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Warum Helene Fischer keinen Fonds managt

Spätestens, seit Manfred Krug für die „Volksaktie“ Deutsche Telekom und Johannes B. Kerner für die Aktien von Air Berlin geworben haben, weiß man: Promis haben keine Ahnung von der Börse. Trotzdem trauen sich manche Prominente sogar zu, Fonds zu managen. Mit mäßigem Erfolg.

12.02.2019 | 10:00 Uhr von «Matthias von Arnim»

Helene Fischer ist eine erfolgreiche deutsche Künstlerin. Sie singt, sie tanzt, sie tritt im Fernsehen und zuweilen auch schon mal als Show-Act in einem DFB-Pokalendspiel auf. Sie verkauft millionenfach CDs – selbst in Zeiten von Downlodas und Streams. Sie produziert Shows, in denen sie ihre Fans mit perfekt inszenierten Performances in einen Rausch versetzt. Sie bespielt zudem alle Facetten des  Merchandisings. Kurzum: Helene Fischer ist ein Voll-Profi in ihrem Business, eine taffe Geschäftsfrau. Hut ab – auch vor der Konsequenz ihrer Strategie: Es gibt Helene Fischer-T-Shirts, Kugelschreiber, Kissenbezüge, Bommelmützen, Babystrampler sowie Handytaschen. Und für nur 24,90 Euro pro Stück kann man seine Lippen sogar mit einem heiß aufgebrühten Kaffee aus einer Helene Fischer-Tasse mit der Aufschrift "Spürst Du Das?" verbrennen.

Zu dieser Strategie gehört allerdings auch eine bewundernswerte Selbstbeschränkung: Die Künstlerin vermeidet Selbstvermarktung dort, wo es nicht zum Markenkern passt. So gibt es etwa keine Helene Fischer-Büromöbel-Edition „Atemlos“ oder etwa ein HF-Spezial Handwerkerset „Mut zum Gefühl“. Und es gibt auch keinen Helene Fischer Aktienfonds „Zaubermond“. Die Frau weiß offensichtlich, was sie tut – und sie hat auch den Mut zum Gefühl dafür, was sie besser sein lassen sollte.

Das ist klug. Für Prominente, die darauf bedacht sind, dass ihr Stern möglichst hell leuchtet, birgt das Management eines Investmentfonds durchaus Gefahren. Wenn ein Promi-Fonds an Wert verliert, ist es mit dem Glamour des Namens schnell dahin. Und diese Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen. Denn das Management eines Fonds ist ein Fulltime-Job und für eine erfolgreiche Medienpersönlichkeit kaum nebenbei zu leisten. Das mussten einige Prominente, die sich schon daran versucht haben oder noch versuchen, bereits leidvoll erfahren.

Überforderter Börsenprofi

Selbst börsenerfahrene und zumindest theoretisch mit der Materie Vertraute wie Stefan Riße mussten vor der harten Fondsmanager-Realität schon kapitulieren. Drei Jahre lang mühte sich der Fernsehmoderator mit seinem Multi-Asset-Fonds ab, positive Ergebnisse zu erwirtschaften, um schließlich innerhalb nur eines Jahres das Fondsvermögen zu halbieren. Schließlich wurde der Fonds abgewickelt. Riße räumte in einem Interview mit Fonds Professionell freimütig ein, den Aufwand falsch eingeschätzt zu haben.

Fehlzündung zum Start des „Zukunftsfonds“

Ein weiteres Beispiel dafür, dass mehr Medienpräsenz nicht mehr Kompetenz bedeutet, liefern derzeit der ehemalige Chefredakteur der BILD, Kai Diekmann und sein Kompagnon Leonhard "Lenny" Fischer mit ihrem „Zukunftsfonds“ (ISIN: DE000A2DTM69). Anfang Mai 2018 gestartet, trudelt der Fonds seitdem seicht abwärts. Zugegeben: Der globale Mischfonds, der weltweit in verschiedene Anlageklassen investieren darf, ist zu einem schlechten Zeitpunkt gestartet. Die zweite Jahreshälfte 2018 war aus Sicht von Anlegern durchweg enttäuschend, auch mit anderen Fonds. Doch auch in der Januar-Hausse 2019 konnte das Fondsmanagement, das mit dem Slogan „Einfach clever sparen“ wirbt, nicht mit herausragender Expertise überzeugen: Ein Plus von 1,5 Prozent in einem Zeitraum, in dem der MSCI World 8,2 Prozent an Wert zugelegt hat, ist keine positiv erwähnenswerte Leistung.

