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Überraschungssieger mit 78 Prozent Gewinn: Das war der beste Fonds im Jahr 2021

Während die Finanzbranche vor allem über Klimaschutz und Ökofonds redete, stahl im Jahr 2021 ein Relikt aus dem fossilen Zeitalter allen anderen Fonds die Schau: Der iShares Oil & Gas Exploration & Produktion ETF. Er brachte trotz verheerendem CO2-Fußabdruck die höchste Rendite aller Fonds und ETFs in unserer Datenbank. Doch sollte man auch langfristig auf dieses Produkt setzen?

30.12.2021 | 07:30 Uhr von «Andreas Höß»

Der Rückblick

Wer vor einem Jahr einen Tipp hätte abgeben müssen, welcher Fonds 2021 die höchste Rendite bringen wird, wäre wohl nie auf dieses Produkt gekommen: Den iShares Oil & Gas Exploration & Production ETF. Die meisten Anlegerinnen und Anleger kennen bisher wohl nicht einmal den Namen des Indexfonds, in dem umgerechnet nur rund 195 Millionen Euro investiert sind – selbst für Nischenprodukte eine eher überschaubare Summe.

Trotzdem stellte der ETF mit 78 Prozent Gewinn (Stand: 23.12.2021) seit Anfang Januar 2021 alle anderen Fonds und ETFs in unserer Datenbank in den Schatten. Bis Jahresende fehlen zwar noch ein paar Handelstage in der Statistik, der Vorsprung ist aber so groß, dass der ETF praktisch uneinholbar ist.

Die Ursachen

Verantwortlich für die hohe Rendite war die Branche, in die der ETF investiert: die Öl- und Gasindustrie. Auch das ist eine ziemliche Überraschung, schließlich befindet die sich wegen immer schwierigeren Förderbedingungen, immer strengeren Umweltauflagen und der immer stärkeren Konkurrenz durch Erneuerbare Energien eher auf dem absteigenden Ast.

Zwar wird Gas als Brückentechnologie raus aus dem fossilen Zeitalter und hin in eine regenerative Energiewirtschaft gesehen, so richtig nach Zukunft klingt das aber auch nicht. Trotzdem hatten beiden Branchen 2021 ein phänomenales Jahr. Der Ölpreis stieg bis zu seinem Höchststand im Herbst um fast 80 Prozent, weil der globale Ölbedarf wegen einer raschen Erholung der Wirtschaft in China und den USA rasant stieg. Gleichzeitig hatten die Ölförderer ihre Produktion pandemiebedingt noch gedrosselt und konnten die Nachfrage nicht bedienen.

Ähnlich war die Lage am Gasmarkt. Dort kam aber noch hinzu, dass die Gasspeicher in Europa nach einem harten Winter mit wenig Sonnen- und Windstrom ziemlich leer waren und Russland die Situation nutzte, um Europa genüsslich den Gashahn zuzudrehen und den Preis zusätzlich zu treiben. Das ließ den Gaspreis mit zwischenzeitlich über 130 Prozent Plus sogar noch stärker als den Ölpreis steigen – und schob auch die Aktien aus dem Bereich kräftig an.

Gut für den Oil & Gas ETF: Denn anders als bei den meisten breiten Öl- und Gasfonds, die 2021 ebenfalls sehr stark abschnitten, sind dort nicht Ölriesen wie Exxon sondern viele Firmen mit starkem Gasgeschäft im Portfolio – zum Beispiel Canadian Natural Resources,Pioneer Natural Resources,Devon Energy  oderEOG Resources, der Nachfolger der Skandalfirma Enron. Die Aktie von Devon Energy, die im ETF unter den größten Positionen zu finden ist, erzielte 2021 fast 200 Prozent Gewinn.

Der Ausblick

Doch gehen die rasanten Gewinne so weiter? Das ist eher unwahrscheinlich. Erstens meiden immer mehr Investoren Aktien von besonders dreckigen Unternehmen, was sie am Kapitalmarkt weniger attraktiver macht und ihre Kurse langfristig eher belastet. Viele Fondsmanager machen schon deshalb einen Bogen um besonders dreckige Branchen, weil sie den CO2-Fußabdruck ihrer eigenen Portfolios senken wollen.

Schließlich achten auch ihre Kunden immer mehr auf eine gute Umweltbilanz ihrer Geldanlagen. Und die CO2-Bilanz der Öl- und Gasbranche ist verheerend schlecht. Die Unternehmen im Oil & Gas ETF emittieren pro einer Millionen US-Dollar Umsatz knapp 860 Tonnen Treibhausgase. Das ist rund sieben Mal so viel wie bei den Unternehmen im globalen Aktienindex MSCI World.

Und zweitens sind die Öl- und Gaspreise mittlerweile wieder auf einem historisch eher hohen Niveau. Die große Aufholjagd nach dem harten Corona-Einbruch und der damit verbundenen Vollbremsung der Weltwirtschaft dürfte jedenfalls vorbei sein.

So dürften in den kommenden Monaten die Probleme der Öl- und Gaskonzerne wieder stärker in den Vordergrund rücken. Viele von ihnen stecken mitten in der Transformation hin zu einem zumindest etwas saubereren Geschäftsmodell, um einigermaßen zukunftsfähig zu bleiben – keine leichte Aufgabe, wenn das Geschäftsmodell auf Ausbeutung natürlicher Ressourcen beruht.

Für Anlegerinnen und Anleger könnte es ein schmerzhaftes Erwachen nach einem freudigen Jahr werden, denn langfristig gab es mit den Aktien der Branche nicht viel zu holen. Nur zur Erinnerung: Auf zehn Jahre gerechnet machte der iShares Oil & Gas Explorers & Producers ETF rund 18 Prozent Verlust. Und das trotz der 78 Prozent Gewinn im Jahr 2021.

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