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Uwe Schroeder-Wildberg: Wege ins Wohneigentum erleichtern

Die sich formierende Bundesregierung will Wohnungsnot und Mietwucher bekämpfen. Gastautor Uwe Schroeder-Wildberg findet, dass privater Immobilienbesitz der beste Schutz gegen hohe Mieten und Altersarmut ist.

26.11.2021 | 12:15 Uhr von «Uwe Schroeder-Wildberg»

Deutschland ist weiterhin ein Land der Mieter: Die Wohneigentumsquote, also der Anteil der Haushalte, die in eigenem Wohnraum leben, liegt hierzulande bei rund 45 Prozent. Damit steht Deutschland an zweitletzter Stelle unter den OECD-Staaten und am Schluss in der EU.

Auch die Politik sieht die Herausforderung, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, vor allem als Problem des Mietmarkts, in den sie beherzt dirigistisch eingreift. Wohneigentum in Selbstnutzung für breite Bevölkerungsschichten als politisches Ziel auszugeben, das spielt bei den Parteien keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Warum eigentlich?

Wäre es nicht wünschenswert, dass immer mehr Menschen ermöglicht wird, in den eigenen vier Wänden zu leben? Wäre dies nicht auch gesellschaftlich wünschenswert mit Blick auf private Vermögensbildung, Inflationsschutz und finanzielle Sicherheit im Alter in Zeiten knapper Rentenkassen?

Um die Wohneigentumsquote zu steigern, bedarf es jedoch einer konsequenten politischen Initiative, die sich nicht auf kosmetische Reformen beschränkt und auch den Konflikt mit Interessengruppen nicht scheut. Handlungsfelder gibt es genug.

Eigentumserwerb stärken statt Mietmarkt mehr regulieren

Reduzierung der Erwerbsnebenkosten: oft gefordert, aber bisher nicht realisiert. Dazu gehört die deutliche Senkung oder sogar Abschaffung der Grunderwerbsteuer, aber auch die Aufhebung von Gebühren. Warum muss ein Immobilienkäufer für eine einfache Auflassungsvormerkung im Grundbuch Hunderte von Euro zahlen?

Reform der Grundsteuer mit Neubewertung der Flächen und Gebäude, die in vielen Bundesländern unterschiedlich ausfallen wird: Sie sollte ihrem eigentlichen Finanzierungszweck, der Nutzung der öffentlichen Infrastruktur, dienen, anstatt als Lenkungsinstrument für soziale Gerechtigkeit missbraucht zu werden.

Steuerliche Anreize: Überfällig sind die Absetzbarkeit von Kreditzinsen für selbst genutztes Wohneigentum, aber auch die Verbesserung der Abschreibungsmöglichkeiten bei Renovierungen oder anderen wertschaffenden Investitionen.

Staatliche Förderung: Transferleistungen wie das frühere Baukindergeld, die mit der Gießkanne ausgeschüttet werden, decken im Zweifel nicht einmal die Grunderwerbsteuer. Zielgerichteter und effektiver wäre ein groß angelegtes staatliches Kreditprogramm, etwa über die KfW oder die Landesförderanstalten. Es könnte vor allem bei „Grenzfällen“ helfen, wenn also die Eigenmittel einer Familie nicht ausreichen oder eine Finanzierung über die private Kreditwirtschaft nicht oder nur teilweise möglich ist.

Verfahren beschleunigen: Es ist bezeichnend, dass Bauvorhaben nicht nur am Geld scheitern, sondern an einer überbordenden Bürokratie, die die Menschen überfordert und entmutigt. Gemeinden müssen deshalb zügig über Bauanträge entscheiden — dafür sind natürlich auch die personellen Kapazitäten in den Ämtern zu schaffen. Anträge, über die dann innerhalb einer bestimmten Frist nicht entschieden wurde, sollten als genehmigt gelten. Die Landesbauordnungen gehören harmonisiert und Planungs- und Genehmigungsverfahren sind konsequent zu digitalisieren.

Regulierungswut beenden: Wer in Deutschland baut, muss mehr als 3000 Normen für den Planungs- und Bauprozess beachten, ob für Baustoffe, technische Anlagen oder Energiesysteme. Der private Bauherr ist damit hoffnungslos Architekten, Gutachtern, Energieberatern und Behörden ausgeliefert. Die Regulierungswut verursacht erhebliche Mehrkosten bei nur noch geringem und sogar sinkendem Grenznutzen.

Digitalisierung des Bauprozesses: Die Baubranche zählt zu den Schlüssel­industrien mit dem größten Produktivitätsrückstand. In hohem Maße verantwortlich dafür ist der geringere Digitalisierungsgrad, insbesondere bei den bauausführenden Firmen. Die Folge sind Koordinierungsprobleme, Materialverschwendung und in der Folge Zeit- und Kostenüberschreitungen. Wer Wohneigentum erschwinglich halten will, muss Planer und Handwerksbetriebe dazu anhalten, konsequent vernetzt zu arbeiten. Der Wille dazu ist oft nicht ausgeprägt — zumal wenn die Auftragsbücher voll sind.

Die Liste der Forderungen ließe sich leicht fortsetzen. Immobilienbesitz ist natürlich nicht für alle Menschen attraktiv, und eine eigene Wohnung oder gar ein eigenes Haus wird in attraktiven Metropolen für manche unerschwinglich bleiben. Es wäre aber viel gewonnen, wenn die neue Bundesregierung den Eigentumsgedanken deutlich stärken würde, anstatt sich auf die Regulierung des Mietmarkts zu beschränken.

Zur Person

Uwe Schroeder-Wildberg

Vorstandsvor­sitzender MLP SE

Schroeder-Wildberg ist seit 2004 Vorstandsvorsitzender der MLP. Seit 2017 ist er Vorstandsvorsitzender der MLP Finanzberatung SE. 2003 wurde er Mitglied des Vorstands (CFO) der MLP AG.

Die börsennotierte MLP bietet Lösungen zur Altersvorsorge, dem Vermögensmanagement sowie Kranken- und Sachversicherungen bis hin zur Finanzierung und zum Bankgeschäft.

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