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Diese Investoren setzen auf die Deutsche Bank

Deutschlands größtes Geldhaus will das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen und setzt dafür auf einen radikalen Umbau. Nun zeigen sich die ersten Erfolge.

11.02.2020 | 15:08 Uhr von «Alexandra Jegers»

Es gab eine Zeit, da galt die Deutsche Bank als Paradebeispiel für Verlässlichkeit und Rechtschaffenheit. Davon ist nicht mehr viel übrig. Zahlreiche Skandale haben Deutschlands größtes Bankhaus bis in die Grundfesten erschüttert. Investoren, die der Bank ihr Geld anvertrauten, mussten zuletzt mit ansehen, wie der Aktienkurs absackte – allein in den vergangenen fünf Jahren verlor die Deutsche-Bank-Aktie 65 Prozent an Wert. Heute kämpft das Kreditinstitut nicht nur um seine Zukunft, sondern auch um das Vertrauen der Aktionäre.

Im Juli 2019 verkündete Vorstandschef Christian Sewing seine radikalen Umbaupläne, die den Konzern wieder auf Erfolgskurs bringen und unter anderem bis Ende 2022 rund 24,5 Milliarden Euro in die Kassen spülen sollen. Auf dem Investorentag im Dezember setzte Sewing alles daran, Zweifel am Erfolg der Strategie auszuräumen – offenbar mit Erfolg. Der Aktienkurs des Unternehmens ist seither um mehr als 40 Prozent gestiegen.

Ein neuer Großaktionär, die kalifornische Fondsgesellschaft Capital Group, verschaffte der Aktie in der vergangenen Woche zusätzlichen Schub: Seit bekannt wurde, dass der US-Investor mit einem Anteil von rund 3,1 Prozent nun zu den größten Aktionären des Konzerns zählt, hat der Aktienkurs nochmals um mehr als zehn Prozent angezogen. Damit kostet der Anteilsschein erstmals seit November 2018 wieder mehr als neun Euro. In der Finanzwelt gilt der Einstieg der Capital Group als gutes Zeichen, weil die US-Gesellschaft ganz auf aktiv gemanagte Aktien- und Anleihefonds setzt. Marktbeobachter werten den Kauf daher als bewusste Entscheidung für das Unternehmen und Sewings Strategie.

Erfolg ist völlig offen

Am Kapitalmarkt steige das Vertrauen in die neue Strategie der Deutschen Bank, schreibt Markus Mischker, Analyst bei der DZ Bank. Das Geldhaus hat den fairen Wert je Aktie nach dem Einstieg der Capital Group von 7,60 auf 8,20 Euro angehoben und rät Anlegern dazu, die Aktie zu halten. Den Bewertungsabschlag hält er für angemessen, weil nach wie vor unsicher ist, ob Sewings Strategie am Ende auch erfolgreich sein wird. Der Weg zu einer „neuen“ Deutschen Bank sei weiterhin mit „signifikanten Risiken“ versehen, konstatiert Mischker.

Die Capital Group ist nicht der einzige Investor, der die Deutsche Bank vor dem Turnaround sieht. Die Commerzbank kaufte jüngst rund 13 Millionen Anteilsscheine der Bank und kommt damit auf 0,63 Prozent aller Aktien. Die französische Bank Crédit Agricole stockte ihre Position zuletzt um rund zehn Millionen auf und kommt mit insgesamt 24,9 Millionen Aktien nun auf einen Anteil von 1,21 Prozent. Größter Aktionär mit einem Anteil von rund zehn Prozent ist der Vermögensverwalter Blackrock. Danach folgt der US-Hedgefonds Hudson Executive Capital mit rund 3,14 Prozent aller Anteile. Die Capital Group schaffte es mit ihren 3,10 Prozent aus dem Stand auf Platz drei. Die Plätze vier und fünf gehen an die aus Katar stammenden Holdings Paramount Services und Supreme Universal mit jeweils 3,05 Prozent aller Anteile.

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