Nach drei außergewöhnlich starken Börsenjahren blicken Anleger mit Spannung auf das Jahr 2026. Wird der Aufwärtstrend an den globalen Aktienmärkten anhalten – oder steht eine Phase der Ernüchterung bevor? Für Dr. Volker Zenk, Trainer des Teams von SJB FondsSkyline, bleibt der langfristige Trend zwar intakt, doch die Dynamik könnte nachlassen.
10.03.2026 | 14:00 Uhr
Gleichzeitig rücken neue Chancen und Risiken stärker in den Fokus – von regionalen Verschiebungen an den Aktienmärkten bis hin zu geopolitischen Spannungen.
Börsen bleiben auf Kurs – aber mit geringerem Tempo
Nach Einschätzung des Fondsstrategen dürfte sich die Aufwärtsbewegung an den internationalen Börsen grundsätzlich fortsetzen. Allerdings sei nach den außergewöhnlich guten Jahren zuvor ein moderateres Tempo der Kursgewinne zu erwarten.
Ein wichtiger Treiber könnte dabei eine geografische Verschiebung der Marktpräferenzen sein. Während US-Aktien – insbesondere große Technologietitel – inzwischen sehr hoch bewertet seien, sieht Zenk Chancen für andere Regionen.
„Wir rechnen damit, dass europäische und asiatische Aktien aufholen und auch Emerging Markets stärker nachgefragt werden“, erklärt der Kapitalmarktexperte. Das eigene Portfolio sei entsprechend ausgerichtet.
Keine Wachablösung der USA
Trotz der zuletzt schwächeren Entwicklung amerikanischer Aktien sieht Zenk jedoch keine grundlegende Veränderung der globalen Börsenhierarchie. Die Dominanz der USA dürfte seiner Ansicht nach bestehen bleiben.
Statt einer Wachablösung erwartet er vielmehr eine Normalisierung der internationalen Kapitalströme: Investoren könnten ihr Engagement stärker diversifizieren, ohne dass der US-Markt seine zentrale Rolle verliert.
Handelsstreit: Gelassenheit gegenüber politischen Signalen
Auch politische Entwicklungen in den USA betrachtet der Fondsmanager relativ gelassen. Selbst ein Urteil des Supreme Court of the United States, das Zölle aus der Amtszeit von Donald Trump für unrechtmäßig erklärt, dürfte nach seiner Einschätzung keine nachhaltigen Marktauswirkungen haben.
Zenk geht davon aus, dass das bereits ausgehandelte Handelsabkommen zwischen den USA und der Europäische Union dennoch umgesetzt wird. Neue Strafzölle, mit denen Trump reagiert haben könnte, würden damit faktisch ins Leere laufen.
Unsicherheit an den Rentenmärkten
Während Aktien weiter Chancen bieten, erwartet Zenk für die Anleihemärkte ein gemischtes Bild. Im Euroraum könnte die Europäische Zentralbank kurzfristig erneut an der Zinsschraube drehen – vor allem, wenn steigende Energiepreise die Inflation anheizen.
Ein solcher Schritt würde tendenziell steigende Renditen und fallende Anleihekurse bedeuten.
In den USA wiederum sorgt die Fiskalpolitik für Unsicherheit. Die expansive Ausgabenpolitik der Regierung könnte die Staatsverschuldung weiter erhöhen und damit langfristig Druck auf die Bonität der Vereinigten Staaten ausüben. Trotz möglicher Zinssenkungen der Federal Reserve erwartet Zenk daher kaum größere Veränderungen bei den Renditen amerikanischer Staatsanleihen. Bevorzugt würden derzeit Laufzeiten im kurzen bis mittleren Bereich.
Risiko Yen-Carry-Trade
Ein oft unterschätztes Risiko für die globalen Märkte sieht der Fondsstratege im japanischen Währungsmarkt. Der Yen sei gegenüber Dollar und Euro fundamental stark unterbewertet.
Diese Situation hat über Jahre sogenannte Yen-Carry-Trade-Strategien begünstigt: Investoren leihen sich günstige Yen, investieren das Kapital in höher rentierliche Anlagen – häufig Aktien – und profitieren von der Zinsdifferenz.
Steigen die japanischen Zinsen jedoch, könnte eine abrupte Rückabwicklung dieser Positionen erfolgen. Die daraus resultierenden Verkäufe könnten laut Zenk erheblichen Druck auf die globalen Aktienmärkte ausüben.
