Mit Bitcoin auf der Achterbahn

Mit Bitcoin auf der Achterbahn
Kryptoassets

Volatilität ist kein Fehler, sondern der Preis für die Akzeptanz! Bitcoin gleicht einer Achterbahnfahrt mit steilen Anstiegen und heftigen Rücksetzern. Gleichzeitig wird seine Rolle als „Store of Value“ im Vergleich zu Gold aktuell infrage gestellt.

17.02.2026 | 11:24 Uhr

Bitcoin fühlt sich derzeit an wie eine Achterbahnfahrt: steile Anstiege, turbulente Abfahrten, scheinbar nicht logische Kurvenkonzeption und unkontrollierte Loopings. Anstrengend! Hinzu kommt die vermeintliche Erkenntnis, dass die oft proklamierte Eigenschaft „Bitcoin ist Store of Value“ im direkten Vergleich zu Gold aktuell nicht zum Tragen kommt.

Daraus entsteht ein wahrgenommener Widerspruch, der Bitcoin-Skeptikern Wasser auf die Mühlen ist.

Was für Gegner dieser neuen Assetklasse chaotisch und unzuverlässig erscheint, zeigt bei langfristiger und tieferer Betrachtung jedoch ein klares Muster:
Volatilität ist keine Fehlfunktion, sondern ein strukturelles Merkmal eines neuen Marktsegments.

In den 2000er-Jahren waren es die Technologiewerte im Kontext zum Internet, heute sind es Bitcoin und KI bzw. aktuell insbesondere die Software-Anbieter. Das digitale Gut BTC befindet sich weiterhin in einer Adoptions- und Preisfindungsphase.

Volatilität: Preis für Wachstum und Akzeptanz – kein Fehler

Der Bitcoin-Markt ist jung, hochliquide und global vernetzt. Starke Kursschwankungen entstehen insbesondere unter dem Einfluss prägnanter Ereignisse. Treffen massive Kapitalströme auf eine vergleichsweise begrenzte Marktliquidität, entstehen die beobachteten eklatanten Kursbewegungen.

Ein Beispiel: Spekulationen über mögliche staatliche Bitcoin-Reserven in den USA gepaart mit Euphorie führten zu starken Kursanstiegen bis auf 126.000 US-Dollar. Dementis oder Relativierungen solcher Meldungen bewirken die ebenso dynamischen Gegenbewegungen von bis zu minus 50 Prozent.

Die Rolle großer Hodler und spekulativer Wale

Wesentliche Treiber der Turbulenzen sind sogenannte „Wale“ – große Marktteilnehmer, die mit erheblichen Bitcoin-Positionen den Kurs in beide Richtungen bewegen.

Wer behält die Oberhand?

Ist Bitcoin also nur ein Spielball von Spekulanten? Oder sind es die langfristig orientierten Investoren, die BTC langfristig strategisch in ihren Portfolios allokieren?

Michael Saylor und Strategy

Einer der prominentesten Akteure in diesem Markt ist Michael Saylor mit seiner Firma Strategy (ehemals MicroStrategy). Das Unternehmen zählt zu den größten institutionellen Bitcoin-Hodlern weltweit und hält rund 700.000 BTC (aktuell etwa 50 Milliarden US$).

Ein Teil dieser Käufe wurde über Kapitalmarktinstrumente wie Aktien- oder Anleihe-emissionen finanziert. Kredit- bzw. kapitalmarktfinanzierte Käufe verstärken naturgemäß die Volatilität deutlich.

Institutionelle Wale – ETFs und Vermögensverwalter

Neben Strategy spielen institutionelle Dienstleister, Miner und Finanzintermediäre eine zunehmend wichtige Rolle. Dazu zählen:

  • BlackRock iShares / Bitcoin Trust (IBIT)
  • Fidelity Bitcoin ETF (FBTC)
  • Grayscale Bitcoin Trust (GBTC)
  • Binance hält Berichten zufolge Hunderttausende BTC
  • Tesla sowie Marathon Digital (Miner) halten große Bestände

Diese Akteure bzw. deren Kunden halten zusammengenommen signifikante Anteile des gesamten Bitcoin-Marktes mit einer auf maximal 21 Millionen BTC begrenzten Gesamtmenge -s Bitcoin-Whitepaper-.

Ein sicheres digitales Gut – und dennoch Spielball der Märkte?

Zwei wesentliche Fragestellungen drängen sich auf:
Warum schwankt Bitcoin so stark? Das lässt sich, wie gezeigt, gut erklären.

Die spannendere und zugleich offensivere Frage lautet jedoch:
Aus welchen plausiblen Gründen führt diese Achterbahnfahrt langfristig nach oben? Dazu gibt es mehrere wesentliche Aspekte.