Besserwisser wissen es leider auch nicht besser

Zwei, die immerhin wissen, dass sie es nur in der Theorie besser wissen, sind die beiden Honorarberater Marc Friedrich und Matthias Weik. Die beiden Talkshow-erfahrenen Buchautoren haben mit „Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“ und „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“ zwei Bestseller veröffentlicht. Als Ideengeber des Friedrich & Weik Wertefonds (ISIN: DE000A2AQ952) überlassen sie jedoch das Fondsmanagement den Profis von der Plutos Vermögensverwaltung und der Knoesel & Ronge Vermögensverwaltung.

„Deutschlands erster offener Sachwertfonds“ lockt Anleger mit dem Versprechen, „nachhaltig und langfristig in Sachwerte“ zu investieren. Der Fonds führt in seinem Portfolio tatsächlich physisches Silber, Immobilien, Wald, Ackerland sowie Anlagediamanten auf. Allerdings nur mit einem Anteil von etwa zehn Prozent des Fondsvermögens. Der Rest steckt zur Hälfte in Aktien, davon wiederum rund 40 Prozent in Minenaktien, zu 20 Prozent in Gold und der Rest in Cash. Die Zweijahresperformance des Fonds, der „nicht gezwungen ist, risikoreiche Investments zu tätigen, um kurzfristige Gewinne zu erzielen“, sieht eher mau aus. Während etwa der MSCI World Index in dieser Zeit mehr als elf Prozent zugelegt hat, liegt der Sachwertefonds fünf Prozent im Minus. Zwar hinkt der Vergleich eines Sachwertefonds mit dem MSCI World Aktienindex, doch angesichts der tatsächlichen Verteilung im Fondsvermögen sei zumindest ein Vergleich mit Mischfonds erlaubt: Und hier liegt die durchschnittliche Sektorperformance auch deutlich im positiven Bereich bei etwa fünf Prozent, also auch deutlich besser als der Promi-Fonds.

Abgesehen davon sollten sich Anleger die Frage stellen, warum es ihnen einen Mehrwert bringen sollte, in einen Fonds zu investieren, der die Namen zweier prominenter Initiatoren trägt, wenn diese sich gar nicht um den Fonds kümmern.

Nullsummenspiel mit Dirk Müller

Anleger, die zum Start des Dirk Müller Premium Aktienfonds (ISIN: DE000A111ZF1) Ende April 2015 in den Fonds des bekannten Börsenbuchautors investiert haben, konnten damit ihr Kapital bewahren, wenn sie ihre Anteile bis heute gehalten haben. Zwischenzeitlich war der Fonds zwar abgerutscht, doch Kaufen und Halten hätte Anleger immerhin vor Verlusten bewahrt. Bedenklich ist allerdings, dass fast alle Aktienindizes in den entwickelten Industrienationen seit Anfang Januar gut performt haben, während der Fonds von Dirk Müller ins Straucheln geraten ist und seit dem Jahreswechsel zwei Prozent an Wert verloren hat. Wer vom Promi-Faktor des auch ansonsten im Vergleich zum MSCI World Index schwachen Fonds die Nase voll hat, könnte den Zeitpunkt jetzt gut nutzen, um gerade noch ohne Verluste in irgendeinen einen anderen Aktienfonds zu wechseln, der wenigstens dem allgemeinen Trend folgt.

Vermögensbildung mit Max Otte

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass es auch einen Fonds mit einem prominenten Namensgeber gibt, der es fertigbringt, seinen Anlegern Freude zu bereiten. Der Max Otte Vermögensbildungsfonds  (ISIN: DE000A1J3AM3), aufgelegt von Ampega und beraten von der Kölner PI Kapitalanlage GmbH, setzt die Strategie von Professor Max Otte um und ist seit dem Fonds-Start im Sommer 2013 mindestens mit dem Markt geschwommen. Eine 3-Jahres-Performance von 40 Prozent ist absolut in Ordnung. Und die 2019er Hausse hat der Fonds ebenfalls mit einem Plus von 6,8 Prozent mitgemacht.

Fazit: Fondsmanagement ist ein harter Job, den es nicht zu unterschätzen gilt. Und der ausschließlich von Menschen gemacht werden sollte, die das hauptberuflich tun. Der Werbefaktor eines Prominenten kann in der Praxis zudem nach hinten losgehen, gerade auch dann, wenn es sich dabei um Menschen aus dem Umfeld der Finanzwelt handelt. Es ist eben leichter, Börse zu erklären als an der Börse langfristig Erfolge zu erzielen. Namensgeber setzen ihren guten Namen als Erklärer damit aufs Spiel. „Ein Fonds, der Deinen Namen trägt“ – frei nach DJ Ötzi – ist deshalb auch für die Namensgeber nicht frei von Risiken. Wer will seinen Namen schon in Verbindung mit einem sinkenden Preis-Chart sehen. Deshalb ist Helene Fischer klug beraten, weiterhin nur zu tanzen, zu singen und teure Tassen zu verkaufen.

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