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Entscheidungshilfe: Thesaurierende oder ausschüttende Fonds?

Wenn Anleger sich von ihren Finanzberatern Fonds empfehlen lassen, haben sie oft die Wahl zwischen thesaurierenden und ausschüttenden Varianten. Es gibt für Berater oft sehr gute Gründe, die eine oder andere Variante zu empfehlen.

04.03.2020 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Kunden treffen nicht immer rationale Entscheidungen. Finanzberater kennen das. Anlageberatung bedeutet deshalb oft großes Einfühlungsvermögen in die Befindlichkeiten der Kundschaft. Es ist kein Zufall, dass Behaviarol Finance eine eigene Disziplin in der Forschung ist. Deshalb haben Berater einen wichtigen Job: Sie können für Versachlichung sorgen, für Argumente jenseits der jeweiligen Gefühlslage.

So ist etwa ein Punkt, an dem viele Kunden ins Grübeln geraten, die Frage, ob sie, wenn sie sich für einen Aktienfonds entschieden haben, die thesaurierende oder die ausschüttende Variante wählen sollen. Für die ausschüttende Variante spricht oft ein Bauchgefühl, das sagt: Was man hat, das hat man. Das nimmt einem keiner mehr weg. Von einigen Fondsgesellschaften wird dieses Gefühl sogar noch unterstützt. Und zwar mit dem Verkaufsargument, Dividenden seien die neuen Zinsen. Das trifft einen weiteren Nerv: Viele Sparer sind frustriert davon, dass sie für ihre Guthaben auf Sparkonten keine Zinsen mehr bekommen. Vergleichsweise hohe Dividenden, die über Aktienfonds aufs Depotkonto ausgeschüttet werden, fühlen sich da gut an. 

Das Problem: Zins- und Dividendenausschüttungen sind nicht wirklich miteinander vergleichbar. Das sollte Anlegern gut erklärt werden. Hier eine kleine emotionslose Checkliste mit Argumenten für Finanzberater:

Sparen ist nicht konsumieren

Eine grundsätzliche Frage zum Anlageziel lautet: Wozu? Für Anleger, die einmalig einen größeren Betrag investieren wollen, um durch regelmäßige Ausschüttungen ihre laufenden Einnahmen aufzubessern, sind regelmäßige Ausschüttungen wichtig. Hier stellt sich allerdings die Frage, ob ausschließlich die Investition in ausschüttende Aktienfonds die richtige Wahl ist. Denn Aktien beinhalten zwei Unsicherheitsfaktoren: die Kursentwicklung und die Höhe der Dividenden in der Zukunft. Beide Faktoren sind nicht sicher zu prognostizieren. Wer etwa zum Anfang des Rentenalters einmalig in einen Aktienfonds investiert, muss im schlechtesten Fall nur wenige Jahre später erleben, wie sowohl der Wert des Fonds als auch die Höhe der Ausschüttungen zurückgehen. Eine Mischung aus Aktien- und Rentenpapieren ist im Zweifel die bessere Wahl.

Geht es nicht ums Konsumieren, sondern darum, mit System über Zeiträume hinweg Vermögen aufzubauen, sollte der Zinseszinseffekt genutzt werden. Thesaurierende Fonds sind hier die erste Wahl. Denn Dividenden tragen erfahrungsgemäß zu einem großen Teil zum Wertwachstum von Aktienanlagen bei. Welche Rolle Dividenden in diesem Zusammenhang spielen, erklärt sich schon aus dem Wort Dividende: Es handelt sich um Ausschüttungen, die vom Wert der jeweiligen Aktien abgeteilt werden. Der Wert der Aktie vermindert sich also um den Wert der Ausschüttung. Dividenden bedeuten Substanzverlust. Für Finanzprofis gehört diese Erkenntnis zum Grundwissen, für viele Anleger leider nicht. 

Fazit: Fondsausschüttungen sind nicht-reinvestierte Dividenden. Sie sind für den Augenblick „nice to have“, für die Langfrist-Rendite jedoch sogar schädlich.

Performancekennzahlen kennen zwei Wahrheiten

Beim Blick auf die Performance-Angaben der Fondsanbieter können Anleger schnell ins Grübeln geraten: Ausschüttende und thesaurierende Fonds unterscheiden sich hier oft nicht. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Hintergrund: Die Performance wird mithilfe der so genannten internen Zinsfuß-Methode gemessen. Der zufolge werden ausgeschüttete Erträge eines Fonds umgehend wieder reinvestiert. Doch bei ausschüttenden Fonds entspricht das nicht der Realität. Die ausgeschütteten Euro, die verkonsumiert werden, stehen nicht mehr für das Wertwachstum zur Verfügung – auch wenn die Zahlen im Fonds-Factsheet dies suggerieren. 

Fazit: Man kann einen Euro nicht zweimal ausgeben. Hier müssen sich Anleger zwischen Ausschüttung oder Kapitalzuwachs entscheiden.

Hohe Dividenden stehen nicht automatisch für starken Wertzuwachs 

Gerade mit Blick auf das Niedrigzinsniveau werden gerne spezielle Dividendenfonds angepriesen. Die Argumentation: Je leistungsstärker Unternehmen sind, desto größter sind auch ihre Gewinnausschüttungen. Die Annahme, dass hohe Gewinnausschüttungen deshalb auf eine hohe Ertragskraft der Unternehmen schließen lassen, ist jedoch ein Trugschluss. Das lässt sich am Beispiel des MSCI World festmachen: Der breit aufgestellte Index hat sich in fast jeder denkbaren Zeitperiode besser entwickelt als sein Dividenden-Pendant MSCI World High Dividend Yield. Das hat einen simplen Hintergrund: Der MSCI World High Dividend Yield Index setzt sich aus wenig wachstumsstarken Branchen wie Energie, Versorger und Telekom-Unternehmen zusammen. Diese Branchen sind in den vergangenen Jahren deutlich schlechter gelaufen als Wachstumswerte wie etwa Technologie-Unternehmen, die deutlich tiefer gewichtet sind im Dividendenindex. 

Fazit: Es kommt nicht auf die Dividendenhöhe an, sondern auf die Zusammensetzung des Portfolios. Was zählt, ist Qualität.

Breite Streuung bedeutet niedrigeres Risiko

Ganz gleich, ob ausschüttend oder thesaurierend: Eine breite Diversifikation ist erfahrungsgemäß die Grundlage für eine erfolgreiche Kapitalanlage. Dividendenfonds, deren Zusammensetzung sich allein an der Höhe der Dividenden orientiert, sind jedoch oft nicht besonders gut diversifiziert.  Dividendenfonds oder ETFs mit manchmal nur 15 Aktien im Portfolio, wie beispielsweise ETFs, die sich auf den DivDax beziehen, sind sogar sehr konzentriert und damit gefährlich anfällig für Klumpenrisiken. 

Fazit: Auf die Mischung kommt es an. Dividendenfonds sind da schon deshalb nicht die beste Lösung, weil sie der Idee nach aufgrund ihrer Fixierung auf Ausschüttungen eigentlich eine defensive Rolle im Portfolio einnehmen sollten.

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