Geopolitik bleibt entscheidender Faktor
Neben den Finanzmärkten rücken auch geopolitische Risiken stärker in den Mittelpunkt. Besonders die Eskalation im Nahen Osten – etwa ein Militärschlag gegen den Iran – könnte erhebliche Auswirkungen haben.
Wie stark diese ausfallen, hängt laut Zenk vor allem von der Dauer und Intensität der Auseinandersetzung ab. Sollten weitere Staaten der Region wie Saudi-Arabien stärker in den Konflikt hineingezogen werden, könnten Energiepreise dauerhaft hoch bleiben.
Das würde vor allem energieintensive Volkswirtschaften treffen – darunter Deutschland und viele asiatische Länder.
Gold bleibt gefragt
In diesem geopolitisch angespannten Umfeld sieht Zenk weiterhin Rückenwind für Gold. Der Preis des Edelmetalls hatte bereits im vergangenen Jahr deutlich zugelegt und auch 2026 seinen Aufwärtstrend fortgesetzt.
Die wichtigsten Treiber bleiben seiner Ansicht nach intakt: steigende Käufe durch Zentralbanken, eine hohe Nachfrage von Privatanlegern sowie das Bedürfnis vieler Investoren nach einem sicheren Hafen.
Krypto-Aktien als neue Wachstumsstory?
Interessant ist auch der Blick auf den Technologiesektor. Während einige der großen US-Techkonzerne – oft als Magnificent Seven bezeichnet – erste Ermüdungserscheinungen zeigen, sieht Zenk Chancen in einem angrenzenden Segment: Unternehmen aus dem Krypto- und Blockchain-Umfeld.
Obwohl der Bitcoin seit Jahresbeginn deutlich gefallen ist und derzeit im Bereich von 60.000 bis 70.000 US-Dollar Unterstützung sucht, haben sich viele Aktien aus dem Blockchain-Ökosystem vergleichsweise stabil gehalten.
Gerade Firmen, die Infrastruktur und Dienstleistungen für den Kryptomarkt bereitstellen, könnten daher aus Sicht des Fondsmanagers ein attraktiveres Chance-Risiko-Profil aufweisen als manche der großen Technologietitel.
Fazit: Chancenreiches, aber fragiles Marktumfeld
Der Ausblick für 2026 bleibt damit konstruktiv – allerdings mit mehr Unsicherheitsfaktoren als in den Vorjahren. Regionale Verschiebungen an den Aktienmärkten, geopolitische Spannungen und strukturelle Risiken wie der Yen-Carry-Trade könnten jederzeit für Volatilität sorgen.
Für Investoren bedeutet das laut Zenk vor allem eines: Diversifikation und Risikobewusstsein bleiben wichtiger denn je. (jk)

| Rang | Team | Perf. 2026 |
|---|---|---|
| 1 | Zindstein Vermögensv. | 15,30% |
| 2 | Oberbanscheidt | 12,02% |
| 3 | Fonds Laden | 8,49% |
| 4 | Bayerische Vermögen Management | 8,29% |
| 5 | HOPPE VermögensBetreuung | 7,76% |
| 6 | FONDS & MORE GmbH | 6,62% |
| 7 | Nordproject | 6,35% |
| 8 | Urban & Kollegen | 5,55% |
| 9 | Plutos Vermögensverwaltung | 4,94% |
| 10 | Bank für Vermögen | 4,76% |
| 11 | ALPS Family Office | 4,43% |
| 12 | SJB FondsSkyline | 4,28% |
| 13 | Greiff Capital | 3,70% |
| 14 | Top Vermögen | 3,24% |
| 15 | Höng Wealth Management | 3,01% |
| 16 | Performance AG | 2,40% |
| 17 | Source for Alpha | 2,33% |
| 18 | Plan F | 2,27% |
| 19 | QBS Invest | 1,93% |
| 20 | Acatis | 0,44% |
| 21 | FIVV AG | 0,37% |
| 22 | VALEXX AG | -1,03% |
| Die Fondsmeisterschaft läuft jeweils über ein Kalenderjahr. 22 Fonds-Vermögensverwalter kämpfen um den Titel. Den aktuellen Spielstand sowie die Platzierung in der Vorwoche sehen Sie oben. |
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