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Dr. Marc-Oliver Lux: Die Falken übernehmen die US-Notenbank

Bislang hatten die Währungshüter betont, dass sie den aktuellen Preisauftrieb für temporär halten. Wird die Teuerung also schon bald ihren Höhepunkt erreicht haben, um dann zurückzugehen? Wir glauben: 2022 könnte als Jahr der Zinswende in die Geschichte eingehen.

17.02.2022 | 07:30 Uhr von «Dr. Marc-Oliver Lux»

Geld- und Fiskalpolitik haben ihr Ziel nicht verfehlt. Auf den extremen Einbruch an den Kapitalmärkten im Frühjahr 2020 folgte die schnellste Erholung aller Zeiten. 2021 verzeichnete die Weltwirtschaft ein robustes Wachstum. Für das aktuelle Jahr erwarten Experten weltweit ein Konjunkturplus von 4,5 Prozent.

Zusammen mit der Konjunktur zieht die Teuerungsrate an. Die US-Inflationsrate kletterte auf 7 Prozent, den höchsten Stand seit Juni 1982. In Deutschland stiegen die Verbraucherpreise zuletzt mit 5,2 Prozent so stark wie seit fast 30 Jahren nicht mehr.

Zumindest die amerikanischen Währungshüter bezeichnen die derzeitige Teuerung nicht mehr als nur vorübergehend. Aus den letzten Sitzungsprotokollen der US-Notenbank Fed geht vielmehr hervor, dass den Notenbankern die Inflationsentwicklung zunehmend Sorgen bereitet. Viele forderten eine straffere, sprich „hawkische" Geldpolitik. Als „hawkisch" gilt eine geldpolitische Haltung, wenn sie Zinserhöhungen favorisiert (engl. „hawk" - Falken).

Die Federal Reserve entschied zunächst, die als Konjunkturstütze in der Corona-Pandemie eingesetzten Wertpapierkäufe schneller abzuschmelzen. Das monatliche Abbautempo bei den Zukäufen wird ab Mitte Januar von zuletzt 15 Milliarden auf 30 Milliarden Dollar verdoppelt. Im März wäre dieses als Tapering bekannte Manöver dann bei gleichbleibender Geschwindigkeit abgeschlossen, womit der Boden für eine Zinserhöhung bereitet wäre.

Wie aus dem Ausblick der Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell hervorgeht, halten sie in diesem Jahr drei Zinsschritte für angebracht. Ende 2022 würde das Zinsniveau dann bei 0,9 Prozent liegen. 2023 könnte der Leitzins auf 1,6 Prozent und 2024 auf 2,1 Prozent steigen.

Drei Anhebungen bedeuten einen Anstieg um 0,75 Prozentpunkte. Das ist deutlich mehr, als der Markt ursprünglich für dieses Jahr erwartet hatte. Die Finanzmärkte reagierten auf die Beschlüsse der Fed dennoch überwiegend positiv. Den Anlegern gefällt wohl, dass die Fed endlich gegen die Inflation vorgeht, die mittlerweile sehr weit über das Notenbank-Ziel von 2,0 Prozent hinausgeschossen ist.

Die gute Nachricht für Anleger ist, dass sich an der langfristigen Zinserwartung nichts verändert hat. Die Zinsen in den USA steigen zwar schneller, aber nicht höher als bislang erwartet. Somit ändern sich nur der Weg und das Tempo, das Ziel bleibt gleich. Die europäische EZB wird sich wohl ohnehin noch mehr als zwölf Monate Zeit lassen, bis sie den Leitzins zum ersten Mal anhebt. Das dürfte den Börsen Sicherheit geben.

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