Zentrale Parameter mit ihren Hintergründen

  • Netzwerksicherheit (Hashrate): Die enorme Rechenleistung schützt das Netzwerk effektiv vor Angriffen.
  • Langlebigkeit: Die dezentrale Struktur hat sich über viele Jahre als robust erwiesen.
  • Verifizierbarkeit: Jede Transaktion ist transparent auf der Blockchain nachvollziehbar.
  • Zensurresistenz: Keine zentrale Instanz kann Transaktionen verhindern.
  • Begrenztes Angebot: Die maximale Menge ist algorithmisch fixiert.
  • Fungibilität: Jeder Bitcoin ist gleichwertig.
  • Mobilität: Weltweiter Transfer in Minuten – unabhängig von Banken.

Abschließend die Kernfrage

Ist Bitcoin als das häufig proklamierte digitale Gut so vertrauenswürdig wie physisches Gold?

Das muss jeder Einzelne für sich bewerten, denn Vertrauen ist ein subjektiver Faktor. Aber die Antwort aus technischer Perspektive lautet: Ja. „Code is Law“ – der Code ist das Gesetz.

Bitcoin basiert auf transparenten, unveränderbaren Regeln. Diese Eigenschaften sind das Fundament und damit die klare Basis zur Position: „BTC ist digitales Gold“.

Reifephase mit Geduld

Bitcoin befindet sich in einer Reifephase. Wie ein guter Wein benötigt auch dieses Asset Geduld, Erfahrung und eine langfristige Perspektive.

Klare Position

  • Bitcoin entwickelt sich sukzessive zu einem globalen, digitalen Wertspeicher.
  • Turbulenzen entstehen nicht aus technischen Schwachstellen von Bitcoin, sondern aus den klassischen Marktmechanismen.
  • Seit Beginn zeigt Bitcoin auf Basis seiner Technologie, gepaart mit stetig zunehmender Adoption, eine klare Aufwärtsentwicklung.

Fazit

Trotz klarer Aufwärtsbewegung bleibt Bitcoin eine Achterbahnfahrt – die Vola ist gesetzt! Doch die grundlegenden Merkmale wie Knappheit, Sicherheit, Dezentralität und wachsende institutionelle Einbindung sprechen eindeutig für seine Stärke.

Langfristig entscheidet vor allem die Adoption: Ob Bitcoin sich im Zahlungsverkehr, als Rücklagen- und Reserve­systemen etabliert. Kurzfristig dominieren dagegen Zinsen und Kapitalmarktumfeld – insbesondere der Tech-Sektor. Beide Ebenen wirken wechselseitig auf Preis und Akzeptanz.

Die Fahrt bleibt dynamisch. Die Richtung ist langfristig klar definiert: aufwärts.


Einladung zum 27. TiAM & DONNER & REUSCHEL Krypto-Talk

Einladung zum 27. TiAM & DONNER & REUSCHEL Krypto-Talk
Einladung zum 27. TiAM & DONNER & REUSCHEL Krypto-Talk

Die Diskussion rund um „Bitcoin als Store of Value“ vertiefen wir im 27. Krypto-Talk mit Dr. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank und Carsten Mumm, Chefvolkswirt DONNER & REUSCHEL Privatbank AG.

Themen u.a.:
• Bitcoin im Spannungsfeld von Spekulation, Walen und ETFs
• Digitales Gold vs. 5.000 Jahre Goldgeschichte
• Die sieben zentralen Parameter hinter dem System
• Warum langfristig die Adoption entscheidet

Donnerstag, 19. Februar | 16:00–17:00 Uhr

Dr. Cyrus de la Rubia
Dr. Cyrus de la Rubia

Dr. Cyrus de la Rubia

Renommierter deutscher Chefvolkswirt (Chief Economist) der Hamburg Commercial Bank (HCOB) mit über 20 Jahren Erfahrung an internationalen Finanzmärkten. Experte für die Konjunktur der Eurozone, Geldpolitik sowie Blockchain und moderne Währungen. Gefragter Redner, Autor und Medienvertreter, insbesondere zu PMI-Frühindikatoren und globalen Wirtschaftsthemen. Familienvater mit Leidenschaft für Literatur und Sprachen


Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und eine spannende Diskussion.

Ihr Team D&R Capital Markets


Kontaktdaten

Frank Kuhn
Bankdirektor
Marketingmanager
DONNER & REUSCHEL AG - Privatbank seit 1798

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frank.kuhn@donner-reuschel.de

DONNER & REUSCHEL AG
Gustav-Heinemann-Ring 123
81739 München

Tel.: +49 89 2395-1736

Internet:www.donner-reuschel.de





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