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ETFs im Corona-Fieber: Crash und Comeback

Der Corona-Crash hat die Boom-Branche ETF im März zunächst hart getroffen. Doch es gibt auch Gewinner in der Krise. Die Rückschau zeigt: Durchhalten lohnt sich.

16.04.2020 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Die Börse wird bekanntermaßen von Angst und Gier regiert. Im März hielt zweifellos die Angst das Zepter in der Hand. Das blieb auch für die ansonsten erfolgsverwöhnte ETF-Branche nicht ohne Folgen. Panische Anleger gaben im März ETF-Anteile im Wert von 21,9 Milliarden Euro zurück. Aktien- und Anleihe-ETFs verloren jeweils rund 13 Milliarden Euro. Dass der Nettoverlust keine 26 Milliarden Euro beträgt, liegt allein an den hohen Netto-Zuflüssen in Geldmarkt-ETFs.

Monatliche Mittelflüsse in ETFs in Europa

Es ist die größte Anlegerflucht seit Bestehen der ETF-Branche. Selbst während der Finanzkrise vor zwölf Jahren blieben Anleger ihren Produkten treuer als zuletzt. Auffällig sind dabei vor allem die Abflüsse aus Anleihen-ETFs. Das in ihnen verwaltete Vermögen schrumpfte allein durch Kapital-Abflüsse um 5,3 Prozent. Vor allem ETFs-, die in Unternehmens-, Hochzins- und Schwellenländer-Anleihen investieren, wurden panikartig verkauft. 

Was die ETF-Emittenten noch mehr schmerzen dürfte, ist der Rückgang beim verwalteten Vermögen, der nicht nur durch die Mittelabflüsse, sondern vor allem durch die Kursverluste entstanden ist. So schrumpfte das Asset under Management von 899 Milliarden Euro im Februar auf 781 Milliarden Euro im März. Das ist ein Rückgang um insgesamt 117 Milliarden Euro. 

Die zitternden Hände der Profis

Bei der Frage, wer an der Börse am schnellsten die Beine in die Hand nimmt, wird gerne auf die sogenannten „zittrigen Hände“ verwiesen, private Investoren also, denen grundsätzlich schlechtes Timing und schwache Nerven unterstellt werden. Doch Auswertungen der Ratingagentur Mornigstar zeigen, dass es im ETF-Markt etwas anders aussieht. Zwar würden ETFs auch bei Privatanlegern immer beliebter, so die Analysten. Doch immer noch nutzten vor allem institutionelle Investoren die günstigen Instrumente als Standardbausteine für ihre Portfolio-Diversifizierung. Das, was professionelle Anleger auszeichnet, nämlich mit System zu handeln, wurde ihnen der Untersuchung zufolge im März zum Verhängnis. Vorgegebene Verkaufslimits in den Handelssystemen führten zu kaskadenartigen Verkäufen. Robo-Advisor trugen ebenfalls ihren Anteil dazu bei. Zu den Verkäufern zählten auch Riester-Renten. Deren Anbieter schichten in volatilen Marktphasen zur Sicherung der Garantie ihre Portfolios von Aktien-ETFs in Renten um. Der Effekt war eine Kette von Verkäufen, die dazu führte, dass immer neue Verkaufslimits durchbrochen und damit neue Verkäufe ausgelöst wurden.

Die Verlierer: Wer unten ausgestiegen ist, bleibt unten hängen

Blickt man auf die vergangenen Wochen zurück, scheint auf den ersten Blick eigentlich alles halb so wild zu sein. Das in ETFs verwaltete Vermögen ist Ende März in etwa vergleichbar mit dem Betrag, der im Juni 2019 in ETFs investiert war. Man könnte also fast sagen: Es waren einfach neun Monate für die Katz´. Jetzt geht es normal weiter. Ganz so ist es leider nicht: Wer im Blitz-Crash verkauft hat, entweder aus Panik oder weil der Robo-Advisor, die Bank oder der Vermögensverwalter automatisch gehandelt hat, sitzt jetzt auf realisierten Verlusten, während die Börsenkurse in der Zwischenzeit wieder gestiegen sind. Insbesondere Anleger, die in Riester-Produkte investiert sind, dürften das am Ende spüren.

Die Krisen-Gewinner

Wie in jeder Krise, gibt es auch diesmal Gewinner. Dazu zählen Anleger, die die Flut der unterstützenden geldpolitischen und fiskalischen Maßnahmen in den USA und Europa zum Anlass genommen haben, um mutig und frühzeitig wieder einzusteigen. Sie haben den Turnaround nach dem März-Blitz-Crash für sich nutzen können. Gekauft wurden nicht nur die krisenobligatorischen Gold-ETFs, die Zuflüsse von knapp vier Milliarden Euro zu verzeichnen hatten, sondern auch ETFs auf deutsche Standardwerte-Aktien. Sie konnten gut eine Milliarden Euro an Zuflüssen verbuchen. ETFs mit europäischen Standardwerten sammelten 2,4 Milliarden Euro ein, britische ETFs für Standardwerte zogen über eine Milliarde Euro an. 

Fazit: Es lohnt sich für Investoren, Nerven zu bewahren. Das ist zwar keine neue Erkenntnis. Aber es tut gut, zu sehen, dass sie sich immer wieder bestätigt.

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