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Der Technologiesektor behauptet sich in der COVID-Krise

Viele US-Technologiewerte sind 2020 sehr gut gelaufen. Mark Baribeau, Head of Global Equities bei Jennison Associates, glaubt, dass diese Rallye für bestimmte Aktien weitergeht.

29.10.2020 | 10:55 Uhr

Mark Baribeau, Head of Global Equity, Jennison Associates
Mark Baribeau, Head of Global Equity, Jennison Associates
Mark Baribeau, Head of Global Equity, Jennison Associates

Ein Kommentar von Mark Baribeau, Head of Global Equity, Jennison Associates


Die US-Wirtschaft erholt sich weiterhin von den schlimmsten Auswirkungen der Pandemie, wobei jedoch der Rhythmus des Wiederaufschwungs nachzulassen scheint. Die jüngsten Wirtschaftsdaten deuten auf eine V-förmige Erholung in den USA und in der Welt hin, die entgegen den Erwartungen im weiteren Quartalsverlauf zu kräftigen Gewinnen führen dürfte. Die Bedingungen für eine fortgesetzte Erholung der Unternehmensgewinne sind gegeben, denn die geringeren Arbeits- und Reisekosten ermöglichen ein weiteres Ansteigen der Gewinnspannen. Dennoch bleiben die Zukunftsperspektiven insgesamt unsicher, nicht zuletzt wegen der Präsidentschaftswahlen in den USA und des fortgesetzten Einflusses der Pandemie.

Zyklische Gebrauchsgüter und Informationstechnologie standen weiterhin an der Spitze, ebenso jedoch Industriewerte. Wachstumspapiere führten den Markt an und erzielten gegenüber Value-Aktien quer durch alle Marktkapitalisierungen eine erhebliche Outperformance. Im September jedoch büßten sie einen Teil ihres Vorsprungs ein, und zwar aufgrund von Besorgnissen über die Bewertung ihres Wachstumspotenzials auf kurze Sicht. Gleichzeitig stabilisierten sich die von der Pandemie am stärksten beeinträchtigten Unternehmen, z.B. in den Branchen Freizeitaktivitäten und Reisen, da hinsichtlich ihrer Tätigkeit nun das Schlimmste vorüber war, obwohl es insgesamt bei einer geringeren Aktivität blieb.

Alles in Allem haben die Investoren diejenigen Unternehmen bevorzugt, die bereits vor COVID-19 florierten und denen die Pandemie noch Rückenwind und bessere Wettbewerbspositionen gebracht hat. Sektoren, deren Aktienkurse und Betriebsgrundlagen von der Krankheit unverhältnismäßig stark getroffen wurden, werden zwar wahrscheinlich eine Erholungsrallye erleben, sobald mit dem Vertrieb des Impfstoffs begonnen wird, aber eine Rückkehr zu den operativen Zahlen vor COVID-19 wird wohl noch eine Zeitlang auf sich warten lassen.

Informationstechnologie

Der Technologiesektor konnte zuletzt um 12% zulegen, womit er den Gesamtindex schlug, der um 8,9% anstieg. Technologieaktien großer Marktkapitalisierungen und eine Gruppe kleinerer, schneller wachsender Unternehmen, die einige der technologiebasierten Vorteile ihrer größeren Konkurrenten genießen, wurden Anfang September umfangreich gehandelt. Da diese Aktien in den letzten Monaten größere Kursanstiege zu verzeichnen hatten, gehen wir davon aus, dass diese Verkäufe im Rahmen normaler Gewinnmitnahmen und Kurskonsolidierungen erfolgten. Die jüngsten Berichte zu den Unternehmensgewinnen auf dem Technologiesektor sind weiterhin sehr gut und bestätigen die grundlegende Stärke der Geschäftsmodelle dieses Sektors. Unserer Meinung nach dürfte der Markt im aktuellen COVID-bedingten Umfeld weiterhin Unternehmen favorisieren, die ein Asset-light-Geschäftsmodell und somit rascheres organisches Wachstum aufweisen.

Gesundheitswesen

Der Gesundheitssektor legte um 5,9% zu, womit er hinter dem Gesamtindex, der um 8,9% anstieg, zurückblieb. Die Anstrengungen hinsichtlich der Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs kommen an vielen Fronten voran und praktisch jeder Tag kann neue Daten hierzu bringen. In der Zwischenzeit rücken die Meinungen der US-Präsidentschaftskandidaten zum Gesundheitswesen in den Mittelpunkt. Der demokratische Amtsbewerber und frühere Vizepräsident Biden legt den Akzent auf den Wiederaufbau der Lieferkette und die Einführung von steuerlichen Anreizen, um die Arzneimittelproduktion zurück in die USA zu holen. Er fasst zudem direkte Regierungsverhandlungen über bestimmte Arzneimittelpreise ins Auge. Er spricht sich für eine erweiterte Übernahme von Krankheitskosten und die Bekämpfung der Ungleichheit durch eine Sozialversicherung aus, die allen Amerikanern offenstehen würde, und zwar auf einer gleitenden Einkommensskala. Zudem will er das Mindestalter für die Beantragung von Medicare von 65 auf 60 Jahre herabsetzen. Einzelheiten dazu sind noch nicht bekannt, aber unserer Auffassung nach ist eine erweiterte Kostenübernahme generell positiv für die meisten Sektoren des Gesundheitswesens. Auf Krankenhäuser könnte sich dies jedoch negativ auswirken, wenn die Erstattungen nicht mehr auf kommerziellen, sondern auf Medicare-Sätzen basieren. Trump konzentriert sich angeblich darauf, die Arzneimittelpreise in den USA stärker an die Preise in anderen Teilen der Welt anzupassen, für ältere Amerikaner die Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente zu senken und die Tür für den Reimport von Medikamenten zu öffnen - eine Idee, die in der Vergangenheit von der FDA nicht aufgegriffen wurde.

Finanzwirtschaft

Trotz eines Plus von 4,5% ist der Finanzsektor einer der schlechtesten Performer des Jahres 2020. Er büßte gegenüber dem S&P 500 (+5,6%) seit Jahresbeginn 20% ein. Der drastische Rückgang der Zinssätze und die Unsicherheit rund um die Kreditqualität haben die Fundamentaldaten ebenso wie die Markterwartungen beeinträchtigt. Die Performance des Volatilitätsindexes war extrem - sowohl während der Verkaufswelle am Markt als auch bei der anschließenden Rallye von der Talsohle. Zwar haben die Maßnahmen der Regierung zu Beginn der COVID-Krise und die anschließende Wiedereröffnung bestimmter Teile der Wirtschaft die Leistungseinbußen des Sektors etwas gemildert, doch gibt es immer noch zu viele makroökonomische Unsicherheiten, als dass wir einen aussagekräftigen Ausblick auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung bei Finanzwerten geben könnten.

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