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Qualität, Wachstum, Resilienz und ein wenig Geduld

TiAM Fund Forum Hybrid 2022: Wolfgang Fickus von Comgest erklärt, warum Investoren mit Aktien wachstumsstarker Qualitätsunternehmen gut durch die Krise kommen können. Und warum die Inflation einen Konzern wie Unilever härter trifft als L´Oreal.

13.07.2022 | 12:15 Uhr von «Matthias von Arnim»

„Value-Aktien haben in den vergangenen Monaten gelitten. Das sind wir nicht gewohnt“, sagt Wolfgang Fickus von Comgest mit Blick auf die aktuelle Baisse, die die Börse seit Jahresbeginn in Atem hält. Der Finanzprofi bleibt jedoch gelassen. Auch Krisen gehörten schließlich zum Geschäft. Und von der grundsätzlichen Idee der Comgest-Fonds ist Fickus ohnehin überzeugt. „Wir sind gut durch die vergangenen Monate durchgekommen und bleiben optimistisch. Denn wir setzen auf Aktien konjunkturunabhängiger Unternehmen. Diese geben unserer Strategie auf lange Sicht auch in Krisen die nötige Stabilität“, so Fickus. 

Konkret meint er damit zum Beispiel Firmen aus dem Gesundheitswesen wie etwa Straumann. Das Unternehmen hat sich auf Zahnimplantate und Produkte für die Kieferorthopädie spezialisiert. Das sei ein Markt, der völlig unabhängig von konjunkturellen Schwankungen wachse. „Eine Kiefer- oder Zahnoperation verschiebt man nicht, ganz gleich, was Börse oder Wirtschaft gerade machen“, sagt Wolfgang Fickus. Auch die Inflation sei für dieses Unternehmen kein Problem. Straumann könne Preissteigerungen bei Materialkosten an die Kunden weitergeben.

Als weiteres Beispiel nennt Fickus das Maschinenbauunternehmen ASML. Der weltweit größte Anbieter von Lithographie-Systemen für die Halbleiterindustrie habe eine unvergleichliche Preissetzungsmacht. „ASML ist aus unserer Sicht ein klassischer Marathon-Wert. Das Geschäft ist stabil, die Gewinnmargen solide. ASML wird aller Voraussicht nach auch noch in fünf bis sechs Jahren hoch profitabel sein. Auf dem aktuellen Bewertungsniveau erscheint uns der Titel deshalb sehr attraktiv“, so Fickus. 

Als drittes Beispiel aus einer Reihe wachstumsstarker Qualitätsunternehmen im Comgest-Portfolio nennt Fickus den Konzern Novo Nordisk. Das Unternehmen ist Spezialist für Produkte rund um Diabetes, Adipositas, Wachstums- und Blutgerinnungsstörungen. Das dänische Unternehmen erziele mit seinen Produkten im Therapiebereich Umsätze mit Margen von über 20 Prozent, sagt Wolfgang Fickus. Die Produktpalette hat gerade mit dem neue Medikament Wegovy gegen Fettleibigkeit einen Blockbuster dazubekommen. Wegovy ist vor allem Menschen gedacht, die mehr als 140 Kilogramm wiegen. Adipositas sei insbesondere in den USA ein großes Problem. Innerhalb weniger Monate habe Novo Nordisk hier mit seinem neuen Medikament die Hälfte des Marktes erobert.

Nicht nur Qualität, sondern auch Resilienz

Comgest habe ein klares Konzept, so Fickus. „Wir schauen uns an, wie sich Unternehmen in den kommenden fünf bis sechs Jahren entwickeln werden. Unternehmen, die mit Inflation umgehen können.“ Das seien etwa Unternehmen aus dem Luxusartikelbereich, die nicht unter Preiserhöhungen bei Rohstoffen litten. Fickus vergleicht hier als Beispiele LVMH und L´Oreal. Deren Produkte wiesen bei Milliardenumsätzen eine hohe Margenstabilität auf. Im Vergleich dazu habe etwa Unilever, ebenfalls ein Consumer-Titel, ein größeres Problem. Während die Kundschaft von Luxusartikel höhere Preise akzeptiere, reagierten die Käufer von Alltagsprodukten sensibler auf Preissteigerungen. „Deshalb gehen die Margen bei Unilever eher nach unten, während sie bei LVMH und L´Oreal stabil bleiben“, erklärt Wolfgang Fickus. Es ginge also darum, die richtigen Unternehmen einer Branche auszuwählen.

Attraktiv bewertete Unternehmen in den Fondsportfolios

„Bei den Qualitätswachstumsunternehmen in unseren Portfolios erwarten wir in fünf bis sechs Jahren ein kumuliertes Wachstum von 54-69 Prozent. Das ist eine realistische Schätzung. Schließlich haben wir es in der Vergangenheit regelmäßig geschafft, unsere Benchmarks zu schlagen. Bei den derzeit niedrigen Bewertungsniveaus bietet der Markt ausreichend positive Perspektiven, zumal unsere Unternehmen auch in schwierigen Phasen recht standfest sind“, so Fickus.

Natürlich könne man den Verlauf einer Rezession nicht vorhersehen. Doch die Comgest-Portfoliomanager seien zuversichtlich, dass sich ihre Fonds gut behaupten würden. Dabei spielten übrigens die Dividenden eine geringere Rolle. „Als Value-Investoren sehen wir weniger auf die Dividenden, da wir vor allem aufs Wachstum schauen. Die Performance kommt aus dem Kurswachstum“, erklärt Fickus. Wobei die Herangehensweise bei den beiden Fonds Comgest Growth Europe und Comgest Growth Europe Opportunities sich vor allem dadurch unterscheide, dass der erstgenannte in Large Caps investiere, während der Opportunities ein AllCap-Fonds sei. Das Ziel-Wachstum der Fonds liege bei zehn beziehungsweise 15 Prozent per annum.

Fazit: Wolfgang Fickus sieht in der Korrektur der vergangenen sechs Monate eine große Chance. Die KGV-Bewertung der Unternehmen sei attraktiv. Die Fokussierung auf krisenfeste Wachstumstreiber sei in dieser Situation für langfristig orientierte Investoren genau der passende Ansatz.

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