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Preis-Szenarien: Wie Gold binnen einen Jahres entweder auf 2.410 Dollar steigen oder auf 1.325 Dollar fallen kann - Teil 1

Der Vermögensverwalter WisdomTree hat einen Ausblick für Gold bis zum dritten Quartal des kommenden Jahres veröffentlicht. Im optimistischen Fall sind demnach Preise von 2.410 Dollar je Feinunze drin und im pessimistischen Fall 1.325 Dollar. Die Konsensprognose geht von 2.075 Dollar aus.

20.10.2020 | 12:20 Uhr von «Jürgen Büttner»

Nach einer zuvor starken Entwicklung seit Mitte März hat sich Gold seit dem am 6. August markierten Rekordhoch von gut 2.070 Dollar je Feinunze eine Auszeit gegönnt. Aktuell bewegt sich die Notiz dadurch wieder bei etwas niedrigeren 1.899 Dollar.

Weil wir nicht zuletzt auch dank der Coronavirus-Pandemie in Zeiten leben, die wir so früher nicht kannten, sind Preisprognosen derzeit mit noch mehr Unsicherheiten behaftet als das ohnehin bei Vorhersagen an den Finanzmärkten üblich ist. Es macht deshalb Sinn, sich Gedanken über die weiteren Aussichten dergestalt zu machen, indem man sich überlegt, wie die Rahmenbedingungen aussehen, was für Szenarien eintreten könnten und was diese dann jeweils für die Entwicklung beim Goldpreis bedeuten könnten.

Genau das hat der Vermögensverwalter WisdomTree in einer aktuellen Studie zu dem gelben Edelmetall getan. Der Emittent von Exchange Traded Products (ETPs), also passiv gemanagten, an der Börse handelbaren Wertpapieren, die sich auf die Kursentwicklung von Aktien, Anleihen, Rohstoffen oder Währungen beziehen, hat Prognosen für den Goldpreis bis zum 3. Quartal 2021 abgegeben.

In der Publikation zeigt das Institut eine Konsensprognose (basierend auf Konsensprognosen für alle makroökonomischen Inputs und der Annahme, dass die Investorenstimmung gegenüber Gold unverändert bleibt) auf und erklärt, wohin es mit dem Goldpreis in einem optimistischen und in einem pessimistischen Szenario gehen könnte. Demnach sind in einem Jahr Notierungen von 2.410 Dollar bzw. 1.325 Dollar denkbar.

Was laut WisdomTree passieren muss, dass die Notierungen in den nächsten zwölf Monaten innerhalb der genannten Bandbreite entweder nach oben oder nach unten laufen, lesen Sie hier.

Goldprognosen-1
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Unterstellte Goldpreisentwicklung im Rahmen der Konsens-Prognose


Am Anfang der Studie fasst WisdomTree zunächst das jüngste Handelsgeschehen zusammen. Das heißt, man konstatiert, dass nach dem Erreichen eines neuen Intraday-Höchststandes am 6. August 2020 von über 2.070 Dollar je Feinunze der Goldpreis bis zum 24. September 2020 um fast zehn Prozent gefallen ist. Trotzdem komme Gold im bisherigen Jahresverlauf noch immer auf ein Plus von 22 Prozent. Research-Direktor Nitesh Shah erinnert zum daran, dass Gold einer der wenigen Assets war, das in den schlimmsten Phasen der COVID-19-Krise einen Kursanstieg verbuchte.

Der jüngste Kursverfall ereigne sich zu einem spannenden Zeitpunkt: die Inflationserwartungen steige, der Dollar zeige Schwäche und die wirtschaftliche Ungewissheit, die durch die COVID-19-Pandemie verursacht wurde, liege noch nicht hinter uns. Die zyklischen Markteinbrüche des vergangenen Monats könnten defensive Werte wie Gold und US-Staatsanleihen unter Druck setzen, genauso wie es im März 2020 zu sehen war, so Shah.

Zur damaligen Zeit hätten Investoren liquide Werte aufgrund von Einbrüchen in anderen Teilen ihres Depots abgestoßen. Sehe man Gold nur als defensiven Wert, könnte sich ein zyklischer Aufschwung negativ auf den Kurs auswirken. Historisch gesehen sei Gold jedoch nicht nur als defensiver Wert zu betrachten. Der Kurs tendiere dazu, mit der in Phasen starken Wirtschaftswachstums entstehenden Inflation zu steigen. Solange der Aufschwung nicht durch eine aggressive Verschärfung der Geldpolitik begleitet werde, könne bei Gold mit weiteren Anstiegen gerechnet werden.

Die internen Prognosen von WisdomTree für das kommende Jahr zeigten, dass der jüngste Kursverfall von Gold einen attraktiven Einstiegspunkt erzeugt habe, insbesondere für den Fall, dass die wirtschaftliche Ungewissheit anhalten sollte.

Die Konsensprognose von WisdomTree wurde an die neue Inflationszielregelung der Fed angepasst, bei der die Zentralbank die durchschnittliche Inflation betrachtet und sie über zwei Prozent steigen lässt, um Zeiträume zu kompensieren, in denen sie diese Marke unterschritten hat. Der Konsens geht davon aus, dass die Zinssätze im kommenden Jahr unverändert bleiben. Die Dotplots der Fed zeigen, dass die Zinspolitik bis 2023 auf Eis bleibt.

Der Konsens geht von einem starken Anstieg der Inflation über 2,0 Prozent bis auf 2,4 Prozent Mitte 2021 aus. Dies spiegelt die steigenden Energiepreise wider, die nach den starken Rückgängen Anfang 2020 zu verzeichnen waren. Doch selbst für die Kerninflation wird demnach ein Anstieg von aktuell 1,3 Prozent auf 1,7 Prozent im zweiten Quartal 2021 prognostiziert, was einen breit angelegten Preisanstieg suggeriert.

Der Markt erwartet der WisdomTree-Prognose eine Verdopplung der zehnjährigen US-Staatsanleihen vom Tiefpunkt von 0,50 Prozent, der im August 2020 erreicht wurde. Das spiegele in Teilen die steigende Verschuldung der US-Regierung wider. Dem Konsens nach sei eine Steuerung der Zinsstrukturkurve hierbei nicht eingepreist. Die Rendite für US-Staatsanleihen mit Inflationsschutz (Treasure Inflation Protected Securities, TIPS) verbleibe negativ an einem Tiefpunkt von -0,93 Prozent. Die wachsende Kluft zwischen den realen und nominalen US-Staatsanleiherenditen weise auf die Erwartung einer steigenden Inflation hin.


Teil 2 der Preis-Szenarien von WidomTree lesen Sie am Mittwoch, 21.10.2020


Dieser Artikel erschien am 20.10.2020 auf boerse-online.de

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