Simon Frank, Senior Investment Advisor von Pictet Asset Management, ordnet die Energiewende in den aktuellen makroökonomischen Kontext ein. Seine zentrale Botschaft lautet, dass die Energiewende kein kurz-, sondern ein sehr langfristiger Trend sei
17.08.2026 | 14:00 Uhr von «Peter Gewalt»
Die Beobachtung, dass mehrere Megatrends gleichzeitig wirken, steht im Mittelpunkt des Vortrags auf der TiAM-Konferenz am Tegernsee. Klimawandel, geopolitische Spannungen und technologische Innovationen treffen aufeinander – genau dort entstünden laut Simon Frank die attraktivsten Investmentchancen. Ein entscheidender Faktor sei das sogenannte Energie-Trilemma aus Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit. Dieses habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verschoben: „Energiesicherheit ist heute ein zentraler Treiber der Transformation“, so Frank. Geopolitische Konflikte und volatile Öl- und Gaspreise hätten die Abhängigkeit von fossilen Energien deutlich vor Augen geführt.
Gleichzeitig befindet sich die Welt laut Frank in einer Phase mehrerer Wendepunkte: steigende politische Unterstützung, sinkende Kosten für erneuerbare Energien und ein wachsendes gesellschaftliches Bewusstsein. Hinzu komme ein neuer Nachfragetreiber: Strom. „Zum ersten Mal seit Jahrzehnten steigt die Stromnachfrage wieder deutlich an“, erklärt Frank – getrieben durch Elektrifizierung, Reindustrialisierung und vor allem den Boom bei Rechenzentren und künstlicher Intelligenz.
Diese Entwicklung verändert auch die Investmentlogik. Entscheidend sei nicht nur die Energieerzeugung, sondern die gesamte Infrastruktur. Frank formuliert es klar: „Man darf das KI-Pferd nicht von hinten aufzäumen – zuerst braucht es Energie und Netze.“

Breiter Ansatz sorgt für Stabilität
Genau hier setzt der Pictet Clean Energy Transition Fonds an. „Die Strategie investiert entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von erneuerbaren Energien über intelligente Stromnetze bis hin zu energieeffizienten Technologien, Halbleitern und Energiespeichern.“ Dieser breite Ansatz unterscheidet den Fonds von vielen Wettbewerbern und sorgt für mehr Stabilität in unterschiedlichen Marktphasen. Ein Blick auf das Anlageuniversum zeigt die Vielfalt der Chancen: Neben klassischen Energieversorgern spielen insbesondere Schlüsseltechnologien wie Halbleiter eine zentrale Rolle. Diese ermöglichen effizientere Energieverwendung, etwa in Rechenzentren oder bei Elektromobilität, und werden damit zu einem entscheidenden Hebel der Energiewende.

Langfristig sprechen laut Frank mehrere Faktoren für das Thema: sinkende Kosten erneuerbarer Energien, steigende Nachfrage nach sauberem Strom und das globale politische Bekenntnis zur Dekarbonisierung. Gleichzeitig eröffne die Transformation Investitionsmöglichkeiten in zahlreichen Industrien – von Infrastruktur bis Technologie. Auch die Marktstruktur selbst bietet Chancen. „Der Fonds verzichtet bewusst auf spekulative Trends wie Wasserstoff und konzentriert sich stattdessen auf profitable Unternehmen mit steigenden Cashflows und strategischer Positionie-
rung innerhalb der Energiewende.“
Diesen Beitrag teilen: