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Watkin: "Es ist entscheidend, das Portfolio aktiv zu managen"

Karen Watkin, AB Bild: AllianceBernstein

Auf der FondConsult-Investment-Konferenz von €uro Advisor Services in Fuschl sprachen wir mit Karen Watkin, Senior Vice President bei AllianceBernstein, über die momentanen Risiken für die globalen Märkte und wie man sich mit einem Multi-Asset-Portolio absichern kann.

25.10.2019 | 10:15 Uhr von «Thomas Gräf»

€uro Advisor Services: Der globale zyklische Ausblick ist nahe dem Tiefstand seit der Krise, Handelskriege haben erhebliche Auswirkungen. Wie ist Ihr Blick auf die Wirtschaft?

Karen Watkin: Im Verlauf des Jahres hat sich der Ausblick für die Wirtschaft verdüstert. Unsere Ökonomen haben ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr auf 2,3 Prozent revidiert. Das ist der niedrigste Wert seit über zehn Jahren. Das bedeutet zwar noch keine Rezession, aber eine ernsthafte Abkühlung der Konjunktur. Das heißt auch, das die Wirtschaft viel angreifbarer ist für widrige Einflüsse.

€uro Advisor Services: Was verursacht denn die Abkühlung?

Watkin: Die Abkühlung geht vor allem von Produzierenden Gewerbe aus. Das liegt natürlich vor allem am Handelskrieg und den damit einhergehenden Zöllen. Und die anhaltende Unsicherheit über weitere Sanktionen und Zölle sorgt natürlich für mangelndes Vertrauen der Unternehmen und einen Rückstau an Investitionen.

€uro Advisor Services: Also könnten die Gewinne der Unternehmen weiter zurückgehen?

Watkin: Die Gewinnschätzungen für Aktien wurden in diesem Jahr bereits signifikant nach unten korrigiert. Wenn wir uns allerdings die Schätzungen für das kommende Jahr ansehen, zeigt sich, dass die Märkte nicht erwarten, dass sich die Abkühlung beim Produzierenden Gewerbe auf die breitere Wirtschaft ausdehnen wird – und dass die Zentralbanken einspringen werden, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Die Frage ist jedoch, ob das tatsächlich passieren wird.

€uro Advisor Services: Wen trifft denn die Abkühlung am stärksten?

Watkin: Das ist von Land zu Land unterschiedlich: In Volkswirtschaften, die in höherem Maß vom Export abhängig sind, ist das Risiko eines Abschwungs höher. Aber wieviel Spielraum haben deren lokale Notenbanken noch, durch Interventionen die Wirtschaft zu unterstützen? Europa scheint da momentan besonders betroffen, weshalb unsere Ökonomen die Wachstumsprognose für die Eurozone von 1,1 auf 0,3 Prozent reduziert haben.

€uro Advisor Services: Was bedeutet das für die Aktienmärkte?

Watkin: Angesichts der niedrigen Zinsen sehen Aktien weiterhin attraktiv aus. Die globalen Bewertungen liegen nah dem Durchschnitt, das KGV beim MSCI World hat sich momentan bei 15 eingependelt. Dahinter verbirgt sich auch eine höhere Risikoprämie gegenüber dem risikofreien Zins. Diese liegt für Europa momentan bei über sieben Prozent, in den USA jedoch nur bei etwas über drei Prozent.

€uro Advisor Services: Ist die höhere Bewertung der US-Aktien noch gerechtfertigt?

Watkin: In den USA ist die Wachstumsstory noch weitgehend intakt. Und das liegt vor allem an der Stärke des Konsums. Die Arbeitslosenzahlen sind die niedrigsten seit knapp zwanzig Jahren, während die Lohnsteigerungen auf einem Zehn-Jahres-Hoch liegen. Das stärkt die heimische Nachfrage und gleicht somit die Schwäche im Fertigungsbereich aus.

€uro Advisor Services: Der zweite Wachstumsmotor der Weltwirtschaft ist immer noch China…

Watkin: Die Peoples Bank of China hat im historischen Vergleich immer noch Raum für Interventionen. Wir erwarten, dass sich das Wachstum der chinesischen Wirtschaft bei circa sechs Prozent stabilisieren wird.

€uro Advisor Services: Welche Gewitterwolken sehen Sie denn am Horizont?

Watkin: Die US-Notenbank hat bereits angedeutet, dass sie womöglich weitere Zinsschritte unternehmen könnte, um die Konjunktur zu stützen. Unsere Sorge ist, ob diese Maßnahmen ausreichen. Außerdem warten wir noch immer auf einen Durchbruch bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Und dann stellen wir uns die Frage, ob sich das Wachstum in China tatsächlich stabilisiert. Und schließlich ist nach wie vor ungewiss, ob wir eine globale Rezession vermeiden können.

€uro Advisor Services: Wie können Anleger diesen Szenarien begegnen?

Watkin: Wir denken, dass ein Multi-Asset-Portfolio in diesen Zeiten am besten geeignet ist, den Risiken zu begegnen. Das Marktumfeld erfordert ein breiteres Anlageuniversum, um Chancen zu finden. Und ein Multi-Asset-Ansatz kann vor höherer Marktvolatilität schützen, denn die Historie zeigt, dass kein Marktsegment auf Dauer immer vorne liegt.

€uro Advisor Services: Wo sehen Sie im Moment die größten Chancen?

Watkin: Chancen sehen wir momentan nicht zuletzt in den Emerging Markets. Während die Konjunkturdynamik weltweit nachlässt, liegt das Wachstum in den Schwellenländern noch immer bei über vier Prozent. Dennoch muss man bei der Anlage in Emerging Markets immer mit einem höheren Risiko rechnen. Es gibt in den Schwellenländern ein ordentliches Aufwärtspotenzial. Das geht allerdings einher mit höherer Volatilität und umfangreicheren Drawdowns. Deswegen muss ein Portfolio in ausreichendem Maß diversifiziert sein, um diese Risiken zu kompensieren. Und natürlich ist es entscheidend, das Portfolio aktiv zu managen, um diese Klippen zu umschiffen.

€uro Advisor Services: Welche Bereiche sind da besonders vielversprechend?

Watkin: Als Investoren müssen wir uns ständig fragen, welche Sektoren stärker von Risiken betroffen sind und welche sich eher stabil verhalten. Es gibt zum Beispiel eine ganze Reihe von Unternehmen in Asien, die durchaus vom Handelskrieg profitieren, weil sie in der Lage sind, ihre Produktion von China an Standorte wie Vietnam zu verlagern und damit die Handelszölle zu umgehen. Auch in Europa gibt es einige Schwellenländer, die weniger abhängig vom Handel mit China sind. Das bedeutet heute zwar einen gewissen Schutz, heißt aber nicht, dass es sich in Zukunft nicht ändern kann.

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