In seinem Abschiedsinterview bei CNBC erklärt Buffett die künftige Ausrichtung von Berkshire Hathaway unter Greg Abel. Und betont die Schwierigkeit, in einem teuren Markt attraktive Übernahmen zu finden.
14.01.2026 | 13:30 Uhr von «Peter Gewalt»
Im finalen CNBC‑Interview als CEO fokussierte sich Warren Buffett auf die strategische Zukunft von Berkshire Hathaway. Er betonte, dass Berkshire strukturell so robust aufgestellt sei, dass die Investmentgesellschaft „die besten Chancen hat, in 100 Jahren noch zu bestehen“, was er vor allem auf Kapitaldisziplin und die Breite des Geschäftsmodells zurückführte. Die enormen Cash‑Reserven sollen künftig gezielt eingesetzt werden, sofern Preis und Qualität einer Akquisition stimmen.
Buffett betonte, dass Cash für Berkshire ein strategisches Werkzeug bleibt – nicht als Investment, sondern als Absicherung und Feuerkraft für große Gelegenheiten. Aufgrund der hohen Marktpreise seien potenzielle „Elefanten“-Deals jedoch selten. Entscheidend sei daher weiterhin, strenge Bewertungsmaßstäbe anzulegen und Kapital nur einzusetzen, wenn Preis und Qualität übereinstimmen.
Viel Cash, wenig Gelegenheiten
Ein zentraler Punkt des Interviews waren die hohen Kapitalreserven von Berkshire Hathaway. Der Konzern verfügt über mehr als 300 Milliarden Dollar an Cash‑Reserven – Kapital, das als strategische Reserve für große Übernahmen dienen und gleichzeitig Flexibilität in volatilen Marktphasen ermöglichen soll. Buffett unterstrich, dass Bargeld zwar langfristig ein schlechtes Investment sei, aber als „Sauerstoff“ fungiere, den man in Krisen dringend benötige. So kann Berkshire als Käufer auftreten, wenn andere Marktteilnehmer in Panik geraten. Die Cash‑Reserven sind damit weniger Ausdruck von Untätigkeit, sondern von strenger Preisdisziplin.
Der legendäre Investor wies erneut darauf hin, dass geeignete Übernahmeziele in den letzten Jahren rar geworden seien. Für ein Unternehmen von Berkshires Größe sei es schwieriger denn je, Akquisitionen zu finden, die groß genug seien, um den Gesamtkonzern messbar voranzubringen – und zugleich preislich attraktiv. Die hohen Bewertungen an den Märkten erschwerten Großtransaktionen. „Wenn Sie mir nach dem Interview eine Idee für 100 Milliarden Dollar liefern, bin ich sofort dabei“, sagte Buffett in dem Gespräch.
Buffetts Lob für Nachfolger Abel
Im weiteren Verlauf hob Buffett hervor, dass die operative Führung künftig stärker bei Greg Abel liegen werde. Dieser habe über Jahre zentrale Bereiche gesteuert und könne operative Entscheidungen schneller und zielgerichteter treffen. Damit werde die klare Trennung zwischen operativer Führung und strategischer Kapitalallokation weiter geschärft. „Greg wird der Entscheider sein.“ Und lobte seinen Nachfolger: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie viel mehr er in einer Woche erledigt als ich in einem Monat.“
Buffett schloss das Interview mit einer nüchternen Bilanz: Berkshires Stärke liege nicht in einzelnen Personen, sondern in einer stabilen Struktur, die auf strenger Disziplin und Langfristigkeit basiert. Seine Investmentphilosophie soll – unabhängig vom CEO – die Grundlage der künftigen Entscheidungen bleiben.
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