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Es gibt immer weniger, dafür aber immer bessere Berater

Die IDD-Richtlinie wurde von vielen Maklern kritisch gesehen. Nun zeigt sich: Die Anzahl der Vermittler nimmt tatsächlich ab. Doch durch die Weiterbildungspflicht steigt die Qualität.

19.07.2019 | 08:00 Uhr von «Matthias von Arnim»

Wie beurteilen Vermittler und Vermittlerinnen die Umsetzung der IDD-Richtlinie? Anfang dieses Jahres veröffentlichte der Bundesverband Finanzdienstleistung AfW dazu eine Umfrage, die das Stimmungsbild unter Makler auf den Punkt brachte und eine deutliche Skepsis in der Branche erkennen ließ. Das Ergebnis der Befragung: Nicht ganz die Hälfte der Makler überzeugte der Regulierungsgedanken der IDD. Der Regulierung der Finanzanlagenvermittlung gemäß § 34f GewO standen ebenfalls nur 42 Prozent der Befragten positiv oder sehr positiv gegenüber. 63 Prozent der rund 1.300 befragten Vermittler gab an, keine positiven Auswirkungen der IDD-Umsetzung erkennen zu können. Kein Wunder: In der Praxis hapert es oft an der Umsetzung. Nur die Hälfte der Vermittler sah sich laut Umfrage genötigt, ihre Abläufe an die IDD-Vorgaben anzupassen. Dafür gaben 90 Prozent an, dass der gestiegene Administrationsaufwand lästig sei.

Die Branche schrumpft

Schon Anfang des Jahres zeigte sich: Die IDD-Richtlinie wird die Branche verändern. 34 Prozent der Makler wollten sich laut Umfrage aufgrund des gestiegenen Verwaltungsaufwands auf bestimmte Produkte konzentrieren. Und neun Prozent wollten ihr § 34d Geschäft sogar ganz aufgeben. Ein halbes Jahr später lässt sich feststellen: Tatsächlich schrumpft die Branche. Das zeigt die Statistik des Versicherungsvermittlerregisters. Im zweiten Quartal 2019 haben sich mehr als 500 Vermittler ausgetragen. Damit ist ein neuer Tiefststand von 199.421 Vertretern, Maklern und Beratern erreicht.

Allein bei den erlaubnisfreien Vertretern, die von Versicherern ein- oder auch wieder ausgetragen werden, sind in den vergangenen drei Monaten fast 600 Vertreter verschwunden, seit Jahresbeginn sind es rund zweitausend. Ein Grund für den Schwund ist die Einführung einer allgemeinen Weiterbildungspflicht. Insbesondere viele nebenberufliche Vertreter wollen sich den Aufwand ersparen. Schließlich  sind Vermittler nach der neuen IDD-Richtlinie gezwungen, sich mindestens 15 Stunden pro Jahr weiterzubilden. Das bedeutet nicht nur Zeit- sondern auch erheblichen Kostenaufwand.

Rechnet man die Entwicklung des ersten Halbjahres auf das ganze Jahr 2019 und für die kommenden Jahre im gleitenden Durchschnitt die Veränderungsraten der Jahre seit 2011 hoch, könnte bis Anfang 2024 die Zahl der eingetragenen Vermittler auf knapp 170.000 fallen. Das wären 36 Prozent weniger als noch Anfang 2011 oder beinahe 100.000 Vermittler. Bei den erlaubnisfreien Vertretern werden in fünf Jahren nach dieser Hochrechnung sogar fast die Hälfte aus dem Markt ausgeschieden, bei den Vertretern mit Gewerbeerlaubnis rund 13 Prozent.

Die Qualität steigt

Diejenigen, die dabei bleiben, kommen ihrer Weiterbildungspflicht fleißig nach. Das zeigen aktuelle Zahlen der Weiterbildungs-Interessengemeinschaft „gut beraten“. Einer aktuellen Erhebung zufolge haben bereits 32.816 Teilnehmer die Zielvorgabe für das laufende Jahr erreicht. Mehr als 8.000 Vermittler haben sich sogar 30 Stunden weitergebildet. Der Bundesverband der Versicherungskaufleute (BVK) konstatiert in seiner aktuellen Strukturanalyse: „Knapp 65 Prozent der Vermittler favorisieren nach dieser Analyse das 30-stündige gut beraten-Weiterbildungsziel, das über den 15-stündigen gesetzlichen Standard hinausgeht.“, so BVK-Vizepräsident Gerald Archangeli. Von den bundesweit 199.421 Versicherungsvermittlern im Register des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) wurden 147.805 Weiterbildungskonten für den Weiterbildungsnachweis nach IDD genutzt. Das sind immerhin 85 Prozent aller registrierten 173.660 Konten.

Derzeit beteiligen sich an der Weiterbildungs-Gemeinschaft 61.878 Ausschließlichkeitsvermittler (36 Prozent) und weitere 39.987 Vermittler im angestellten Außendienst (23 Prozent). Makler (28.881) und Mehrfachagenten (8.727) haben einen Anteil von 22 Prozent. 22.416 Personen mit einem Weiterbildungskonto sind Mitarbeiter eines Versicherungsunternehmen (13 Prozent).

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