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Verunsicherung am CoCo-Bondmarkt

Die Entscheidung der Banco de Santander, auf die Rückzahlung einer CoCo-Anleihe zu verzichten, hat am Bondmarkt für Verunsicherung gesorgt. Am Dienstag ist der Termin verstrichen, an dem die Bank das Papier “callen” konnte.

13.02.2019 | 14:14 Uhr von «Thomas Gräf»

CoCo-Bonds bzw. Bedingte Pflichtwandelanleihen (Contingent Convertible Bonds) haben üblicherweise keinen Fälligkeitstermin und sind dadurch den Aktien näher als den Anleihen. Ihre Emission wurde in Europa nach der Finanzkrise 2008 üblich, um die Eigenkapitalausstattung von Banken zu verbessern. CoCo-Bonds verfügen über einen festen Coupon, werden jedoch in Aktien umgewandelt, sobald ein bestimmtes Ereignis eintritt. Das kann zum Beispiel das Unterschreiten einer festgelegten Eigenkapital-Grenze sein. Dann werden die Anleihen-Anleger automatisch zu Aktionären der Emittentin.

Die Banco Santander verfügt aktuell über Eigenkapital in Höhe von rund 106 Mrd. € und Gesamtverbindlichkeiten von 1.352 Mrd. €. Davon werden 170 Mrd. € in den nächsten fünf Jahren fällig. Eigentlich muss die Bank eine CoCo-Anleihe überhaupt nicht zurückzahlen, da diese keine Endfälligkeit hat. Doch hat sich am Markt die Gepflogenheit etabliert, dass die Emittentin die Gläubiger am ersten möglichen Termin zu pari ausbezahlt und dafür gegebenenfalls einen neuen Bond begibt. Letzteres hat die Banco Santander in der vergangenen Woche auch getan und eine perpetuierende Anleihe über 1,2 Mrd. € ausgegeben.

Dass Banco Santander entgegen den Gepflogenheiten den CoCo-Bond nun aber nicht zurücknimmt, sorgt am Markt für Verunsicherung. Der Preis für die Anleihe fiel am Dienstag auf 97 Prozent, eine Woche zuvor notierte sie noch zu pari (100%). Wie ein Sprecher der Bank gegenüber Bloomberg mitteilte, werde man „den Markt aufmerksam beobachten und den Call ausüben, wenn der richtige Zeitpunkt“ gekommen ist.“

Nun wird das Gebaren von Spaniens größter Geschäftsbank wohl dazu führen, dass Investoren angesichts des höheren Risikos nach einem weiteren Premium für AT1-Kapital – zu dem die CoCo-Bonds zählen – verlangen.

Performance von CoCo-Kapital
Performance von CoCo-Kapital

Quelle: BofAML, FactSet

Einige Marktteilnehmer fürchten aber auch, dass das Beispiel Schule machen und auch andere Emittenten sich von einer Rückzahlung zum erstmöglichen Call-Termin verabschieden könnten. Das würde das Vertrauen in die CoCo-Bonds weiter aushöhlen. Aktuell wird die Anleihe der Banco Santander mit einem Rating von Ba1 bewertet. 

Das Marktvolumen aller CoCo-Bonds liegt aktuell im Bereich von etwa 600 Mrd. €, was im Vergleich zum gesamten europäischen Corporate-Debt-Markt (ca. 5 Bio. €) relativ wenig ist. Allerdings hat AT1-Kapital für Banken einen hohen Stellenwert, da sie es zur Erfüllung der Leverage Ratio nutzen und auf die TLAC- und MREL-Quoten anrechnen können.

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