagegen mit den Rabatt-Fonds besser als mit dem direkten Kauf von Aktien. Und in stürmischen Börsenzeiten bieten solche Fonds einen besonderen Kick. Wenn die Börsenkurse stark schwanken, die Volatilität also hoch ist, dann bieten Discount-Derivate attraktive Konditionen. Schon während des Höhepunkts der Finanzkrise haben gewiefte Investoren gezielt diese Vorteile genutzt und kräftig investiert. Ein Beispiel für einen Discopunt-Fonds ist der Martagon Solid Plus (ISIN DE000A0M1U41). Mit einer Monatsperformance von zuletzt über zehn Prozent hat der Fonds bewiesen, dass auch mit defensiven Strategien Geld zu verdienen ist. 

Variante 3: Wertsicherungs-Fonds

Eine Garantie auf einen bestimmten Rückzahlungs-Betrag gibt es bei diesen Fonds nicht. Deshalb werden sie auch nicht Garantie-, sondern Wertsicherungsfonds genannt. In dieser Kategorie gibt es eine ganze Reihe von Fonds, die auf sehr unterschiedliche Art eine Wertsicherung anstreben. So investieren beispielsweise einige Fonds einen Teil des Vermögens in Verkaufsoptionen. Steigen die Börsenkurse, gewinnen die Aktien im Portfolio an Wert. Bei sinkenden Aktienkursen steigt der Wert der Optionen. Der Effekt ist eine schwankungsreduzierte Performance. Allerdings macht es einen Unterschied, welche Optionen der jeweilige Fondsmanager einsetzt. So wird grundsätzlich bei solch einer Strategie beim Erwerb einer Aktie zusätzlich eine Put-Option gekauft. Manche Produkte werden aber nicht mit traditionellen Puts, sondern mit so genannten Knock-Out-Puts gesichert. Das sind Verkaufsoptionen, die vorzeitig verfallen, wenn der Kurs der Aktie eine bestimmte Höhe unterschreitet. Nachteil: Bei stark fallenden Kursen verfügen diese Produkte über keinerlei Schutz. Deshalb ist es wichtig, die Angaben zu den Strategien in den Fondsprospekten gut zu studieren. Hilfreich ist es zudem, auf die Performance in der Vergangenheit zu achten. Der Wertsicherungsfonds mit der zuletzt besten 3-Jahres-Performance ist der Mainfranken Wertkonzept ausgewogen (ISIN DE000DK1CHU9). Aktuell ist das Portfolio sehr defensiv ausgerichtet: Nur zwei Prozent des Fondskapitals sind in Aktien angelegt, fünf Prozent in Rohstoffe und 76 Prozent in Rentenpapieren. 17 Prozent des Kapitals werden derzeit in Geldmarktprodukten geparkt.

Fazit: Gemeinsam ist allen oben genannten Fondstypen, dass ihr Anteilspreis während der Laufzeit nur zu einem bestimmten Prozentsatz an der Entwicklung des jeweiligen Aktienmarktes teilnimmt. Denn die verschiedenen Absicherungsvarianten – je nach Fonds-Konzept in Form einer Investition in Verkaufsoptionen oder Anleihen – müssen natürlich finanziert werden. In Hausse-Phasen bleiben die Fonds grundsätzlich hinter reinen Aktienfonds in der Wertentwicklung deshalb zurück. Zwar werden Kursrückgänge durch Garantie- und Wertsicherungsfonds zum Teil aufgefangen – ausgeschlossen werden sie allerdings grundsätzlich nicht. 

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