Auch 2025 hatten es aktive Fondsmanager schwer, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Besonders in Deutschland gelang nur jedem dritten Aktienfonds eine Outperformance. Europaweit setzte sich das Muster fort. Selbst im Anleihenbereich blieb mehr als die Hälfte der Fonds zurück.
20.03.2026 | 09:00 Uhr
S&P Dow Jones Indices hat die zwölfte Ausgabe der SPIVA-Europe-Scorecard veröffentlicht – und die Bilanz fällt erneut ernüchternd aus. Trotz hoher Marktvolatilität, kräftiger Sektorrotationen und einer historisch breiten Streuung der Aktienrenditen gelang es den meisten Fondsmanagern nicht, aus den Marktbewegungen Kapital zu schlagen. „2025 präsentierte ein gemischtes Umfeld für aktive Manager“, sagt Tim Edwards, Global Head of Index Investment Strategy bei S&P Dow Jones Indices. „Obwohl Dispersion und Rotation Chancen boten, blieb die Mehrheit der Fonds hinter ihren Benchmarks zurück. Selbst in Jahren mit vermeintlich guten Voraussetzungen bleibt Outperformance eine Herausforderung.“
Die Daten untermauern diese Einschätzung deutlich: In 18 von 21 Fondskategorien lagen die Unterperformancequoten europäischer Aktienfonds zwischen 50 und 90 Prozent. Besonders hart traf es globale Strategien: 71 Prozent der aktiv verwalteten globalen Aktienfonds in Euro verpassten den S&P World Index. Auch in Ländern wie Frankreich (67 %), der Schweiz (83 %), Schweden (85 %), dem Vereinigten Königreich (88 %) oder Spanien (96 %) dominierte die Underperformance.

Für Deutschland liefert der Bericht ein präzises Bild. 70 Prozent der aktiv gemanagten Aktienfonds blieben 2025 hinter dem S&P Germany BMI zurück. Der S&P Germany BMI legte 20,8 Prozent zu – getragen von Industriewerten, exportstarken Unternehmen und einer Erholung im Finanzsektor.
Die Markttrends hätte aktiven Managern eigentlich entgegenkommen können: Hohe Kursausschläge zwischen Gewinnern und Verlierern sowie deutliche Sektorverschiebungen schufen ein Umfeld, in dem Stockpicking überdurchschnittliche Chancen bot. Doch gerade dieser Punkt erwies sich als Schwachstelle. Fonds, die in stark laufenden Branchen – etwa Maschinenbau, Technologie oder Finanzwerte – untergewichtet waren, konnten den dynamischen Aufschwung der Indexschwergewichte nicht einfangen.
Wie in vielen Märkten wurde auch in Deutschland die Indexentwicklung von wenigen großen Gewinnern dominiert. Wer diese nicht ausreichend im Portfolio hatte, fiel unweigerlich zurück. Edwards kommentiert: „Über längere Zeiträume steigen die Unterperformancequoten weiter an. Das unterstreicht, wie schwer es für aktive Manager ist, ihre relative Positionierung nachhaltig profitabel umzusetzen.“

SPIVA bestätigt einen europaweiten Trend: Aktive Aktienmanager scheitern im Durchschnitt häufiger an ihren Benchmarks, je länger der Betrachtungszeitraum ist. Auf Sicht von zehn Jahren erreicht in vielen Kategorien nurjeder zwanzigste Fonds eine Überrendite.
Etwas besser war das Bild im Bereich Anleihen. Gute Kreditmärkte, enge Spreads und konstruktive Zinsumfeld boten Potenzial. Dennoch unterperformten auch hier mehr als 50 Prozent der Fonds in sieben von zehn Kategorien.Zudem spielte die Überlebensrate eine wichtige Rolle: Über fünf Prozent aller aktiven Rentenfonds wurden 2025 fusioniert oder liquidiert – ein Faktor, der laut SPIVA langfristige Outperformance-Statistiken weiter verzerrt. (pg)
Diesen Beitrag teilen: