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Die Liebe zum Geld in Zeiten der Inflation

Auf der FondsConsult Investment-Konferenz in Berchtesgaden analysieren Experten die neuen Herausforderungen für Investoren und präsentieren dazu passende Lösungen.

19.11.2021 | 12:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Berchtesgaden, Freitagnachmittag am 19. November 2021. Die zweitägige FondsConsult Investmentkonferenz klingt gerade aus. Nicht wenige der Vermögensverwalter und Finanzberater, die am Donnerstag und Freitag den Vorträgen lauschten, haben das Gefühl, im Auge des Wirbelsturms gewesen zu sein: Berchtesgaden hat eine der höchsten Corona-Inzidenzen des Landes, und ein immer wiederkehrendes Thema der Referenten war der Anstieg der Inflationsraten. Die Überschrift zu den beiden Konferenz-Tagen hätte also auch lauten können: „Pandemie und Inflation kehren mit voller Wucht zurück“. Mit einem wichtigen Untertitel: „So gehen Investoren am besten damit um“. Denn die Zuhörenden wurden mit den aufgerufenen Themen nicht alleingelassen. Die Referenten analysierten nicht nur die Geschehnisse der vergangenen zwei Jahre, sondern boten zugleich Lösungen an.

So interpretiert Marian Heller von BKC Asset Management, einer Tochter der Bank für Kirche und Caritas eG, in seinem Vortrag „Wie schützen wir Anleger vor der organisierten Inflation?“ zum Auftakt der Konferenz am Donnerstag die Hintergründe der jüngsten Preisanstiege. Unter Volkswirten und Analysten sei es bis vor einiger Zeit noch keinesfalls klar gewesen, ob nun mit einer höheren Teuerung zu rechnen sei oder nicht, erklärt er. Diese Frage sei allerdings nun beantwortet. Die Inflation sei ein weltweites Phänomen. Die Preisentwicklungen würden die Prognosen übertreffen. Die Basiseffekte aus den „Extrem-Monaten“ des Vorjahres 2020, in denen die Inflation pandemiebedingt sehr niedrig gewesen waren, seien bereits verarbeitet. Deshalb ließen sich die aktuellen Inflationsraten nicht länger mit Basiseffekten der Monate März bis Mai 2020 erklären. Die Geldentwertung füge sich ein in eine Reihe von historischen Ereignissen. Immerhin: Anleger müssten solche Entwicklungen nicht achselzuckend hinnehmen. Heller zeigt in seiner historisch gestützten Analyse, welche Strategien, Assetklassen und Währungen das Fondsmanagement-Team des BKC Treuhand Portfolio nutzt, um den Fonds so gut es geht inflationsfest zu machen.

Thomas Romig von Assenagon Asset Management erklärt im Folgenden die „Herausforderungen einer konservativen Multi Asset-Strategie – und wie sie gemeistert werden“. Zins-Produkte blieben als Stabilisator und regelmäßiger Liquiditätsspender grundsätzlich zwar immer ein Thema in einem ausgewogenen Portfolio. Für positive Renditen sorgten zumindest Staatsanleihen aber tatsächlich schon lange nicht mehr, sagt Thomas Romig. Hier seien die Risiken mittlerweile sogar höher als die Chancen. Für Anleger, die einen Stabilisator ins Depot nehmen wollten, der auch regelmäßig attraktive positive Renditen liefert, habe Assenagon den Fonds Assenagon Multi Asset Conservative entwickelt. Hier fänden Investoren Aktien, Gold, Absolute-Return-Strategien und Zinsstrategien unter einem Dach. Gerade bei Zinsstrategien sei es derzeit eine Herausforderung, den richtigen Mix aus Chance und Risiko zu finden. Die Lösung: Eine Reihe von Zinsprodukten böten jenseits klassischer Rentenpapiere eine Perspektive auf positive Renditen. Dazu zählten zum Beispiel besicherte Kredite, kurzlaufende Unternehmensanleihen sowie Anleihen, die im Rahmen von Sondersituationen gekauft würden, etwa bei angekündigten Übernahmen. Romig schlägt in seinem Vortrag einen weiten Bogen über die verschiedenen Chancen, die sein Fonds nutzt und zeigt seinen Zuhörern die vielfältigen Möglichkeiten von Multi-Asset-Strategien auf.

Marvin Labod von Lupus Alpha Asset Management erläutert anschließend „Strategien mit Wertsicherung – Kapitalerhalt und Rendite in Balance“. Die meisten Anleihen seien als Renditequelle mittlerweile ungeeignet. Der Portfoliomanager des Lupus alpha Sustainable Return C ist überzeugt, dass das Thema Inflation den Kapitalmarkt noch weiter begleiten werde. Die Staatsverschuldung der Industriestaaten, insbesondere der USA, bewege sich auf Rekordniveau, die Bilanzsummen der Zentralbanken sei sehr stark gewachsen. Es sei kein Zufall, dass die Zinsen so lange so niedrig seien wie noch nie zuvor in der Geschichte. Einzig Aktien böten in diesem Szenario attraktive Risikoprämien. Der Preis dafür seien allerdings immer wieder vorkommende Kursrückschläge an den Börsen. Um auf solche Korrekturen angemessen vorbereitet zu sein, empfiehlt Labod deshalb ein asymetrisches Risikoprofil im Portfolio. Diese Idee setzt er in seinem Fonds so um, dass er in ein Basisportfolio aus kurz laufenden, besicherten Euro-Anleihen sehr guter Bonität investiere und dieses durch börsengehandelte Optionen und Futures auf internationale Aktien und Aktienindizes ergänze. Unter dem Strich ließen sich so Renditechancen ergreifen und gleichzeitig die Verluste auf maximal zehn Prozent per annum begrenzen.

Oliver Schmitz von Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement zeigt am frühen Donnerstagnachmittag auf, welche Anlagestrategien in Zeiten grüner EU-Politik vielversprechend sind. In seinem Vortrag „Green New Deal: Herausforderungen an das Portfolio“ skizziert der Portfoliomanager des Phaidros Funds Balanced, welche ESG-Faktoren er als mögliche Risiken erkennt und wie er die Erkenntnisse aktiv in seiner Investmentstrategie berücksichtigt. Koczwara belässt es nicht bei theoretischen Erläuterungen auf Meta-Ebene, sondern erklärt sie anhand von konkreten Titeln aus seinem Portfolio. So habe sich etwa der dänische Versorger Orsted, in den der Fonds investiert, neu erfunden: Das Geschäftsmodell sei für die kommenden Jahrzehnte und neuen Rahmenbedingungen komplett umgestellt worden. Öl und Gas spielten keine Rolle mehr, Kohle würde konsequent zurückgeführt und dafür erneuerbare Energien eingesetzt. Wer investiere, sollte die Zeichen der Zeit erkennen, so Koczwara. Es sei nun einmal so, dass Unternehmen sich anpassen müssten oder verschwänden. Postkutschen gäbe es eben auch nicht mehr.

Am Freitagvormittag wendet sich Gudrun Rolle von Swiss Life Asset Managers dem Thema Immobilien zu. Unter der Überschrift „Bloß kein Büro mehr – (K)ein nachhaltiger Plan?“ setzt Rolle das aktuelle Zinsumfeld in Beziehung zur Entwicklung des Gewerbeimmobilienmarktes. Sie zeigt die Trends in Deutschland auf und erklärt anhand konkreter Beispiele, wie große deutsche Unternehmen ihre Büroflächen für die Zukunft planen. Künftig sei mehr „Working from Home“ zu erwarten. Deshalb seien Bürokonzepte gefragt, in deren Rahmen vorhandene Flächen flexibler genutzt würden. Das bedeute jedoch nicht, dass der Flächenbedarf schrumpfe. Im Gegenteil. Ein Großteil der Bürobeschäftigten dränge nach Überwindung der Pandemie – zumindest zeitweilig – in die Büros zurück. Die von den Angestellten präferierten Konzepte zeigten den Wunsch nach mehr Abstand. Einzelbüros seien wieder mehr gefragt, in Großraumbüros wolle kaum jemand zurück. Gudrun Rolle greift diese Trends in ihrer Präsentation auf und zeigt, wie der Immobilienfonds Swiss Life Living + Working die Erkenntnisse in seiner Anlagepolitik umsetzt.

Den letzten Fachvortrag des Kongresses hält Gerald Rosenkranz von Pecunia. In seinem Beitrag „Rendite mit System - Der Flossbach-Jäger Varios Flex“ erläutert der Fondsmanager, wie er mit seinem Mischfonds den aktuellen Herausforderungen begegnet. Rosenkranz lüftet die Geheimnisse seines vierstufigen quantitativen Auswahl-, Analyse- und Investitionsprozesses. Er erklärt, wie er mit technischer Analyse und einem quantitativen Prozess einen robusten Entscheidungspfad sicherstellt, der auf diskretionäre Entscheidungen verzichtet. Gerald Rosenkranz macht die Unterschiede seiner Anlagestrategie zu vergleichbaren Ansätzen anderer Fonds deutlich und schlüsselt dafür seine Portfoliokonstruktion des Varios Flex Fonds auf. Er zeigt, auf welche automatisierten Handelssignale er setzt und wie sein Risikomanagement funktioniert. Dass der Fonds in den vergangenen acht Jahren im Vergleich zu anderen Mischfonds überdurchschnittlich gut abgeschnitten habe, lässt Rosenkranz nicht unerwähnt. Die zuverlässige Performance bei begrenztem Risiko sei kein Zufall, so der Portfoliomanager. Die Voraussetzung für der Erfolg seien klare Regeln und ihre konsequente Umsetzung.

Abgerundet wurden die beiden Konferenztage durch interessante und spannende Gastbeiträge des Journalisten und Publizisten Roland Tichy, der ein Fazit der Bundestagswahl zieht sowie des Chefvolkswirts Michael Böhmer von der Prognos AG, der aufzeigt, vor welchen Herausforderungen Deutschland jetzt steht.

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