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Preis-Szenarien: Wie Gold binnen einen Jahres entweder auf 2.410 Dollar steigen oder auf 1.325 Dollar fallen kann - Teil 2

Der Vermögensverwalter WisdomTree hat einen Ausblick für Gold bis zum dritten Quartal des kommenden Jahres veröffentlicht. Im optimistischen Fall sind demnach Preise von 2.410 Dollar je Feinunze drin und im pessimistischen Fall 1.325 Dollar. Die Konsensprognose geht von 2.075 Dollar aus.

21.10.2020 | 10:45 Uhr von «Jürgen Büttner»

Teil 1 dieser Serie finden Sie hier.

Obwohl der Konsens steigender US-Staatsanleiherenditen von einem Markt mit unveränderter Zinspolitik ausgehe, werde eine weitere Entwertung des Dollars erwartet. Diese Divergenz zwischen Dollar und US-Staatsanleihen füge sich in die Sorgen über eine wachsende Verschuldung ein.

Im Konsensszenario belässt WisdomTree die Positionierung in Gold-Futures grob unverändert (Netto-Long-Position von 250.000 Kontrakten) und preist daher keinen weiteren Optimismus für das Metall ein. In diesem Jahr hatte die Netto-Long-Positionierung bereits den Spitzenwert von fast 400.000 Kontrakten erreicht. Im unterstellten Konsens-Szenario könnte Gold auf 2.075 Dollar/Unze steigen und damit ein neues Rekordhoch erreichen (wenn auch nur knapp über der Bestmarke vom August 2020).

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Goldpreis-Szenario bei fortlaufender wirtschaftlicher Unsicherheit

Der Konsens scheint nach Einschätzung von Wisdom Tree steigende wirtschaftliche Stabilität und die Fortsetzung des Konjunkturaufschwungs der vergangenen Monate einzupreisen. Angesichts steigender COVID-19-Fallzahlen und fortbestehender Social-Distancing-Regeln bis zur Entwicklung eines Impfstoffs müsse die Fed ihre Geldpolitik zusätzlich zum erwarteten Konjunkturprogramm möglicherweise weiter lockern. Ein möglicher Weg für die Fed bestehe dafür in der Steuerung der Zinsstrukturkurve. Dies dürfte US-Staatsanleiherenditen im Vergleich zur Konsenserwartung weiter einschränken.

Die Inflation könnte einen Höchstwert knapp unter drei Prozent erreichen, da die Maßnahmen der Fed die wirtschaftliche Nachfrage steigerten, während das Angebot aufgrund von COVID-bedingten Lieferkettenengpässen beschränkt bleibe. Die Lockerung der Geldpolitik könnte den US-Dollar außerdem weiter schwächen als vom Konsens erwartet.

Während die Zentralbank weiter mit neuen geldpolitischen Werkzeugen experimentiere und der Dollar an Wert verliere, wende sich die Investorenstimmung gegenüber Gold positiv und die Positionierung in Gold-Futures wachse auf eine Netto-Long-Position von 350.000. Je stärker die realen Renditen fielen, desto attraktiver werde Gold im Gegenzug.

In diesem Szenario könnte Gold auf 2.410 Dollar je Feinunze steigen - ein Zuwachs von 30 Prozent im Vergleich zum Kursniveau im September 2020.

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Goldpreis-Szenario bei einer restriktiven US-Notenbank

Beim nächsten Szenario spielt WisdomTree den Advocatus Diaboli (deutsch Anwalt des Teufel): Was, wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen verbessern und die Fed bestrebt ist, die Inflation unter zwei Prozent zu halten, um die langfristigen Erwartungen abzusichern?

Angesichts der Tatsache, dass die Fed ihre Inflationsregelung kürzlich geändert habe, sei dieses Szenario das unwahrscheinlichste, angesichts seiner Implikationen jedoch eine Besprechung wert.

Zunächst verbleibe die Inflation für den Prognosehorizont unter zwei Prozent. Dank steigender Zinsen könnten die zehnjährigen US-Staatsanleiherenditen auf zwei Prozent steigen. Das würde eine Vervierfachung des Niveaus vom August 2020 bedeuten.

Der Dollar könnte ebenfalls an Wert gewinnen, wenn die Fed die Zinsen aggressiver als andere Zentralbanken straffen sollte. Die Ängste über eine Dollarentwertung würden abebben.

Davon ausgehend, dass eine tatsächliche Konjunkturerholung stattfinde, die nicht inflationär sei und der Markt die Handlungen der Fed nicht für einen Fehler halte, könnte sich die Positionierung in Gold-Futures dem historischen Durchschnitt nähern.

In diesem Szenario könnte Gold auf 1325 Dollar je Feinunze fallen und damit zurück auf ein Niveau, das man zuletzt in der ersten Hälfte 2019 gesehen habe.

Allgemein glaubt WisdomTree, dass die wirtschaftliche Unsicherheit während dieser ungewöhnlichen und noch nicht vollständig überstandenen Pandemie anhalten wird. Obwohl bereits das Konsensszenario einen Weg aufzeige, bei dem Gold verlorenen Boden gutmachen könne, glaubt man, dass das Edelmetall bei wirtschaftlicher Unsicherheit sogar noch stark steigen könnte.

Das Szenario eines maßgeblichen Wirtschaftsaufschwungs sei zwar nicht außer Acht lassen. WisdomTree zweifelt jedoch daran, dass sich die Fed sehr restriktiv verhalten könnte und weist diesem Szenario daher eine geringe Wahrscheinlichkeit zu.

Aggressive Fed

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Dieser Artikel erschien am 20.10.2020 auf boerse-online.de

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