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Vorsicht ist das Gebot der Stunde für Family Offices

Family Offices haben ihre Erwartungen zurückgeschraubt.

Ihre Renditeerwartungen haben viele Family Offices in den vergangenen fünf Jahren nach unten geschraubt. Auch sind sie deutlich vorsichtiger geworden, wie eine neue Studie zeigt. Private Equity steht aber noch immer hoch im Kurs.

19.05.2015 | 06:45 Uhr von «Patrick Daum»

Vorsichtig und bescheiden: So sehen Family Offices von heute aus. Auf diese beiden Attribute ließen sich die Erkenntnisse der vierten Family-Office-Studie von dem Schweizer Beratungshaus Complementa und dem Bayerischen Finanzzentrum (BFZ), an der sich in diesem Jahr 92 Family Offices vornehmlich aus dem deutschsprachigen Raum, darunter ein Drittel Single Family Offices, beteiligten, kurz und knapp zusammenfassen. „Family Offices sind eine gewisse verschworene Gemeinschaft. Wir versuchen, die dunklen Ecken näher auszuleuchten“, erläutert Heinz Rothacher, CEO bei Complementa, die Intension, die hinter der Studie steckt. „Family Offices sind eine heterogene Gruppe. Die Durchschnittszahlen der Studie geben nicht das typische Family Office wider“, merkt Professor Wolfgang Gerke vom BFZ an. Das müsse man im Hinterkopf behalten, wenn man die Ergebnisse der Studie, die einen explorativen Charakter hat, betrachtet. Dennoch sind die in der Studie gewonnenen Erkenntnisse zu dieser Investorengruppe aufschlussreich.

Erste erhellende Erkenntnis: Die Renditeerwartung der befragten Family Offices für das kommende Jahr liegt mehrheitlich zwischen null bis fünf Prozent. Das stellt eine wesentliche Änderung der Erwartungshaltung gegenüber 2010 dar, als die Studie erstmals durchgeführt wurde. Damals hatte  die große Mehrheit der Befragten (72 Prozent) noch fünf bis zehn Prozent genannt. „Seit 2010 ist man in der Renditeerwartung bescheiden geworden. Vermutlich ist dies geprägt durch die Entwicklung am Markt selbst“, so Gerke. Kapitalerhalt ist das alles dominierende Ziel, das gut zwei Drittel der Family Offices mit ihrer Vermögensverwaltung verfolgen. Mit recht weitem Abstand dahinter folgt der Wunsch nach konstantem Cashflow (22 Prozent). Das Messen an einer Benchmark spielt hingegen keine Rolle. 

Zweite erhellende Erkenntnis: Auch in Sachen Risikobereitschaft hat sich die Einstellung der Family Offices geändert. Mit 72 Prozent schätzt sich die große Mehrheit der befragten Single Family Offices als risikoneutral ein. Nur noch vier Prozent bezeichnen sich selbst als risikofreudig. Im Jahr 2010 sah das noch ganz anders aus. Damals hatten sich 39 Prozent als risikofreudig und 31 Prozent als risikoneutral bezeichnet. Diese veränderte Risikobereitschaft sollte laut Gerke jedoch nicht missinterpretiert werden. Dies heiße nicht, dass die Single Family Offices nicht bereits sind, in eine Asset-Klasse wie Private Equity zu investieren. Im Gegenteil: Denn während keines der befragten Single Family Offices in den nächsten zwei Jahren im Anleihebereich mit einem positiven Renditebeitrag rechnet, erwarten 57 Prozent bei Private Equity positive Erträge. Dies führt zur dritten erhellenden Erkenntnis. 

Hohe Erwartung an Private Equity

Für viele Family Offices stellen Investitionen in nicht börsenkotierte Unternehmen ein wichtiges Anlagethema dar. Drei Viertel der Single Family Offices und über die Hälfte der Multi Family Offices betrachten derartige Investitionen als wichtig. Die Perspektiven der Investoren sind dabei mittel- bis langfristig. Die Haltedauer liegt bei sieben Jahren.  Das Interesse an Private Equity überrascht die Studienmacher nicht. „Viele haben ihr Vermögen mit Private Equity gemacht, indem sie ihre Unternehmen darüber verkauft haben. Es drängt sich auf, dass man in diesen Bereich geht“, kommentiert Rothacher. Und diese eigene Expertise wird genutzt. Für 79 Prozent ist das eigene Netzwerk entscheidend, wenn es darum geht, Investment-Opportunitäten aufzutun. Berater und Banken spielen eine deutlich kleinere Rolle. Angesichts dessen ist es nur logisch, dass sich fast die Hälfte der Befragten bei Private-Equity-Investments in angestammten Branchen, die man kennt und versteht, am wohlsten fühlt. „Es herrscht eine starke Home Bias – sowohl in Bezug auf die Branche als auch die Region“, erklärt Gerke. „Vom Diversifikationsgrad nutzen sie die Chancen der Welt nicht“, fügt er hinzu. Auch Start-Up-Unternehmen und Turn-Around-Kandidaten sind nur bedingt auf dem Radar der Family Offices. Als Zielobjekte sind vor allem Wachstumsunternehmen und bereits am Markt etablierte Unternehmen von Interesse.

Wie die Umfrage weiter zeigt, werden Direktinvestments bevorzugt. Auf Basis einer selbst durchgeführten Due Diligence geht ein Drittel der befragten Family Offices am liebsten den direkten Weg in Zielunternehmen. Es folgen Co-Investments und Club Deals. Allerdings hat die Bereitschaft, mit Co-Investoren zusammenzuarbeiten, gewisse Grenzen. Tendenziell wollen Single Family Offices so wenige Mitinvestoren wie möglich. Die meisten akzeptieren zwei bis drei; ein Viertel arrangiert sich auch mit sechs und mehr Mitinvestoren. Die Renditeerwartungen an Direktbeteiligungen sind mit zehn bis 20 Prozent im Übrigen vielfach hoch. Als Exit-Strategie spielt der Gang an die Börse nur eine untergeordnete Rolle. Mit 59 Prozent plant die Mehrheit den späteren Wiederverkauf. 

Copyright: portfolio institutionell

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